03.12.99 - Die internationale Vereinigung der Organisatoren von Profi-Rennen
AIOCC hat sich bei ihrer jährlichen Generalversammlung am Freitag in Paris für die Einführung des
"Conseil du cyclisme professionnel" (CCP)
ausgesprochen, der nach den Plänen des internationalen Radsportverbands UCI ab 2001
das neue zentrale Entscheidungsgremium im Profi-Radsport sein soll.
Die Organisatoren akzeptierten bei ihrer Jahresversammlung insbesondere
den Vorschlag von UCI-Präsident Hein Verbruggen, wonach die Organisatoren
in dem neuen 12-köpfigen CCP ebenso wie die Vertreter der Rennfahrer
und Sportgruppen zwei Sitze haben werden. Der Franzose Jean-Marie Leblanc, Direktor der
Tour de France und Präsident der
AIOCC, sowie der Italiener Carmine Castellano, seines Zeichens Direktor des Giro d'Italia
und AIOCC-Vize, sollen nach inoffiziellen Informationen in dem neuen Rat die Interessen der Organisatoren vertreten.
Eine Nominierung der beiden muß erst bis spätesten Ende 2000 erfolgen,
wenn die UCI im Januar die Einführung der Strukturreform beschließen sollte.
Die Rennorganisatoren erklärten sich in Paris auch einverstanden mit
den Forderungen der UCI, den Rennkalender so umzugestalten, dass die Fahrer
weniger belastet werden, um so auch dem Doping entgegenzuwirken.
Die Zustimmung zu den Plänen im Allgemeinen dürfte jedoch
noch lange nicht das Ende der Diskussionen sein, denn diese werden erst beginnen,
wenn es darum geht, welche Rennen im einzelnen nach der UCI-Einstufung an Bedeutung verliert.
Die Zustimmung wird den Organisatoren dann naturgemäß erheblich schwerer fallen.
Die AIOCC wandte sich gegen Bestrebungen der UCI, das Layout von Rennen, etwa die Zahl der
maximal erlaubten Berge der 1. Kategorie, weiter zu reglementieren. Schon heute
gibt der internationale Verband eine Vielzahl von Parametern,
etwa die maximale Länge von abschließenden Rundkursen usw. vor.
Der Kelme-Rennstall erhielt unterdessen die jährliche Auszeichnung
des Verbands aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums des
Engagements des Sponsors, eines spanischen Sportschuh-Herstellers.
Geehrt wurde auch das Luxemburger UCI-Mitglied Fernand Conter,
der bis vor einigen Jahren Generalsekretär der
FICP (Federation Internationale du cyclisme professionnel), die bis Anfang der Neunziger Jahre
eine Art Vorläufer der nun geplanten CCP war.