FREUNDSCHAFTLICH VERBUNDEN: ZABEL UND BDR-CHEF SCHARPING Foto: Roth
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STUTTGART, 14.08.07 (rsn) -
Organisatoren von Weltmeisterschaften haben normalerweise
mit der Entscheidung, welche Fahrer von den nationalen Verbänden
für die Titelkämpfe nominiert werden, rein gar nichts zu tun.
Bei der Stuttgarter WM ist das ganz anders.
Stuttgarts Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU),
Vorsitzende des WM-Organisationskomitees,
hat sich gegenüber den Stuttgarter Nachrichten
(Dienstag) noch einmal offen
gegen
einen Start von Erik Zabel ausgesprochen wegen
dessen Dopinggeständnis.
Eine WM-Teilnahme des Milram-Stars würde nicht
in die "Richtung" gehen,
die man wolle, sagte Frau Eisenmann
in Erwiderung auf Äußerungen von Zabel nach seinem
Sieg bei der Deutschland-Tour
am Sonntag, in denen der Berliner angedeutet
hatte, dass er nicht daran denkt,
von sich aus auf die WM zu verzichten.
Die Entscheidung über die Nominierung von Zabel
trifft das Präsidium des Bund Deutscher Radfahrer
(BDR) Ende August. BDR-Chef Rudolf Scharping
ist mit Zabel seit Jahren freundschaftlich verbunden
und gilt als ein Fürsprecher.
Andere BDR-Funktionäre sprechen zynisch von "Altlasten".
Scharping erklärte am Dienstag,
die Entscheidung über Zabels Nominierung werde
"nach sportlichen und anderen Kriterien"
gefällt. Es sei noch alles offen,
es gebe keine Tendenz in die eine
oder die andere Richtung.
Nach dem BDR-Reglement
darf ein Fahrer, der des Doping verdächtigt wird
oder überführt wurde, nicht
bei Weltmeisterschaften starten. Zabel
hatte im Mai gebeichtet, 1996
EPO genommen zu haben ("einmal probiert").
Die Stuttgarter verzichteten daraufhin
auf Zabel als "WM-Botschafter".
Die Stadt Stuttgart, die sich
als Garant einer "Wende des Radsports"
sieht und zusammen mit dem Bund
der UCI ein strengeres Antidopingreglement
aufdrückte,
fühlt sich auch in anderen Personalien
zu Stellungnahmen berufen.
Politikerin Eisenmann
sprach sich in den Stuttgarter Nachrichten
gegen einen Start von
Alejandro Valverde
aus. Der Name des Spaniers,
in Salzburg letztes Jahr WM-Dritter,
wird vor allem in
deutschen Medien immer wieder
im Zusammenhang mit der Fuentes-Affäre
genannt, wenngleich
Beweise gegen ihn fehlen und
weder spanischer Verband noch UCI
Anlass zu Verfahren sahen.
"Ich bin gegen (einen Start von Valverde),
auch wenn wir aus juristischer Sicht nichts
dagegen machen können",
sagte Stuttgarts OK-Vorsitzende
Eisenmann. Gegenüber
dem mindestens so dopingverdächtigen Andreas Klöden,
dessen Skandalteam Astana
gerade implodiert, hat die Politikerin dagegen keine Einwände.
Für ihn müsse die Unschuldsvermutung gelten.
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