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Tests aber nicht "positiv"
Tour: Rasmussen hatte künstliches EPO im Urin


Foto: Roth

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PARIS, 28.09.07 (rsn) - Der Däne Michael Rasmussen, der bei der Tour de France vor dem Sieg stand, dann von seinem Team zurückgezogen wurde, weil bekannt wurde, dass er sich in der Vorbereitung vor Dopingkontrolleuren versteckte, war bei Tests während der Tour auffällig auf künstliches EPO.

Die Pariser Sportzeitung L'Equipe berichtet, dass mehrere "negative" Dopingproben Rasmussens während der Tour de France so genanntes Dynepo enthielten, eine neue Variante des Hormons, für das die Dopingkontrollen noch nicht angepasst wurden. Das Antidopinglabor in Châtenay-Malabry bei Paris, das die Kontrollen der Tour analysiert, informierte die UCI über den Befund.

Unbestreitbar sei "die Präsenz von Dynepo nachgewiesen", aber nach den technischen Empfehlungen der Weltantidopingagentur (WADA) sei es "unmöglich, diese Tests juristisch positiv zu erklären", meldete das Labor an den Weltverband. Dynepo ist mit den seit 2000 zur Verfügung stehenden Urintests nachweisbar, kann aber nicht zu einem formalen "positiven" Ergebnis führen, weil die entsprechenden Parameter dafür im offiziellen Meldebericht nicht vorgesehen sind.

"Dynepo" wird aus menschlichen Zellen hergestellt, nicht aus tierischen wie das bisher übliche Medikament. Die neue Variante ist erst seit einigen Monaten auf dem Markt, wird aber offenbar schon fleißig zweckentfremdet von Radsportlern. Der Fall Rasmussen war nicht der einzige, in dem das französische Labor Dynepo entdeckte. Mindestens zehn Mal sei die neue Variante nachgewiesen worden, als Dopingfälle konnten sie nicht behandelt werden. "Die Kriterien für einen positiven Fall, die die WADA aufgestellt hat sind nicht mehr geeignet für die Neuerungen auf dem Pharma-Markt", bedauerte Pierre Bordry, der Vorsitzende des französischen Antidopingrates.

Die UCI zählt "Dynepo" zur "nächsten Generation des Dopings", weil die Muskeln noch effektiver mit Sauerstoff versorgt werden als durch alle anderen EPO-Mittel. Bereits bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City soll das Präparat erstmals verwendet worden sein. "Dynepo" ist in der Europäischen Union zur Behandlung von Anämien in Verbindung mit Nierenerkrankungen zugelassen.

Michael Rasmussen war am 25.Juli von seinem Rabobank-Team während der Tour suspendiert worden, weil er falsche Angaben über seinen Trainingsort gemacht und damit Doping-Kontroll-Termine verpasst hatte. Der Däne, der vor dem Rauswurf den Tour de France-Sieg praktisch in der Tasche hatte, bestritt die Vorwürfe und sprach von "administrativen Fehlern". Mit Doping habe er nichts zu tun, beteuerte Rasmussen, der ein neues Team sucht.


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