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Radsportverband sprachlos
Fall Valverde peinlich für spanische Sportverbände


Foto: Roth

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MADRID, 30.08.07 (rsn) - Alejandro Valverde wurde von Anfang an verdächtigt, zu den Kunden des Dopingdoktors Fuentes ("Valv.", "Piti") gehört zu haben, doch sowohl spanischer Radsportverband als auch der Sportminister stellten sich hinter den Radstar, gegen den die UCI nun doch noch Indizien fand und ihm einen WM-Start untersagte.

Valverde hatte auf seinen Start bei der am Samstag beginnenden Spanien-Rundfahrt verzichtet, um sich in Ruhe auf die Straßen-WM in Stuttgart Ende September vorzubereiten, bei der er zu den Favoriten gezählt hätte. "Wenn, dann fahre ich die Vuelta nur, um zu gewinnen. Aber drei Wochen Topform sind nicht optimal für die WM-Vorbereitung und wenn ich nur mitfahre, ist das auch nicht gut für Zuschauer und Rennen", sagte der 27-Jährige Anfang der Woche in einem Interview mit der Sportzeitung AS. Doch die UCI machte dem Spanier am Mittwoch einen Strich durch die Rechnung.

"Im Rahmen der genauen Prüfung der 6000-seitigen Puerto-Akten" fand der Weltverband plötzlich Dokumente, die offenbar belegen, dass Valverde wie seit über einem Jahr von vielen Medien gemutmaßt doch zu den Kunden des Dopingrings von Fuentes gehörte, den er noch aus dessen Zeit als Kelme-Teamarzt gut kannte. "Gemäß der UCI-Regeln und um die Atmosphäre und den Ruf der WM zu schützen, wird Alejandro Valverde die Teilnahme an der anstehenden WM verwehrt", teilte der internationale Radsportverband lapidar mit. Die UCI forderte den spanischen Radsportverband auf, ein Disziplinarverfahren zu eröffnen.

"Ohrfeige für die ganze Mannschaft"

Der WM-Ausschluss des spanischen Radprofis Alejandro Valverde durch den Rad-Weltverband UCI ist beim spanischen Nationaltrainer Francisco Antequera auf heftige Kritik gestoßen. «Das ist barbarisch. Wenn Valverde nicht fahren kann, ist das eine Ohrfeige für die gesamte Mannschaft», sagte Antequera der spanischen Sportzeitung «As» (DonnerstagAusgabe). Valverde sei nicht in die Operation Puerto der spanische Guardia Civil gegen den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes einbezogen. Antequera hatte angekündigt, den umstrittenen Profi für seine Auswahl nominieren zu wollen. (dpa)

Die Stuttgarter WM-Organisatoren hatten sich vor 15 Tagen öffentlich gegen einen Start Valverdes ausgeprochen, hatten aber keine Handhabe dagegen, als der spanische Radsportverband den Caisse d'Epargne-Star dennoch für die Nationalmannschaft nominierte. "Die deutschen Journalisten werden aggressive Fragen stellen, aber mehr wird nicht sein", meinte vor wenigen Tagen noch Spaniens Nationalcoach Antequera, Unmutsäußerungen der Fans gegen seine Mannschaft seien nur zusätzliche Motivation. Von der Entscheidung der UCI wurde der königliche spanische Radsportverband (RFEC) jetzt kalt überrascht. Am Mittwochabend reagierte der RFEC mit einer inhaltsleeren Erklärung, in der es hieß, man werde den Fall genau prüfen und sich dann wieder melden.

Im letzten September, vor der WM in Salzburg, hatte sich RFEC-Präsident Fulgencio Sanchez weit aus dem Fenster gelehnt im Fall Valverde. "Wir widersprechen den Bemerkungen in einigen Medien über die Verwicklung von Valverde in die Operacion Puerto", hatte Sanchez bei einer Pressekonferenz erklärt. "Das ist völlig falsch und dient der Verunsicherung der Fahrer", so Sanchez, der die demonstrative Unterstützung des spanischen "Nationalen Rates des Sports" genoss, der die Aufgaben eines Sportministerium wahrnimmt. "Wir stehen 100 Prozent hinter dem Verband", assistierte damals ein Vertreter der spanischen Regierung. Die Unterstützung war wohl etwas voreilig.

Und Contador?

Ähnlich schnell waren die Spanier in der Rückendeckung für Toursieger Alberto Contador, dessen Name ebenfalls von Beginn an im Zusammenhang mit dem Fuentes-Skandal gefallen war und der von deutschen Organisatoren zur unerwünschten Person erklärt wurde. Der Heidelberger Anti-Dopingkämpfer Werner Franke behauptet, die Vorwürfe gegen Contador seien in Spanien lediglich vertuscht worden. "Ich habe nie gedopt", erklärte Contador kurz nach der Tour in einer Pressekonferenz, bei der der spanische Sportminister Jaime Lissavetzki höchst persönlich  an der Seite des 24-Jährigen erschien und dem Toursieger vor den Objektiven der Fotografen und Kameraleutn demonstrativ die Hand reichte. Er habe die "völlige Unterstützung" von spanischem Radverband und Sportministerium, betonte Contador damals. Doch derlei Unterstüzung der spanischen Sportbehörden muss auch nicht viel heißen, wie der Fall Valverde nun zeigt.


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29.08.07 UCI findet nun doch Indizien gegen Valverde
26.08.07 WM in Stuttgart: Spanier nominieren Valverde und erwarten Buh-Rufe
14.08.07 Stuttgarter WM-Organisatoren gegen Start von Zabel und Valverde




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