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Straßen-WM in Stuttgart
Schäuble: "Spektakuläre WM-Absage für Neuanfang"

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BERLIN, 06.07.07 (rsn) - Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) schließt eine Absage der Straßen-WM nicht aus, die im September in Stuttgart stattfinden soll: "Die WM in Stuttgart ist in einer kritischen Situation. Es ist nicht auszuschließen, dass auch die lokalen Organisatoren alles überdenken", sagte Schäuble in einem Gespräch mit dem Berliner Tagesspiegel (Samstag-Ausgabe).

"Stuttgart will sicher nicht seinen Ruf als Sportstadt riskieren, indem es die letzte spektakuläre Veranstaltung einer im Dopingsumpf untergehenden Sportart ausrichtet", so der Politiker. Die Straßen-WM sei jedenfalls noch lange nicht über den Berg. Schäuble: "Ich phantasiere jetzt mal: Vielleicht kommt man sogar zu der Erkenntnis, dass man für einen Neuanfang eine spektakuläre Absage braucht."

Das Bundesinnenministerium will die WM eigentlich mit 150 000 Euro unterstützen, hält die Fördermittel aber derzeit zurück. "Wir werden keine öffentlichen Mittel für eine WM bereitstellen, die das Doping fördert. Wenn die Rad-WM noch verantwortbar sein will, muss sie sichtbar anders sein als andere Radsport-Ereignisse", sagte Schäuble dem Tagesspiegel.

Am Montag wird sich Schäuble mit den Präsidenten des internationalen und des deutschen Radsport-Verbandes, Pat McQuaid und Rudolf Scharping, treffen und sich von ihnen ihr Konzept erläutern lassen. Der Minister schlug vor, die Dopingkontrollen in Stuttgart von der Welt-Anti-Doping-Agentur durchführen zu lassen. "Das fände ich besser, als wenn das die Fachverbände übernehmen."

Die Stadt Stuttgart fordert unterdessen vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR), Erik Zabel nicht für die WM vom 25. bis 30. September zu nominieren. Stuttgarts Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann sagte in einem Interview mit den Stuttgarter Nachrichten (Samstagsausgabe): «Der Ansatz des Internationalen Olympischen Komitees ist richtig: Wer jemals gedopt hat, wird von den Olympischen Spielen ausgeschlossen. Das ist eine Erwartung, die ich auch für eine Rad-WM des Neuanfangs hege.»

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des IOC halte sie deshalb «den Start von Zabel für nicht denkbar». Zabel hatte bei einer Pressekonferenz am 24. Mai gestanden, bei der Tour de France 1995 das Dopingmittel EPO genommen zu haben. Daraufhin hatte sich die Stadt Stuttgart bereits von Zabel als WM-Botschafter getrennt.


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