«Das sind lauter schöne Worte, die sie machen, aber mit all ihren
Ankündigungen haben sie es nicht geschafft, ihren Laden sauber zu
halten. T-Mobile macht sich ja damit nur noch lächerlich», sagte
Schenk der Münchner «Abendzeitung» (Donnerstag). «Man sieht einfach,
dass die ihre Leute nicht im Griff haben. Der wievielte Neuanfang war
das jetzt schon, den sie versprochen haben? Und jetzt erwischt es
schon wieder einen von ihnen.»
In diesem Interview und einem Gespräch mit der Münchner «tz»
(Donnerstag) unterstellte die frühere Leichtathletin dem positiv auf
Testosteron getesteten Radsportler indirekt Dummheit. «Ich habe bei
Sinkewitz nie ein gutes Gefühl gehabt. Was mich aber total
überrascht, ist, dass jemand jetzt noch so blöd sein kann. Und das
auch noch ausgerechnet als Fahrer des Teams T-Mobile, das sagt: Jetzt
haben wir es im Griff», sagte Schenk.

Foto: Roth
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Dass Sinkewitz neben der drohenden Sperre auch sein Jahresgehalt
bezahlen muss, erwartet sie nicht. «Schwachsinn. Er hat ja nicht vor
dem 8. Juni, dem Tag der Dopingkontrolle, unterschrieben. Diese
Erklärung gilt sicher nicht rückwirkend, juristisch wird das kaum zu
halten sein», sagte Schenk in der «Abendzeitung» und mahnte die
Sponsoren zu mehr Pflicht. «Wenn ich mir ein Team wie Astana
anschaue, denen geht es nicht um Moral und Ethik, sondern nur um ihr
Kasachstan berühmt zu machen.»
Zweifel äußerte Schenk in der «tz» auch an Andreas Klöden. «Ich
werde bei keinem sagen: Der hat gedopt. Allerdings: Bei Klöden habe
ich auf Grund seiner abwiegelnden Haltung - und weil er Ullrich so
lang die Stange gehalten hat - ein sehr ungutes Gefühl», betonte die
Ex-Präsidentin, die auch bei Jung-Profi Linus Gerdemann «kein tolles»
Gefühl hat. Zudem bezweifelt sie die Vollständigkeit der
Doping-Beichten von Rolf Aldag und Erik Zabel. «In der Öffentlichkeit
haben sie mit Sicherheit nicht alles gesagt. Ich will wissen, was in
den letzten fünf Jahren war. Also alles, was noch nicht verjährt ist.
Man braucht diese Informationen, um die Kontrollen zu verbessern.»
Den vorläufigen Ausstieg von ARD und ZDF aus der Berichterstattung
von der Tour de France begrüßte Schenk. Im rbb-Rundfunksender
Inforadio, sagte sie, finanzieller Druck könne bewirken, dass Doping
im Sport aufhört. «Immerhin kostet ja Doping eine Menge Geld, und es
sind die Sponsoren und die Fernsehsender, die das Geld in den Sport
bringen, also offensichtlich muss man erst das Geld rausholen, damit
ein Nachdenken einsetzt und damit die finanziellen Möglichkeiten gar
nicht mehr so da sind zu dopen», sagte Schenk.
Die frühere BDR-Präsidentin forderte zugleich personelle
Konsequenzen: «Jetzt sollten wir mal mit dem Radsport anfangen und
dort ein Signal setzen, weil der Leidensdruck da sicherlich mit am
größten ist, und ich würde die Köpfe austauschen. Solange immer noch
Köpfe da sind, die jahrelang in dem System waren und es
offensichtlich auch noch weitertragen, wird sich nichts ändern.»
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