Wie der BDR am Mittwoch unter Berufung auf die Nationale Anti-
Doping-Agentur (NADA) mitteilte, ist Schumachers Urinprobe vom 25.
September in Köln untersucht worden. Das Kölner Labor habe den
negativen Befund der NADA mitgeteilt. Schumacher war bei der selben
Kontrolle allerdings auch Blut abgenommen worden, das laut NADA in
mehreren Parametern abweichende Werte gezeigt hatte. Der BDR hatte
jedoch nicht von einem Dopingfall gesprochen.
«Wenn es vielleicht auch einigen nicht passen mag, es gibt keinen
Dopingfall Stefan Schumacher», schrieb der Nürtinger in einer
Erklärung. «Mir Manipulation zu unterstellen und dazu noch die
Hypothese zu verbreiten, meine Eltern seien womöglich meine
Dopinghelfer gewesen, das ist der absolute Wahnsinn«, erklärte
Schumacher und wendete sich damit gegen Äußerungen des Nürnberger
Wissenschaftlers Fritz Sörgel in der «Welt» (Mittwoch-Ausgabe). Der
Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische
Forschung in Nürnberg war ehemals Mitglied in der Anti-Doping-
Kommission des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR). Schumachers Manager
Heinz Betz fügte hinzu: «Sörgel hat ein tierisches Problem bekommen.
Unser Rechtsanwalt ist bereits dran.»
Schumacher führt die Werte auf eine Durchfallerkrankung zurück und
hatte ein Blutbild erstellen lassen, um die Ursache der Infektion
festzustellen. «Die WM war mein großes Ziel, meine Vision. Durch die
Erkrankung wäre jedoch schon fast alles aus gewesen. Eine Nacht und
einen halben Tag habe ich auf der Toilette verbracht», schrieb er.
Er hatte sich nach seinen auffälligen Werten sofort einer
unangekündigten Kontrolle unterziehen müssen. Außerdem hatte der
Weltverband UCI zwei Tage vor Schumachers Bronze-Fahrt in Stuttgart
einen unangekündigten Test veranlasst. Der Vorsitzende des
Bundestags-Sportausschusses, Peter Danckert, sprach von
Hämatokritwerten von 51 und 50 Prozent und erklärte, Schumacher hätte
eigentlich für die WM mit einer Schutzsperre belegt werden müssen.
Einen Hämatokritwert von angeblich 51 mit einer
Durchfallerkrankung zu begründen sei absurd, sagte Sörgel in der
«Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Mittwoch-Ausgabe). Er warf dem BDR
und der UCI vor: «Die wollten was vertuschen, das ist
offensichtlich.» Schumacher wies darauf hin, er habe seine Blutwerte
BDR und UCI vor dem WM-Rennen offen gelegt. Die UCI sei zum Schluss
gekommen, ihn starten zu lassen.
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