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Die Fälle Valverde und Mayo
"Spanier kämpfen nicht gegen Doping"


IM ZWIELICHT: SPANISCHE STARS MAYO UND VALVERDE (vorn) Foto: Roth

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MADRID, 22.11.07 (rsn) - Die weiter schwelenden Affären um die spanischen Radstars Alejandro Valverde und Iban Mayo sorgen für Zwist zwischen den Sportbehörden Spaniens und dem Weltverband UCI, der ungeduldig auf die Wiedereröffnung der in Madrid zu den Akten gelegten Untersuchungen in der "Operacion Puerto" pocht. Die UCI forderte vor dem internationalen Sportschiedsgericht (TAS) eine zweijährige Sperre gegen Valverde wegen dessen mutmaßlicher Verstrickung in das Dopingnetzwerk von Dr.Fuentes. Die Spanier sehen darin eine Hexenjagd und verstehen genausowenig, warum die UCI den Fall Mayo nicht schließen mag.

Auf Antrag der UCI wird die B-Probe von Iban Mayo, der während der letzten Tour de France positiv war auf das Blutdopingmittel EPO, nun noch einmal von einem französischen Labor analysiert, obwohl ein Institut in Gent (Belgien) den Fall bereits im Oktober nach einem "nicht-schlüssigen" Resultat geschlossen hatte. Der spanische Radsportverband gab darauf bekannt, der Fall sei erledigt. Die UCI dementierte dies einen Tag später.

Die Verantwortlichen des spanischen Radsports "kämpfen nicht gegen Doping", hatte UCI-Präsident Pat McQuaid letzte Woche bei einer internationalen Konferenz erklärt, bei der die Chefs der beiden Verbände es tunlichst vermieden, sich die Hand zu reichen. Zwischen internationalem Radverband und den Spaniern, die noch nie zu den Vorreitern im Kampf gegen Doping zählten, herrscht kalter Krieg.

"Wir sind nicht solidarisch mit den Rennfahrern, wir versuchen lediglich das Recht in kohärenter Weise anzuwenden", verteidigt sich Eugenio Bermudez, der Generalsektretär des königlich-spanischen Radsportverbands (RFEC) gegen die Vorwürfe. Das Vorgehen der UCI im Fall Mayo kommentiert Bermudez so: "Wenn Herrn McQuaid die Gegenprobe nicht gefällt, entscheidet er für eine neue."

Schwerwiegender als der Fall Mayo ist die ewige Fuentes-Affäre. Während Jan Ullrich und Ivan Basso für ihre Sünden büßen, scheint der größte Dopingskandal des Radsports aller Zeiten für die meisten spanischen Hauptverdächtigen ohne Folgen zu bleiben. Der spanische Sportminister Jaime Lissavetzky wiederholte vorige Woche bei der Dopingkonferenz in Madrid, der Regierung seien die Hände gebunden, wenn die unabhängige Justiz anders entscheidet. Ein Madrider Gericht hatte Anfang des Jahres geurteilt, dass die von der Justiz im Rahmen der "Operacion Puerto" gewonnenen Informationen nicht in sportrechtlichen Disziplinarverfahren verwendet werden dürfen. Gegen diese Entscheidung wurde Berufung eingelegt und frühestens Mitte Januar 2008 wird man wissen, ob dies der Schlusspunkt war oder ob doch eine Wiedereröffnung der Sportverfahren möglich ist.

Die spanischen Sportverbände sehen sich derzeit nicht imstande, gegen die mutmaßlichen Fuentes-Kunden - allen voran Caisse d'Epargne-Star Alejandro Valverde - vorzugehen. Die UCI sieht es als erwiesen an, dass Valverde an den Blutpanschereien des Dr.Fuentes beteiligt war und forderte die Spanier vor der WM in Stuttgart auf, gegen Valverde aktiv zu werden. Die aber taten das nicht und nominierten Valverde für die WM. "Wir hätten gegen geltendes Recht verstoßen, denn wir hätten die Dokumente verwenden müssen, die wir aber nicht verwenden dürfen. Das wurde 1000 Mal gesagt", verteidigt Bermudez die Untätigkeit des Verbands, die Sportminister Lissavetzky billigt. "Wenn Herr McQuaid und sein spanischer Superanwalt bessere Ideen haben, sind sie willkommen", sagt Bermudez sarkastisch.

Ratlos scheint jedoch auch die UCI zu sein. Der Weltverband, der die Spanier so stigmatisiert, traut sich nicht, von Valverde einen DNS-Abgleich zu verlangen, mit dem schnell zu klären wäre, ob dessen Blut unter den gefundenen Fuentes-Blutkonserven war. In der "Ehrenerklärung", die die UCI vor der Tour de France allen Fahrern abverlangte, hat sich auch Valverde zu einem solchen DNS-Test bereiterklärt. Doch die UCI fürchtet offenbar, dass diese "Ehrenerklärung" vor einem spanischen ordentlichen Gericht nicht Bestand haben würde. Und so können sich Valverde und die anderen mutmaßlichen spanischen Fuentes-Kunden erst einmal in Ruhe auf die nächste Saison vorbereiten.


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