Auf Antrag der UCI wird
die B-Probe von Iban Mayo,
der während der letzten Tour
de France positiv war auf
das Blutdopingmittel EPO,
nun noch einmal
von einem französischen Labor analysiert,
obwohl ein Institut in Gent
(Belgien) den Fall bereits
im Oktober nach einem "nicht-schlüssigen"
Resultat geschlossen hatte.
Der spanische Radsportverband
gab darauf
bekannt, der Fall sei
erledigt.
Die UCI dementierte dies
einen Tag später.
Die Verantwortlichen des spanischen Radsports
"kämpfen nicht gegen Doping", hatte
UCI-Präsident Pat McQuaid
letzte Woche bei einer
internationalen Konferenz
erklärt, bei der die Chefs
der beiden Verbände es tunlichst vermieden,
sich die Hand zu reichen.
Zwischen internationalem Radverband
und den Spaniern,
die noch nie zu den Vorreitern
im Kampf gegen Doping zählten,
herrscht kalter Krieg.
"Wir sind nicht solidarisch
mit den Rennfahrern, wir versuchen lediglich
das Recht in kohärenter
Weise anzuwenden", verteidigt
sich Eugenio Bermudez,
der Generalsektretär des
königlich-spanischen Radsportverbands
(RFEC) gegen die Vorwürfe.
Das Vorgehen der UCI im Fall Mayo
kommentiert Bermudez so:
"Wenn Herrn McQuaid die
Gegenprobe nicht gefällt,
entscheidet er für eine neue."
Schwerwiegender als der Fall Mayo
ist die ewige Fuentes-Affäre.
Während Jan Ullrich und
Ivan Basso für ihre Sünden
büßen,
scheint der größte Dopingskandal
des Radsports aller Zeiten
für die meisten
spanischen Hauptverdächtigen
ohne Folgen zu bleiben.
Der spanische Sportminister Jaime Lissavetzky
wiederholte vorige Woche
bei der Dopingkonferenz in Madrid,
der Regierung seien die Hände gebunden,
wenn die unabhängige
Justiz anders entscheidet.
Ein Madrider Gericht hatte Anfang des Jahres geurteilt,
dass die von der Justiz im Rahmen
der "Operacion Puerto" gewonnenen
Informationen nicht in
sportrechtlichen Disziplinarverfahren verwendet werden dürfen.
Gegen diese Entscheidung wurde
Berufung eingelegt und
frühestens Mitte Januar 2008
wird man wissen, ob dies der
Schlusspunkt war oder
ob doch eine Wiedereröffnung
der Sportverfahren möglich ist.
Die spanischen Sportverbände
sehen sich derzeit nicht imstande,
gegen die mutmaßlichen
Fuentes-Kunden - allen voran
Caisse d'Epargne-Star
Alejandro Valverde -
vorzugehen.
Die UCI sieht es als erwiesen
an, dass Valverde an den Blutpanschereien
des Dr.Fuentes beteiligt war und
forderte die Spanier vor der WM in Stuttgart
auf, gegen Valverde aktiv zu werden.
Die aber taten das nicht und nominierten
Valverde für die WM.
"Wir hätten gegen geltendes Recht
verstoßen, denn wir hätten
die Dokumente verwenden müssen,
die wir aber nicht verwenden dürfen.
Das wurde 1000 Mal gesagt",
verteidigt Bermudez
die Untätigkeit des Verbands,
die Sportminister Lissavetzky
billigt. "Wenn Herr McQuaid
und sein spanischer Superanwalt
bessere Ideen haben, sind sie willkommen",
sagt Bermudez sarkastisch.
Ratlos scheint jedoch auch die
UCI zu sein. Der Weltverband,
der die Spanier so stigmatisiert,
traut sich nicht, von
Valverde einen DNS-Abgleich
zu verlangen, mit dem
schnell zu klären wäre,
ob dessen Blut unter den gefundenen Fuentes-Blutkonserven
war. In der "Ehrenerklärung", die
die UCI vor der Tour de France
allen Fahrern abverlangte,
hat sich auch Valverde
zu einem solchen DNS-Test bereiterklärt.
Doch die UCI fürchtet offenbar,
dass diese "Ehrenerklärung" vor einem
spanischen ordentlichen Gericht
nicht Bestand haben würde.
Und so können sich Valverde
und die anderen mutmaßlichen spanischen
Fuentes-Kunden erst einmal in Ruhe auf die nächste Saison vorbereiten.
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