In einem Telefonat im Mai mit
der ehemaligen Verbands-Präsidentin Sylvia Schenk hätte der Ex-Profi,
der Doping in den 90er Jahren gestanden hat, erfahren, dass es schon
lange zurückliegende Verdachtsmomente gegen Sinkewitz gebe. Das
bestätigte Aldag am Donnerstag vor dem Start der 11. Etappe der Tour
de France in Marseille. Daraufhin habe Aldag bei Burkhardt Bremer,
dem Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) nachgefragt.
«Bremer sagte mir deutlich, dass gegen Sinkewitz bei der WM 2000
in Plouay nichts Auffälliges vorgelegen hat», berichtete Aldag.
Sinkewitz, der am Mittwoch nach einer positiven A-Probe auf
Testosteron von seinem Bonner Team suspendiert wurde, war vor sieben
Jahren als U23-Fahrer nach dem Zeitfahren in Plouay vom
BDR zurückgezogen worden. «Aber nur, weil er krank war», meinte
Bremer. Gerüchten zu Folge soll Sinkewitz im WM-Trainingslager in
Colorado/USA erhöhte Hämatokritwerte aufgewiesen haben, die auf
EPO-Doping hätten hindeuten können. «Auf der Basis dieser
Verdächtigungen kann ich keinen Fahrer diskreditieren», meinte Aldag.
Aldag widersprach am Donnerstag in Marseille Aussagen des
ARD-Magazins «Kontraste» vom Vorabend, dass Sinkewitz zu drei Tests
der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA in diesem Frühjahr nicht
angetroffen worden sei, und es sich so um «missed Tests» gehandelt
habe. «Das ist falsch», sagte Aldag. Beim ersten Test sei der
inzwischen suspendierte T-Mobile-Profi bei der Baskenland-Rundfahrt
im Einsatz gewesen, bei den anderen beiden Kontrollen sei die
24-Stunden-Regel nicht eingehalten worden. Aldag: «Die Kontrolleure
waren morgens da, als Patrik trainierte, am Abend hätten sie ihn
angetroffen, aber da waren sie wieder weg.»
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