PRUDHOMME (li) UND CLERC AM DIENSTAGABEND IN PAU Foto: Roth
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PAU, 25.07.07 (rsn) -
In einer dramatischen Pressekonferenz
nahmen am Dienstagabend, am Ende des "Ruhetags" der Tour de France,
ASO-Präsident Patrice Clerc und Tourdirektor
Christian Prudhomme Stellung zum Dopingskandal
um Alexandre Vinokourov. RADSPORT-NEWS.COM
dokumentiert die Aussagen der Tourchefs.
Haben Sie daran gedacht,
die Tour 2007 zu stoppen?
Patrice Clerk:
"Das kam mir nie in den Sinn.
Ich habe oft gesagt,
dass wir einen erbarmungslosen Kampf
gegen Doping führen.
Und in einem Krieg
gibt es Verluste (Dans une guerre,
il y a des dégâts.)
Die Tour de France erlebt eine schwarze
Periode. Aber es kommt nicht in
Frage, jetzt aufzugeben
und den Platz denen zu überlassen, die betrügen.
Wie haben Sie die Nachricht erfahren?
Christian Prudhomme:
In Übereinstimmung
mit dem Reglement waren wir nicht
vorgewarnt, bis auf den Anruf von (Astana-Teamchef) Marc Biver.
Ich habe den Rennfahrern vor
dem Start beim Briefing
in London gesagt,
dass wir eine formidable Chance haben.
Diese wurde verpasst.
Die Betrüger müssen
verstehen, dass
sie russisches Roulette spielen.
Einige machen weiter und
bringen skandalöserweise
Schande über den ganzen Sport.
Sie müssen begreifen,
dass sie russisches Roulette spielen.
An unserer Seite sind
die Sportbehörden,
französische Antidopingagentur,
WADA.
Kennen Sie die Details der Dopingkontrolle?
Christian Prudhomme:
Für Dopingkontrollen ist die UCI
zuständig.
Ich weiß nur,
dass er (Vinokourov)
betrogen hat. Daher
raus mit dem Team.
Fragen Sie zu dem Thema doch lieber
die, die sich damit auskennen und
das seit langer Zeit.
Vino wurde ein Publikumsliebling.
Das Publikum fühlt sich betrogen.
Patrice Clerk:
Alle fühlen sich ein bisschen betrogen.
Vinokourov hat eine Linie überschritten, er hat betrogen.
Was immer er für Sympathie
auslöste.
Das Publikum möchte ein glaubwürdiges Rennen.
Ich für meinen Teil bin
nicht am Boden jetzt.
Ganz im Gegenteil:
Ich bin entschlossener denn je,
diesen Kampf bis zum Ende zu führen.
So paradox ist klingt.
es scheint, dass wir dem Sieg näherkommen.
"Revolution gegen bankrottes System"
Was sind die Konsequenzen
für Teams in Zukunft?
Christian Prudhomme:
Das derzeitige System (ProTour)
funktioniert nicht mehr,
es ist vollkommen bankrott.
Man will es nicht mehr.
Ein System, das
nicht für das größte
Rennen der Welt eintritt, ist
kein System, das von Dauer sein kann.
Die Zukunft des Radsports,
die Erneuerung,
geht nur über die Tour de France.
Welches Rennen lockt denn
zwei Millionen Leute in die Straßen von London?
Und dieses Rennen
wird (von der ProTour)
nicht unterstützt.
Wir brauchen eine Revolution,
um dieses System zu stürzen.
Warum haben Sie Astana überhaupt eingeladen,
wo es einen so schlechten Ruf hat?
Patrice Clerk:
Ruf, das ist etwas, bei dem man vorsichtig sein muss.
Das Team ging in die Saison
mit Fahrern, die zu den Besten gehörten.
Natürlich bedauere ich heute die Entscheidung.
Ich bedauere, dass man wieder betrogen wurde.
Das einzige, was ich bei diesem Team respektiere ist,
dass sie heute Abend
ihren Rückzug aus der Tour entschieden haben.
Wie ist Ihre Reaktion, wenn Rasmussen die Tour gewinnt?
Patrice Clerk:
Michael Rasmussen wäre gar nicht am Start der Tour
de France gewesen (wenn man von
seinen Verwarnungen gewusst hätte, die Red.).
In einer solchen Zeit der Krise
brauchen wir
einen vorbildhaften Champion,
einen ohne Fehl und Tadel.
Die Haltung von Michael Rasmussen
vor dem Rennen, die Leichtigkeit,
mit der er das administrative Reglement
nicht respektiert,
würde uns normalerweise
dazu bringen, ihn nicht
teilnehmen zu lassen an der Tour
de France. Er ist kein Vorbild
für das Peloton.
Ist die Tour einfach zu schwer,
dass die Fahrer deshalb dopen?
Christian Prudhomme:
Wird beim 100m-Lauf oder im Marathon mehr gedopt?
Seit zehn Jahren
verkürzen wir die Etappen,
mit bekanntem Erfolg.
Man betrügt
nicht weil das Rennen hart ist,
sondern weil man gewinnen will,
für Ruhm und Geld.
Wenn es olympisches Sackhüpfen
gäbe, würden die Leute
auch da betrügen um zu gewinnen.