Erik Zabel, der mit drei Siegen
zu den Rekordhaltern des Herbstklassikers gehört,
hatte den Sprint vorbereitet
für Milram-Teamkollegen
Petacchi, der seit Jahren
dem ersten Erfolg bei dem Rennen
nachjagt.
Der auf der anderen Seite
der Zielgeraden
sprintende
Chicchi landete deutlich
geschlagen auf Platz 2.
Dem dreifachen Weltmeister Freire
blieb nur der dritte Rang vor
dem Niederländer Steven De
Jongh, nachdem er im Sprint von dem aus dem Pedal gerutschten Robbie McEwen behindert worden
war. Am Sieg von Petacchi
gab es aber so oder so nichts zu rütteln.

Foto: Roth
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"Erik (Zabel) hat hervorragende Arbeit gemacht im Finale",
sagte Petacchi. "Heute
bin ich nicht unglücklich darüber,
dass er mich 2003 hier geschlagen hat.
Ich habe damals einen Fehler gemacht, bin
zu früh angetreten.
Ich habe daraus gelernt und
bin dieses Mal zum genau richtigen Zeitpunkt
angetreten.
Ich habe viel gewonnen in meiner Karriere,
aber Siege sind immer etwas außergewöhnliches.
Im Finale hatte ich fünf Mann
an der Seite. Ongarato
hat hinter den Ausreißern Tempo gemacht,
Zabel hat mich lanciert.
So zu gewinnen,
wenn ein Champion wie er
für mich fährt, das ist doppelt soviel Wert", jubelte
der glückliche Sieger,
der seinen Edelhelfer
bald verlieren könnte.
Zabel wird nächste Saison
voraussichtlich
zu T-Mobile zurückkehren,
auch wenn Petacchi sich am Sonntag
zuversichtlich zeigte,
dass der Berliner seinen 2008 auslaufenden Vertrag bei Milram
erfüllen werde.
Bei seinem vielleicht letzten
Rennen an der Seite von Petacchi
stellte sich Zabel,
der auf die Chance auf einen historischen
vierten Tours-Triumph verzichtete,
ganz in den Dienst des Italieners.
"Das Rennen war heute ziemlich unübersichtlich und nervös, die
ersten 150 Kilometer waren eine reine Jagd, ich glaube, da hatten wir fast
einen 50er-Schnitt. Danach war das Feld dann etwas dezimiert und einige
waren ziemlich breit. So konnten wir im Finale unseren Zug auch nicht
richtig aufbauen, so wie Alessandro den am liebsten hat",
analysierte Zabel das Rennen.
"Marco Velo und
Alberto Ongarato mussten vorher schon richtig fahren. Ich bin dann gut 600
Meter vor dem Ziel zu Alessandro hin und habe ihn mitgenommen. Bei 500
Metern habe ich den Sprint gestartet und ihn bis 150 Meter vor dem Ziel
gebracht. Das war eigentlich der richtige Moment weil 500 Meter sind für
einen reinen Sprinter noch zu lang. So hat doch noch alles perfekt geklappt
und Alessandro hat das Ding souverän beendet."
Bei schönem Herbstwetter
hatte das Rennen sehr schnell begonnen
(Schnitt von 48,9 km/h in den ersten drei Stunden)
und die Sprinterteams kontrollierten
das Geschehen, obgleich es
mehrere Fluchtversuche
gab.
Nachdem
zwei große Ausreißergruppen vom Feld wieder gestellt worden waren,
setzten sich nach 130 Kilometern zunächst der Belgier Serge Pauwels,
der Franzose David Boucher sowie der Italiener Manuel Quinziato ab
und fuhren bei Rückenwind mehr als sieben Minuten Vorsprung heraus.
34 Kilometer vor dem Ziel musste Pauwels jedoch abreißen lassen, kurz
darauf konnte auch Boucher nicht mehr Quinziatos Tempo mitgehen.
Als letzter Ausreißer wurde
Quinziato
8km vor Schluss
von einem lang auseinander gezogenen
Feld gestellt, in dem
Quick Step mächtig Tempo machte
für den am Ende chancenlosen Gert Steegmans.

Foto: Roth
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Kurz nach dem Zusammenschluss
attackierte der Belgier Philippe Gilbert
(FdJ)
an der kleinen côte de l'Epan.
Der Niederländer Karsten Kroon (CSC) und
der italienische Puncheur Filippo Pozzato (Liquigas)
gingen mit,
während ein Konter des Schweizer Zeitfahr-Weltmeisters Fabian
Cancellara und des Spaniers Juan Antonio Flecha
fehlschlug.
Das Trio kam mit einem Dutzend
Sekunden Vorsprung auf
die 2400 Meter lange Zielgerade auf
der Avenue de Grammont.
Unter der Flamme rouge
war das jagende Feld wieder heran und
die Sprinter, die in den letzten
zwöf Jahren nur zwei Mal
bei ihrem Klassiker zum Zuge kamen,
machten den Sieg unter sich aus.
Petacchi trug sich zum ersten Mal in die
Siegerliste des Klassikers ein,
bei dem er 2003 von seinem einstigen
Rivalen und heutigen Edelhelfer Erik Zabel
auf Platz 2 verwiesen wurde.
Für den 33 Jahre alten
Ligurier, der beim letzten Giro
fünf Etappen gewann, war es der zweite
Klassiker-Triumph seiner Karriere nach
Mailand-San Remo 2005.
"Nach San Remo war dies mein schönster
Sieg, wenngleich ich eigentlich nicht all meine Siege
klassifizieren mag.
Da hat jeder seine eigene Geschichte"
meinte Petacchi,
für den dieser Sieg
in vieler Hinsicht ganz besonders war.
"Dies war die schwerste
Saison meiner Karriere.
Es begann schon letztes Jahr
mit meinem Kniebruch.
Nach dem Giro begannen dann neue
Probleme
und ich habe sehr schwere Zeiten durchgemacht,
auch wenn ich bei der Vuelta zwei Etappen gewonnen
habe.
Heute war das zweifellos der
beste Tag meines Jahres.
Das ist vielversprechend
im Hinblick auf 2008."
Auch wenn Petacchi seinen Sieg als gutes Omen nahm,
ist noch völlig offen,
ob er nächste Saison
ins Renngeschehen zurückkehren kann.
Petacchi war
nach der 11.Etappe des Giro,
nach dem dritten seiner fünf Siege,
mit dem Asthmamittel Salbutamol aufgefallen.
Für die Einnahme des Medikamentes
im Wettkampf hat Petacchi zwar
eine ärztliche Ausnahmegenehmigung.
Allerdings ist Salbutamol
auch dann nur bis zu einer gewissen Dosis
erlaubt.
In höherer Konzentration
hat Salbutamol anabole Wirkung.
Der italienische Radsportverband
hatte ihn freigesprochen
vom Dopingvorwurf,
das italienische olympische Komitee
ging dagegen in Berufung vor dem internationalen Sportschiedsgericht
(TAS).
"Ich möchte dazu weiter nichts sagen.
Die Sache wird
Ende November verhandelt und
ich kann nur hoffen,
dass die Geschichte schnell
zu Ende geht", sagte
Petacchi am Sonntag sichtlich genervt.
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