Search
      Startseite | News | Ergebnisse | Fahrer | Teams | Kalender | Features | Archiv | Downloads | LIVE-Ticker

Letzte Meldungen:    

Copyright © 1996-2006 by Radsport-News.com.
Alle Rechte vorbehalten.

Druckversion    Artikel versenden    Feedback
"D'Hondt hat keine Beweise"
Riis wehrt sich gegen Dopingvorwürfe von Ex-Pfleger


Foto: Roth

ANZEIGE
KOPENHAGEN, 27.03.07 (dpa) - Der dänische Ex-Profi und jetzige Rennstall-Besitzer Bjarne Riis (42) hat massive Dopingvorwürfe seines Ex-Masseurs Jeff d'Hondt zurückgewiesen. «Er hat keine Beweise für seine Behauptungen», erklärte Riis am Dienstag.

Der frühere belgische Masseur des deutschen Teams Telekom hatte in einem heimischen TV- Programm erklärt, Riis sei bei seinem Sieg 1996 bei der Tour de France «randvoll» mit dem verbotenen Ausdauermittel EPO gewesen.

"Monsieur 60 Prozent" Neu oder überraschend sind die Vorwürfe gegen Riis nicht. Als er die Tour de France gewann, hatte der damalige Telekom-Profi im Peloton den Spitznamen "Monsieur 60 Prozent", weil die Kollegen raunten, Riis übertreibe es beim EPO-Gebrauch mitunter. (rsn)

Schillernder d'Hondt
Joseph Leon "Jeff" d'Hondt war im Festina-Prozess einer der Angeklagten. Seit 1964 hatte er als Pfleger gearbeitet und betreute von Freddy Maertens bis Walter Godefroot, von Richard Virenque bis Erik Zabel so ziemlich jeden. Er galt einmal als ein Mythos in seinem Metier. (rsn)

D'Hondt berichtete in dem Interview, dass Riis einen extrem hohen und akut gefährlichen Hämatokritwert (Anteil der roten Blutkörperchen im Blut) von 64 gehabt habe und in der letzten Tour-Woche unter akuten Gichtsymptomen litt. «Ich hab ihm gesagt, dass er aufpassen soll», sagte d'Hondt. Er war 1998 von Fahrern der wegen Dopings von der Tour ausgeschlossenen Festina-Mannschaft als zentraler Beschaffer von Dopingpräparaten bezeichnet worden (s.a. Archiv).

«Er hatte überall Gicht und konnte seine Füße kaum noch bewegen. Es war unglaublich», sagte d'Hondt über Riis. Beweise könne er nicht mehr vorlegen, weil er diese bei den Polizeiermittlungen gegen Festina verbrannt habe. Das 1996 bei Dopingkontrollen noch nicht nachweisbare EPO sei von der Universität Freiburg gekommen.

Riis reagierte auf diese Angaben mit der Erklärung, er habe «nie engen Kontakt zu d'Hondt gehabt». Riis ist inzwischen Eigner und Chef des dänischen Profi-Rennstalls CSC und versucht sich international als Vorreiter im Kampf gegen das Doping zu profilieren. Sein Tour- Sieg für den deutschen Rennstall Telekom 1996 wurde immer wieder angezweifelt, weil Riis innerhalb kurzer Zeit und als schon 32- Jähriger seine Leistung plötzlich und fast explosionsartig steigern konnte.

D'Hondt gab in dem belgischen Programm «Panorama» an, dass der damalige Telekom-Chef Walter Godefroot zunächst gegen EPO gewesen sei. Als dann aber Uwe Ampler dadurch immer schneller gefahren sei, habe er «dem Druck der Fahrer nachgegeben». Stets die Einnahme von EPO verweigert habe der damalige Sprinterkönig Erik Zabel.

Riis meinte dazu: «Es wird immer welche geben, die Kapital aus solchen Erzählungen aus der Vergangenheit schlagen wollen. Ich will lieber für die Arbeit und die Resultate beurteilt werden, die ich jetzt mit meiner Mannschaft vorlege.»


Druckversion    Artikel versenden    Feedback




Startseite | News | Ergebnisse | Fahrer | Teams | Kalender | Features | Downloads | LIVE-Ticker

© 1996-2007 Radsport-News.com