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SPD fordert Streichung von Bundesmitteln
WM: Schäuble stellt UCI Ultimatum

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STUTTGART, 25.07.07 (dpa/lsw) - Das Zögern das Radsport-Weltverbandes UCI lässt wieder Zweifel an der Austragung der Straßenrad- Weltmeisterschaften Ende September in Stuttgart aufkommen.

Es fehle noch immer die Unterschrift des UCI unter der ausgehandelten Anti- Doping- Vereinbarung, sagte die Stuttgarter Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das Bundesinnenministerium (BMI) habe dem UCI daher eine Frist bis zum (morgigen) Donnerstag gesetzt. «Die Vereinbarung ist die Grundvoraussetzung für die Ausrichtung der Rad-WM», sagte Eisenmann.

Sie erwarte, dass UCI-Chef Pat McQuaid nun unterschreibe. «Die UCI-Unterschrift ist die einzige, die noch fehlt», erklärte die Vorsitzende des Organisationskomitees. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) sowie BMI, baden-württembergische Landesregierung und Stadt hätten das umfangreiche Anti-Doping-Paket dagegen unterzeichnet.

Zwar habe der positive Doping-Befund bei Rad-Profi Alexander Vinokourov am Dienstag während der Tour de France nichts an der grundlegenden Haltung der Stadt geändert, doch seien es bis zur WM vom 25. bis 30. September nur noch zwei Monate, betonte Eisenmann. Die CDU-Politikerin hatte zudem schon in der vergangenen Woche nach der positiven A-Probe bei T-Mobile-Fahrer Patrik Sinkewitz erklärt, an der Ausrichtung der WM festzuhalten und war dabei vom Gemeinderat unterstützt worden.

«Wir stehen daher unter Zeitdruck», sagte die verärgert wirkende Politikerin, «denn wenn man unangemeldete Trainingskontrollen durchführen will, bringt es nichts, wenn man damit erst zwei Wochen vor der WM beginnt.» Daher habe sie für die kommende Woche das erste Treffen der für die Umsetzung der Anti-Doping-Maßnahmen vorgesehenen Steuerungsgruppe einberufen. Zu der Gruppe gehören neben Eisenmann auch Vertreter von UCI, BDR sowie der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und der nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA).

Die Anti-Doping-Maßnahmen bei der WM beinhalten auch die Überprüfung von Langfristblutprofilen der Radprofis und Kontrollen vor und nach den Wettkämpfen. Zudem sollen alle WM-Teilnehmer eine Ehrenerklärung gegen Doping abgeben. «Unsere Zielsetzung ist, mit noch nie da gewesenen Maßnahmen dem Radsport noch einmal eine Chance zu geben. Viele hat er nicht mehr. Und es gilt natürlich auch, einen immensen finanziellen Schaden von der Stadt abzuwenden.»

Auf die Vereinbarung zum Anti-Doping-Kampf hatte sich Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit UCI-Chef Pat McQuaid und BDR-Präsident Rudolf Scharping am 9. Juli in Berlin verständigt. Eine Ehrenerklärung hatten auch alle 189 Starter der Tour de France im Vorfeld der Frankreich-Rundfahrt unterschrieben.

SPD: Schäuble muss Zuschuss zur Rad-WM streichen

Die SPD hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) aufgefordert, den Zuschuss zur Rad-Weltmeisterschaft in Stuttgart zu streichen. «Der jüngste Dopingfall bei der Tour de France um Alexander Winokurow, Kapitän des Astana-Teams, zeigt sehr klar, dass die Doper-Mentalität im Radsport ungebrochen ist», sagte die sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Dagmar Freitag, am Mittwoch in Berlin. Unter diesen Umständen könne ein Zuschuss aus öffentlichen Mitteln nicht mehr verantwortet werden. Auch wenn es nicht der Entscheidung des Bundes obliege, wäre eine Absage der Rad-WM die konsequenteste Lösung. «Der Radsport braucht eine Denk- und Fahrpause: Nur so kann es gelingen, einen echten Neuanfang unter ehrlichen Wettbewerbsbedingungen zu starten.»


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