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Schäuble, Scharping und McQuaid einig
WM-Starter sollen Ehrenerklärung abgeben

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BERLIN, 09.07.07 (dpa) - Auch alle Teilnehmer an den Rad-Weltmeisterschaften sollen vor ihrem Start in Stuttgart eine Ehrenerklärung im Anti- Doping-Kampf unterzeichnen. Darauf hat sich Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit Rad-Weltverbandschef Pat McQuaid und BDR- Präsident Rudolf Scharping am Montag in Berlin verständigt.

Vor der Tour de France hatten alle 189 Fahrer eine entsprechende Erklärung unterschrieben, anderenfalls hatten die Tour-Verantwortlichen mit der Verweigerung des Starts gedroht.

Wie das Bundesinnenministerium nach dem Spitzengespräch weiter mitteilte, soll eine Steuerungsgruppe konkrete Maßnahmen gegen Doping koordinieren. Angehören werden ihr Vertreter der Welt-Anti-Doping- Agentur (WADA), der nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), von UCI und dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR). McQuaid und Scharping flogen danach gleich weiter nach Stuttgart, um dort Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) und Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann in einem eineinhalbstündigen Krisengipfel von den Maßnahmen zu überzeugen. «Wenn dieses Paket so umgesetzt wird, dann wird die WM stattfinden», sagte Pressesprecher Stephan Schorn.

«Wir sind uns einig, dass eine Weltmeisterschaft im Radsport ein Neuanfang sein muss», unterstrich Schäuble, dessen Ministerium den geplanten WM-Zuschuss in Höhe von 150 000 Euro bisher zurückhält. Die Stadt Stuttgart hatte sogar 204 000 Euro beantragt. Die Steuerungsgruppe soll dafür sorgen, dass es vor der WM Ende September intensivierte unangemeldete Trainingskontrollen sowie vor und nach dem Wettkampf Kontrollen geben soll. Ferner sollen die Blutprofile aller WM-Starter kontrolliert werden. Die nationalen Verbände sollen sicherstellen, dass alle Fahrer die geplante Anti-Doping-Erklärung unterschreiben.

Schäuble selbst hatte vorher eine Absage der WM nicht ausgeschlossen. «Über den Berg ist die Rad-WM noch lange nicht», hatte er erklärt und gefordert, die Titelkämpfe müssten sichtbar anders sein als andere Radsport-Ereignisse. «Ich bin optimistisch, dass wir eine gemeinsame Lösung finden werden«, sagte Scharping. Bereits an diesem Donnerstag wird eine Delegation aus Stuttgart im Bundesinnenministerium erwartet.

In der baden-württembergischen Landeshauptstadt hatten sich zuletzt sogar Stadträte für eine Absage der WM ausgesprochen. Eisenmann machte sich Sorgen um das Image, «das die Sportstadt Stuttgart bekommt, wenn die WM zu einem Dopingfestival wird». Sie befürchtet zudem, dass bei einem Rückzug des Bundes in der Finanzierung auch das Land die bereits eingeplanten 80 000 Euro streichen würde. Auch die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hatte gefordert, die WM zu kippen.

Eine Absage würde die Stadt allerdings teuer zu stehen kommen: Die Kommune steuert nämlich 2,3 Millionen zum 5 Millionen Euro umfassenden Etat bei. 3 Millionen Euro davon sind bereits ausgegeben. Zudem droht in diesem Fall ein Rechtsstreit mit der UCI, da die im Vertrag festgeschriebene Ausstiegsklausel am 1. September 2006 abgelaufen ist.


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06.07.07 Schäuble: "Spektakuläre WM-Absage für Neuanfang"




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