Damit ist eine von
der Stadt und vom Bundesinnenministerium (BMI) geforderte
Voraussetzung erfüllt, um die für den 25. bis 30. September geplanten
Titelkämpfe stattfinden zu lassen. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR)
hat das Schreiben der UCI am Donnerstag an die Stadt Stuttgart
weitergeleitet, wie der Sprecher von Sportbürgermeisterin und
Organisationschefin Susanne Eisenmann (CDU) bestätigte.
Während das BMI in Berlin von einem Ultimatum an die UCI nichts
wissen wollte, sprach Eisenmanns Sprecher Oliver Willikonsky von der
klaren Vereinbarung, dass sich der irische Weltverbandspräsident Pat
McQuaid bis zum (heutigen) Donnerstag gemeldet haben musste.
Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) hatte die UCI
nochmals in einem Brief aufgefordert, die Vereinbarung «unverzüglich»
zu unterschreiben.
In den letzten Tagen sei eine «unnötige Hektik» entstanden, ein
Ultimatum habe es nie gegeben», sagte hingegen ein BMI-Sprecher und
betonte: Die UCI habe immer ein großes Interesse an der Durchführung
der WM gehabt.
Die WM-Steuerungsgruppe mit Vertretern der Stadt, des BDR, der UCI
sowie der Nationalen (NADA) und Internationalen Anti-Doping-Agentur
(WAA) trifft sich kommende Woche in Stuttgart, um das Prozedere der
umfangreichen Anti-Doping-Maßnahmen vor und während der WM
festzulegen. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. «Die
Vereinbarung ist die Grundvoraussetzung für die Ausrichtung der Rad-
WM», hatte OK-Chefin Eisenmann immer betont. «Wir stehen unter
Zeitdruck, denn wenn man unangemeldete Trainingskontrollen
durchführen will, bringt es nichts, wenn man damit erst zwei Wochen
vor der WM beginnt.» Die Kontrollen kosten die UCI etwa 1 Million
Euro.
Derweil hat die Stadt Stuttgart die Zahlungen an den BDR für die
Weltmeisterschaften eingefroren. «Es geht um die zweite Rate der
insgesamt 150 000 Euro», sagte Willikonsky. Er bestätigte damit einen
Bericht der «Stuttgarter Zeitung» (Donnerstagsausgabe): «Wenn wir das
nicht tun, tragen wir das Risiko.» Zahlungen an den UCI seien derzeit
nicht fällig. Die Stadt als Veranstalter hat von den insgesamt 1,7
Millionen Euro an den Weltverband nach dem Zeitungsbericht bisher 700
000 Euro überwiesen. Der Gesamtetat für die Titelkämpfe beträgt 5
Millionen Euro, 2,3 Millionen davon trägt die Kommune. 3 Millionen
sind bereits ausgegeben, deswegen und wegen zu befürchteten
Regressforderungen hat die Stadt kein Interesse daran, die WM
abzusagen.
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