Die Entscheidung über die Austragung der
Straßenrad-Weltmeisterschaften in Stuttgart soll an diesem Donnerstag
fallen. Die Stuttgarter Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU)
werde mit den Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktionen sowie mit Bund
und Land darüber befinden, ob die WM wie geplant vom 25. bis 30.
September in der Schwaben-Metropole stattfinden kann.
Dies hatte eine Sprecherin der Stadt der Deutschen Presse-Agentur
dpa vor dem Treffen der Steuerungsgruppe zum Anti-Doping-Kampf
mitgeteilt, die in einem vierstündigen Gespräch geprüft hat, mit
welcher Ernsthaftigkeit des Radsportweltverbandes UCI bei der WM
gegen Doping vorgehen will. «Das Gespräch war ein wichtiger Schritt
in die richtige Richtung. Wir werden nach der Gesamtbewertung
gemeinsam mit unseren Partnern die Entscheidung treffen», betonte die
Politikerin. Für die Stadt sei das ganz entscheidend gewesen, hatte
die Vorsitzende des WM-Organisationskomitees mehrfach betont.
Die Steuerungsgruppe soll die umfangreichen Anti-Doping-Maßnahmen
umsetzen, die zwischen Stadt, baden-württembergischer
Landesregierung, Bundesinnenministerium (BMI) sowie UCI und dem Bund
Deutscher Radfahrer (BDR) vereinbart worden sind.
An dem Treffen nahmen neben Eisemann unter anderem BDR-Präsident
Rudolf Scharping, die UCI-Dopingbeauftragte Anne Gripper sowie
Geschäftsführer Christoph Niessen von der Nationalen
Antidoping-Agentur (NADA) und der Direktor für Standards und
Harmonisierung, Rune Anderson, von der Welt-Antidoping-Agentur
(WADA) teil.
In der vergangenen Woche war es zwischen Stadt und UCI zu
Spannungen gekommen, nachdem OK-Chefin Eisenmann vehement die
zunächst noch fehlende Unterschrift des Weltdachverbandes unter die
Antidoping-Vereinbarung eingefordert hatte. Daraufhin hatte die UCI
das Papier, das unter anderem die Überprüfung von
Langfrist-Blutprofilen der Radprofis sowie Kontrollen vor und nach
den Wettkämpfen beinhaltet, als letzter Beteiligter unterzeichnet.
Eine WM-Absage könnte Stuttgart teuer zu stehen kommen. Der
Gesamt-Etat für die Titelkämpfe beträgt fünf Millionen Euro, davon
trägt die Kommune 2,3 Millionen. Drei Millionen Euro sind bereits
ausgegeben. Eisenmanns Referent Oliver Willikonsky hatte in der
vergangenen Woche einen Zeitungsbericht bestätigt, wonach die Stadt
eine zweite Rate in Höhe von 150 000 Euro an den BDR eingefroren hat.
Von den 1,7 Millionen Euro an die UCI habe Stuttgart bisher
700 000 Euro überwiesen, hieß es in dem Bericht weiter.
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