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Dopingfall Sinkewitz
Sinkewitz will "gemeinsame Lösungen" suchen


Foto: Roth

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HAMBURG, 24.07.07 (dpa) - Der Anwalt von Patrik Sinkewitz, Michael Lehner, hat eine konstruktive Mitarbeit des unter Dopingverdacht stehenden Radfahrers angekündigt.

«Er ist bereit, an gemeinsamen Lösungen mitzuwirken», teilte Lehner in einer Presseerklärung am Dienstag mit. Sinkewitz, der nach seinem Unfall bei der Tour-de-France am Samstag aus dem Krankenhaus entlassen worden war, befinde sich auf dem Wege der gesundheitlichen Besserung.

«Es kann sich nunmehr mit Unterstützung und Rückhalt seiner Familie und nach anwaltlicher Beratung offensiv den gegen ihn erhobenen Vorwürfen stellen. Er wird den Sachverhalt in den kommenden Tagen mit dem T-Mobile-Team und dem Bund Deutscher Radfahrer erörtern», teilte Lehner mit.

Der Sinkewitz-Anwalt ließ am Dienstag in einem Interview mit dem Fernsehsender N24 offen, ob sein Mandant die so genannte Kronzeugen- Regelung in Anspruch nehmen wolle. «Das sind Spekulationen, an denen wir uns nicht beteiligen.» Lehner hatte am Sonntag erklärt, dass er den von ihm vertretenen Sportlern immer dazu rate, zu gestehen, wenn es etwas zu gestehen gibt. «So habe ich auch Patrik beraten», sagte der Heidelberger Sportrechtler. Lehner hatte auch den ehemaligen Telekom-Profi Jörg Jaksche bestärkt, eine Doping-Beichte abzulegen.

Ungeklärt ist, ob und wann die B-Probe von Sinkewitz geöffnet wird. «Die Entscheidung fällt in den nächsten Tagen», betonte Lehner. «Eine nicht geöffnete B-Probe ist wie eine positive Probe. Das würde die sofortige Kündigung bedeuten», sagte Christian Frommert, der Leiter der Kommunikationsabteilung von T-Mobile der Deutschen Presse- Agentur. Nach Angaben von BDR-Präsident Rudolf Scharping soll die B-Probe am Dienstag oder Mittwoch der kommenden Woche geöffnet werden. Dies gab Scharping am Dienstag am Ruhetag der Tour de France in Pau bekannt. Lehner habe ihm dies mitgeteilt, sagte Scharping.

Das Team, das Sinkewitz nach der positiven A- Probe vorerst suspendierte, wohnte am zweiten Ruhetag der Tour im selben Hotel in Pau, in dem am 8. Juni die unangemeldeten Kontrollen der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA bei fünf T-Mobile-Fahrern vorgenommen worden waren.

Linus Gerdemann, der bei seinem Tour-Debüt einen Etappensieg feierte und 24 Stunden lang das Gelbe Trikot trug, erinnerte sich am Dienstag an den 8. Juni: «Wir kamen vom Training aus den Pyrenäen und waren ganz schön kaputt. Ich wurde als erster getestet. Sicherlich hat sich formal nicht alles regelgerecht abgespielt, die Probe wurde auf der öffentlich zugänglichen Toilette des Hotels vorgenommen. Aber ich habe mir damals keinen Kopf darum gemacht und auch verzichtet, die besonderen Umstände der Kontrolle auf einem beigefügten Papier zu vermerken».

Sportdirektor Rolf Aldag, der seit seinem Geständnis im Mai Erfahrung im Beichten hat, machte Sinkewitz Mut, sich zu offenbaren. «Ich habe Patrik dazu angehalten, die Wahrheit zu sagen», sagte Aldag, der Sinkewitz in der vergangenen Woche im Krankenhaus in der Hamburger Unfall-Klinik Boberg besucht hatte. «Ich war zehn Jahre ein nicht-geständiger Doping-Sünder, habe gestanden, und bin jetzt Sport- Direktor bei T-Mobile», erklärte Aldag. «Wir brauchen aber klare Aussagen von Sinkewitz.»


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