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Neuanfang gefordert
Bundesinnenministerium in Sorge um Rad-WM

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BERLIN, 19.07.07 (dpa) - Das Bundesinnenministerium hat nach dem jüngsten Doping-Fall um den T-Mobile-Fahrer Patrik Sinkewitz die Sorge um die Straßenrad-WM in Stuttgart bekräftigt.

«Wir beobachten das sehr intensiv und auch mit berechtigter Sorge im Hinblick auf die WM», sagte Ministeriums-Sprecher Christian Sachs am Donnerstag in Berlin. «Diese Rad-WM muss ein Neuanfang sein. Es kann nicht so weiter gehen wie bisher.»

Bei den Weltmeisterschaften vom 25. bis 30. September seien der Bund, das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart mit nicht unerheblichen Steuermitteln engagiert. Sachs hofft daher auf die positive Wirkung der so genannten Steuerungsgruppe für die WM. Diese Gruppe soll mit dem internationalen Radsport-Verband UCI, dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) sowie den nationalen und internationalen Anti-Doping-Agenturen NADA und WADA ein «Anti-Doping-Regime» bereitstellen.

Sachs verwies außerdem auf die vom Innenministerium (BMI) gegründete «Task Force». Sie überprüfe derzeit, ob die Sportverbände oder Olympia-Stützpunkte eventuell Bundes-Fördermittel gezielt zu Doping-Maßnahmen missbraucht haben. Das BMI werde die Entwicklung bei der Tour de France «weiter aufmerksam verfolgen». Am Mittwoch war die positive A-Probe von Sinkewitz bekannt geworden. Die öffentlich- rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF hatten daraufhin das vorläufige Ende ihrer Berichterstattung beschlossen.

Stuttgarter Gemeinderat stimmt gegen Absage

Der Stuttgarter Gemeinderat hat sich unterdessen trotz der andauernden Doping-Enthüllungen gegen eine Absage der Radsport- Weltmeisterschaft Ende September ausgesprochen. Das Gremium lehnte am Donnerstagabend einen entsprechenden Antrag von Bündnis/Die Grünen mit 49:12 Stimmen ab. Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) wiederholte das Ziel dopingfreier Titelkämpfe. «Wir werden ein Kontrollsystem einführen, wie es das noch nie bei einer WM gegeben hat», sagte er.

Bereits vor der Weltmeisterschaft vom 25. bis 30. September in Stuttgart soll dazu ein entsprechendes Konzept mit den internationalen und nationalen Antidoping-Agenturen WADA und NADA erarbeitet werden. Auch nach dem positiven Doping-Befund bei T- Mobile-Fahrer Patrik Sinkewitz während der Tour de France hatte Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU) bereits am Mittwoch betont, dass die Stadt an der Ausrichtung der WM festhalte.

Ein Boykott der zweiten Straßenrad-Titelkämpfe in Stuttgart nach 1991 kommt für Stadtoberhaupt Schuster nicht in Frage: «Mit einem Boykott würden alle bestraft werden. Auch die Zuschauer und diejenigen, die sich fair verhalten.»

Außerdem würde eine Absage die Stadt teuer zu stehen kommen: Die Kommune steuert 2,3 Millionen zum fünf Millionen Euro umfassenden Etat bei. Drei Millionen Euro des Gesamt-Etats sind bereits ausgegeben. Zudem droht im Fall der Absage ein Rechtsstreit mit dem UCI, da die im Vertrag festgeschriebene Ausstiegsklausel am 1. September 2006 abgelaufen ist.


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