Search
      Startseite | News | Ergebnisse | Fahrer | Teams | Kalender | Features | Archiv | Downloads | LIVE-Ticker

Letzte Meldungen:    

Copyright © 1996-2007 by Radsport-News.com.
Alle Rechte vorbehalten.

Druckversion    Artikel versenden    Feedback
Straßen-WM - Nachlese
Squadra mit Teamgeist
WM: LIVE-Ticker - Ergebnisse/Palmares


Foto: Roth

ANZEIGE
STUTTGART, 01.10.07 (rsn) - Straßen- Radsport ist immer eine Mannschaftssportart, bei der WM aber ist das brisant, denn Stars, die die ganze Saison über gegeneinander fahren, bilden auf einmal ein Kollektiv. Paolo Bettini und seine "Squadra" überzeugten am Sonntag in Stuttgart in dieser Hinsicht genauso wie ihre italienischen Fußballerkollegen bei der WM in Deutschland 15 Monate zuvor.

Im Fußball bildete das italienische Starensemble ein eingeschworenes Team und holte in Deutschland mit seinem Skandaltorhüter Gianluigi Buffon den Titel. Dem Calcio tat es der noch um einiges affärengeplagtere ciclismo nun 15 Monate später nach mit einem Kapitän, den die wie so oft über jedes Maß hinausschießenden Deutschen am liebsten mit einem Startverbot belegt hätten und der in Stuttgart die "vielleicht schlimmste Woche meiner Karriere" erlebte. "Aber wir Italiener sind ein stolzes Volk. Wir können Widrigkeiten und Druck zu unserem Vorteil nutzen. Das macht uns noch stärker", sagte Bettini, dessen Wut auf die Stuttgarter Technokraten am Sonntag die Freude über die Titelverteidigung überwog.


• BERICHT Wütender Bettini zeigt "wie man Rennen fährt"
• INTERVIEW Bettini schießt zurück
• Runde für Runde: Der Film des Rennens
• Statistik: Bettini auf Bugnos Spuren
• REPORTAGE Die Exoten: Dabeisein ist ein Erfolg
• WM als zynische Politiker-Show: Fans feiern trotz Querelen
• REPORTAGE Mit dem Chaperon auf Fahrer- Observation
• U23: Auch Velits verabschiedet sich mit Titel von Wiesenhof
• Frauen: Knies im deutschen Team nach Sturzrennen
• WM-Ergebnisse und Palmares | • WM-Zeitplan

Die Stuttgarter WM-Organisatoren und der Großteil der früher so Ullrich-verliebten deutschen Medien nahmen die WM zum Anlass, sich zu den Richtern über eine Sportart zu machen, deren Tradition ihnen völlig fremd ist. Bettini und seine Squadra kamen in eine feindselige Atmosphäre. Für den blinden Eifer der Stuttgarter Organisatoren fand man in den klassischen Radsportnationen von Belgien bis Italien kein Verständnis. "So als ob man nach Jahrzehnten von Toleranz und Komplizenschaft innerhalb des Systems, im Radsport und im Sport im allgemeinen, von heute auf morgen eine Unschuld, die es vielleicht nie gab, zurückbringen kann", kommentierte am Montag kopfschüttelnd Eugenio Capodacqua, der Dopingexperte der angesehenen italienischen Zeitung La Repubblica.

Bettini und Co. hatten eine ereignisreiche Woche. Das fing an mit Girosieger Danilo Di Luca, der auf seinen Start verzichten musste, weil ihn eine drei Jahre alte Dopingaffäre, die sein Radsportverband lieber ignorieren wollte, einholte. Bettini wusste erst am Freitagmittag, dass er fahren kann, als das Stuttgarter Landgericht eine Einstweilige Verfügung gegen seinen Start, die die Stuttgarter Organisatoren beantragt hatten, ablehnte. Und auch noch am Renntag selbst ging es für die Italiener zunächst noch durcheinander, als die Blutkontrolleure zu spät kamen und die Rennfahrer da schon gefrühstück hatten... Doch damit sollten die Widrigkeiten der Italiener enden. Die Squadra azzurra, die sich den Luxus leistete, einen Mann wie Daniele Bennati zuhause zu lassen, fuhr ein perfektes Rennen in Stuttgart.


Foto: Roth
Die Arbeitsteilung funktionierte, kein Star war sich zu schade, um Helferaufgaben zu übernehmen. Alle erledigten ihren Job. Erst machte Damiano Cunego das Rennen schwer. "Er hat sich für mich geopfert", bedankte sich später Bettini. Matteo Tosatto, Marzio Bruseghin und vor allem Alessandro Bertolini wirbelten ebenso im ersten Drittel. In der zweiten Rennhälfte sah man Alessandro Ballan und erneut Cunego. Und in der vorletzten Runde spielte Gerolsteiner-Routinier Davide Rebellin eine Schlüsselrolle, als er attackierte und die Spanier um Oscar Freire zwang, Verfolgungsarbeit zu machen. Bettini vergaß in seinen Dankesworten nach seinem Sieg auch nicht Filippo Pozzato, der als zweiter Leader ins Rennen gegangen war, aber Krämpfe hatte und keine Rolle spielte. Der Doppelweltmeister aus der Toskana, der zum neunten Mal das Nationaltrikot trug, weiß wie wacklig die Gruppendynamik der Squadra mitunter ist. Doch ironischerweise halfen ihm auch ausgerechnet die Stuttgarter Lokalpolitiker, die ihn nicht haben wollten. Der Druck von außen sorgte zusätzlich für einen Teamgeist. Selbst Di Luca blieb demonstrativ und drückte am Sonntag "seinem" Team die Daumen...


Druckversion    Artikel versenden    Feedback




Startseite | News | Ergebnisse | Fahrer | Teams | Kalender | Features | Downloads | LIVE-Ticker

© 1996-2007 Radsport-News.com