08.03.98 - Beim heutigen Start der Rundfahrt Paris-Nizza war der Rennfahrer
mit der Startnummer 42 besonders froh darüber, beim ersten großen
Etappenrennen der Saison dabei zu sein: Rolf Aldag, der im Januar
einen bösen Unfall hatte, bei dem er sich Schlüsselbein
und Oberschenkel brach. Damals glaubte sich der Westfale aus dem Telekom-Team
schon am Ende seiner Saison: "Versuchs noch mal 1999." Doch dann folgte
eine unglaubliche Wiederherstellung.
Es begann mit dem behandelnden Chefarzt im Krankenhaus Hamm.
Aldag: "Er sagte: Sonntag operieren wir Dich,
Montag erste Krankengymnastik, Dienstag stellen wir Dich auf das
operierte Bein." Keine anderthalb Wochen nach der Operation trat
Aldag schon wieder in die Pedalen eines Ergometers.
Anfang Februar begann er auf Mallorca mit dem Straßentraining.
Trotz Unfall hat Aldag inzwischen auch schon 4.000 Trainingskilometer
in den Beinen. Möglich macht dies eine "dynamische Hüftschraube",
die den gebrochenen Oberschenkelknochen zusammenhält ohne
natürliche Drehbewegungen zu behindern. Die Schraube bleibt
bis zum Herbst drin, der OP-Termin ist für November vorgesehen.
"15 bis 16 Wochen Krankenschein" hätten die Verletzungen für
einen normalen Arbeitnehmer bedeutet, glaubt Aldag, der nach 12 Tagen
Krankenhaus und drei Wochen ReHa-Zentrum wieder 200km im Rennsattel
auf Mallorca zurücklegte -übrigens an der Seite der deutschen
Meisterin Hanka Kupfernagel, die auch gerade auf Mallorca weilte.
Beim Start bei Paris-Nizza schaut Aldag natürlich nicht
auf die Ergebnisse. Es zählt für ihn nur, bis zur Tour
im Juli 100 Prozent fit zu sein. Und da ist Aldag zuversichtlich:
"Wenn alles normal weiterläuft - kein Problem. Unser Teamchef
Walter Godefroot bremst mich schon immer und hat mir signalisiert, daß
ich dabei bin, wenn die Form stimmt."