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Rolf Järmann wiederholt seinen Sieg beim Amstel Gold Race
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25.04.98 - Rolf Järmann (Casino) gewann
am Samstag den Radklassiker Amstel Gold Race und wiederholte
seinen Sieg von vor fünf Jahren. Der 32jährige Schweizer
schlug in einem spannenden Sprintduell den Niederländer
Marten Den Bakker (Rabobank) mit einer halben Radlänge.
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Die Vorentscheidung des Rennens fiel am Anstieg des Caubergs, einem
Berg der auch Teil des WM-Kurses im Oktober sein wird, als 60 Kilometer
vor dem Ziel aus einer Spitzengruppe von etwa 25 Fahrern heraus
zunächst Michael Boogerd (Rabo), der große Favorit des Rennens,
das Tempo verschärfte
und sich in der Folge eine siebenköpfige Spitzengruppe
mit Boogerd, Michele Bartoli (Asics), Germano Pierdomenico (Cantina),
Laurent Dufaux (Festina), Bo Hamburger, Rolf Järmann (beide Casino)
sowie Marten Den Bakker (Rabobank) bildete.
Diese 7er Gruppe war sich einig und fuhr schnell einen Vorsprung von
mehr als einer Minute heraus.
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Michele Bartoli, der vor einer Woche so souverän das Weltcuprennen
in Lüttich gewann sah in dieser Gruppe
wieder wie der dominierende Fahrer aus, aber der Italiener
hatte dann 39km vor dem Ziel, am Muizenberg, einen Defekt. Bartoli
fluchte und machte wilde Gesten, als die Rennkommissare zunächst
das Teamfahrzeug mit dem Ersatzrennrad nicht durchließen.
Mit einer großen Kraftanstrengung schaffte Bartoli wieder
den Anschluß an die Spitzengruppe. Als er zu den Führenden
aufschloß zeigte er Den Bakker erstmal den Vogel und beschwerte
sich gestenreich darüber, daß man nicht auf ihn gewartet
hatte.
30 Kilometer vor dem Ziel, die 7er-Gruppe hatte bereits über
2 Minuten Vorsprung auf die nächste Gruppe, attackierte
Marten Den Bakker, Rolf Järmann zögerte nicht und heftete
sich an die Fersen von Den Bakker. "Als ich angriff
und Järmann aufschloß, dachte ich mir schon, daß
wir eine gute Chance hätten", meinte Den Bakker nach dem Rennen.
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Rolf Järmann
Geb. 31.01.1966 in Arbon (CH)
1,82 m, 73 kg
Verheiratet, drei Kinder.
Wohnort: Zihlschacht (CH)
Profi seit 1987.
Teams: Isotonic (87-88),
Frank - Toyo (89-90), Weinmann-Eddy Merckx (91),
Ariostea (92-93), GB-MG (94), MG-Technogym (95-96),
Casino (seit 97).
Weltrangliste: 56.
Größte Erfolge:
Amstel Gold Race 1993, Amstel Gold Race 1998,
Stausee-Rundfahrt 1988,
Schweizer Meister 1990,
Etappensiege bei Tour de Suisse (2, 1990, 93), Baskenland-Rundfahrt (91),
Giro d'Italia 1989, Tour de France (2, 1992 und Mannschaftszeitfahren 1994),
Etappe u. Gesamtwertung Luxemburg-Rundfahrt 1995, GP Plouay 1995, Trittico Veneto Vicenza 1995,
Trittico Veneto Castelfranco 1995,
Polen-Rundfahrt 1997,
Tirreno Adriatico 1998,
Etappensieg bei der Katalanischen Woche 1998,
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Die anderen in der Spitzengruppe zögerten. Michele Bartoli:
"Ich dachte Den Bakker und Järmann seien nicht so stark
wie Boogerd und Hamburger. Ich brauchte etwas Zeit, die Verfolgung
zu organisieren und da war es dann bereits zu spät."
Das Duo Järmann/Den Bakker fuhr schnell einen ordentlichen
Vorsprung heraus. 8 Kilometer vor dem Ziel betrug ihr Vorsprung
38 Sekunden und ihren fünf Verfolgern fehlte der rechte Zug,
diesen Vorsprung wieder zuzufahren, was auch daran lag, daß
Den Bakker und Järmann mit Bo Hamburger und Michael Boogerd
in der Verfolgergruppe noch je einen Teamkameraden hatten, die
ihnen den Rücken freizuhalten versuchten.
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Am letzten Anstieg des Rennens vier Kilometer vor Schluß
versuchte Den Bakker noch zwei Mal Rolf Järmann abzuschütteln,
was aber nicht gelang. Den Bakker zu der Situation: "Ich
wußte, daß (Järmann) an einem guten Tag sehr schnell sein
kann... Aber ich fühlte mich sehr gut und dachte er sei heute
nicht so super drauf, also versuchte ich es, aber es klappte nicht."
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Schwerer Unfall
Gut dreißig Kilometer vor dem Ziel
passierte ein böse aussehender Unfall,
als TVM-Sportdirektor Cees Priem beim Steuern des
Begleitfahrzeugs nicht aufpasste und Scott Sunderland
(Palmans) anfuhr. Der Australier hatte keine Chance,
stürzte sofort und wäre um ein Haar auch noch
von einem der folgenden Autos überfahren worden.
Sunderland blieb benommen liegen und mußte
ins Krankenhaus gebracht werden. Über die
Schwere seiner Verletzungen wurde zunächst
nichts bekannt.
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Hochs und Tiefs eines Rennfahrers
Valencienne 22. April -
Ich habe einen Durchhänger. Das Rennfahrerleben ist mir verleidet. Von Hotel
zu Hotel; schlafen, essen und fahren; Rennkleider, Trainer und Pyjama;
Rennfahrer, Masseure und Mechaniker. Es ist immer das Gleiche.
[Aus dem Online-Tagebuch von Rolf Järmann]
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Auf dem letzten Kilometer vor dem Ziel auf dem Maasboulevard in Maastricht
zog Rolf Järmann den Sprint als erster an und es sah zunächst
so aus, als ob Den Bakker auf den letzten Metern noch aus dem Windschatten
heraus das Sprintduell gewinnen könne, aber der Schweizer zog den
Sprint ganz stark von der Spitze aus durch. "Ich kam im Sprint noch neben
ihn, aber ich konnte nichts mehr zusetzen", so Den Bakker. "Rolf
merkte, daß ich näherkam und beschleunigte noch einmal."
Järmann gewann am Ende das Rennen mit einer guten halben Radlänge.
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Dritter wurde Michele Bartoli, der 21 Sekunden nach dem Sieger
ins Ziel kam. Bartoli verbuchte somit noch einmal satte 50 Punkte auf
seinem Weltcup-Konto und führt
nun in der Weltcup-Wertung nach fünf von 10 Rennen souverän mit
insgesamt 206 Punkten vor Roubaix-Sieger Franco Ballerini,
der auf 132 Punkte kommt.
Ergebnisse - Amstel Gold Race 1998
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