BERLIN, 29.08.07 (dpa) -
Alejandro Valverde darf
nicht an der WM in Stuttgart Ende September
teilnehmen. Wie die UCI am Mittwoch mitteilte, hat
der Weltverband Belege für eine Verwicklung des Spaniers in den Skandal um den
Doping-Arzt Eufemiano Fuentes.
Der Rad-Weltverband UCI hat den umstrittenen
spanischen Profi Alejandro Valverde ausgebremst und ihm einen Start
bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart vom 25. bis 30. September
untersagt. Wie die UCI am Mittwoch mitteilte, gebe es Belege für die
schon lange vermutete Verwicklung Valverdes in den Skandal um den
spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes. Dies habe sich während des
Studiums der 6000 Seiten starken Akten zur sogenannten Operation
Puerto der spanischen Guardia Civil ergeben.
"Es gibt keinen Grund,
warum Valverde nicht an der WM teilnehmen
kann."
Spaniens Nationalcoach Antequera
am Wochenende gegenüber
der Sportzeitung AS
Die UCI leitete ein Disziplinar-Verfahren gegen Valverde ein und
forderte den spanischen Verband dazu auf, dies ebenfalls so schnell
wie möglich zu tun. Nationalcoach Paco Antequera hatte erklärt,
Valverde trotz des Widerstandes der Stuttgarter WM-Organisatoren
nominieren zu wollen. «Es gibt keinen Grund, warum Valverde nicht an
der WM teilnehmen kann. Er ist schon bei der Tour de France gefahren,
und da wurde der Fall millimetergenau geprüft», hatte Antequera vor
wenigen Tagen erklärt. Dagegen lehnte Stuttgarts Sportbürgermeisterin
Susanne Eisenmann die Nominierung erst am Dienstag erneut ab: «Ich
halte sie unter dem Gesichtspunkt des Neuanfangs für einen Fehler.»
Die UCI unterstrich in ihrer Erklärung, die Einleitung des
Verfahrens sei nicht mit einer Schuld von Valverde gleichzusetzen.
Doch neben den Belegen aus den Ermittlungsakten hatte der Verband
offenbar auch starke Befürchtungen, ein Start des Unerwünschten
könnte zu Unmutsäußerungen der Zuschauer führen und die Stimmung
vergiften. «Gemäß der UCI-Regeln und um die Atmosphäre und den Ruf
der WM zu schützen, wird Alejandro Valverde die Teilnahme an der
anstehenden WM verwehrt», hieß es dazu in der Mitteilung.
Valverde hat bisher bestritten, zu Fuentes' Kunden zu zählen und
zwei Tage vor dem Start der Tour de France die von den Veranstaltern
geforderte Ehrenerklärung unterschrieben. Vor dem Tour-Start war es
dann zum Eklat gekommen: Als er Fragen zum Thema Doping nicht
beantworten wollte, hatten etliche Journalisten seine Pressekonferenz
in London verlassen. In den sichergestellten spanischen Akten taucht
der Deckname «Piti» auf, den Fuentes angeblich für Valverde benutzt
haben soll. Zwei der ihm zugerechneten Blutbeutel sollen das
Dopingmittel EPO enthalten.
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