Das Tauziehen um Valverde geht weiter.
Nachdem der Weltverband UCI letzte Woche
noch einmal kategorisch festgestellt hat,
dass der Spanier
für die WM am 30.September "nicht selektionierbar" ist,
weil er unter dringendem Verdacht steht,
zu den Kunden des Dopingnetzwerks Fuentes gehört zu haben,
beharrte der spanische Verband (RFEC)
am Montag auf seiner Position.
"Wir ziehen das bis zum Ende durch",
sagte RFEC-Präsident Fulgencio Sanchez
am zweiten Vuelta-Ruhetag in Granada.
Sein Verband, Valverde selbst
und dessen Caisse d'Epargne-Mannschaft seien bereit,
vor das internationale Sportschiedsgericht
(TAS) in Lausanne zu ziehen.
Notfalls werde man auch
ordentliche Zivilgerichte anrufen,
betonte Sanchez.
Ende August hatte der
Weltverband überraschend angekündigt,
dass bei Sichtung
der 6000-seitigen Ermittlungsakten
der Fuentes-Affäre Indizien dafür aufgetaucht seien,
dass Alejandro Valverde in
den Dopingskandal verwickelt ist.
Dies hatten viele Medien bereits
seit Jahr und Tag behauptet.
In den Aufzeichnungen
des Dopingarztes tauchen die Kürzel "Valv."
und "Piti" (der Name von Valverdes Hund)
auf, die dem Caisse d'Epargne-Star
zugerechnet wurden.
Die UCI ist sich offenbar sehr sicher, dass Valverde
tatsächlich Fuentes-Kunde war.
In einem Brief an den spanischen Verband,
dessen Inhalt am Montag die französische Agentur
AFP veröffentlichte,
führte die UCI nochmal alle
Indizien auf.
Da ist etwa ein abgehörtes
Telefongespräch, in
dem Fuentes Valverde erwähnt,
da ist der bekannte ominöse Zettel,
den Fuentes bei seiner Verhaftung
dabei hatte und auf dem handschriftlich
der Name Valverde vermerkt ist.
Und zu der Sache mit dem Hundenamen
erinnerte die UCI in ihrem Brief an die Spanier,
dass in den Fällen
Jaksche und Basso, "gegen die auch nicht mehr
vorlag" (UCI) Fuentes
die Namen von deren Vierbeinern ("Bella", "Birillo")
als Codenamen benutzt hatte.
Im übrigen, schrieb die UCI
an den RFEC, könne man
per DNS-Abgleich schnell
feststellen, ob an den Vorwürfen
etwas dran ist. An einer
solchen Klärung aber
scheinen die spanischen Sportbehörden
merkwürdigerweise nicht interessiert.
Die UCI hatte gegen Valverde unter
Bezug auf Artikel 9.2.002 ihres Reglements,
wonach ein Fahrer, gegen den wegen Dopings
ermittelt wird, von seinem Verband nicht für Weltmeisterschaften
selektioniert werden kann,
ein WM-Startverbot ausgesprochen und
den spanischen Radsportverband (RFEC) aufgefordert,
ein Verfahren zu eröffnen.
In Spanien genießt
Valverde jedoch weiterhin die Rückendeckung
der Sportbehörden und
der RFEC weigert sich,
ein Verfahren zu eröffnen.
Die Spanier beharren zudem auf
die WM-Nominierung
Valverdes. Das endgültige
Aufgebot für Stuttgart
müssen die Verbände bis zum 18.September bekanntgeben.
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