Die Pariser Sportzeitung L'Equipe
berichtet, dass
mehrere "negative" Dopingproben Rasmussens
während der Tour de France
so genanntes Dynepo
enthielten, eine neue Variante
des Hormons, für
das die Dopingkontrollen noch nicht
angepasst wurden.
Das Antidopinglabor in
Châtenay-Malabry bei Paris,
das die Kontrollen
der Tour analysiert,
informierte die UCI
über den Befund.
Unbestreitbar sei "die Präsenz von Dynepo
nachgewiesen", aber nach den
technischen Empfehlungen
der Weltantidopingagentur
(WADA) sei es "unmöglich,
diese Tests juristisch positiv
zu erklären", meldete
das Labor an den Weltverband.
Dynepo ist mit den
seit 2000 zur Verfügung stehenden
Urintests nachweisbar,
kann aber nicht zu einem formalen "positiven"
Ergebnis führen, weil
die entsprechenden
Parameter dafür im offiziellen
Meldebericht nicht vorgesehen sind.
"Dynepo" wird aus menschlichen Zellen hergestellt,
nicht aus tierischen wie
das bisher übliche Medikament.
Die neue Variante ist erst seit
einigen Monaten auf dem Markt,
wird aber offenbar schon
fleißig zweckentfremdet
von Radsportlern.
Der Fall Rasmussen war
nicht der einzige,
in dem das französische Labor Dynepo
entdeckte.
Mindestens zehn Mal sei
die neue Variante nachgewiesen worden,
als Dopingfälle konnten sie nicht behandelt werden.
"Die Kriterien für
einen positiven Fall,
die die WADA aufgestellt hat
sind nicht mehr geeignet für
die Neuerungen auf dem Pharma-Markt",
bedauerte
Pierre Bordry, der Vorsitzende
des französischen Antidopingrates.
Die UCI zählt "Dynepo" zur "nächsten Generation des Dopings", weil
die Muskeln noch effektiver mit Sauerstoff versorgt werden als durch
alle anderen EPO-Mittel. Bereits bei den Olympischen Winterspielen
2002 in Salt Lake City soll das Präparat erstmals verwendet worden
sein. "Dynepo" ist in der Europäischen
Union zur Behandlung von Anämien in Verbindung mit Nierenerkrankungen
zugelassen.
Michael Rasmussen
war am 25.Juli von seinem Rabobank-Team während der Tour suspendiert worden, weil er
falsche Angaben über seinen Trainingsort gemacht und damit
Doping-Kontroll-Termine verpasst hatte.
Der Däne, der vor dem Rauswurf
den Tour de France-Sieg praktisch in der
Tasche hatte, bestritt die Vorwürfe und
sprach von "administrativen Fehlern".
Mit Doping habe er nichts zu tun, beteuerte
Rasmussen, der ein neues Team sucht.
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