Search
      Startseite | News | Ergebnisse | Fahrer | Teams | Kalender | Features | Archiv | Downloads | LIVE-Ticker

Letzte Meldungen:    

Copyright © 1996-2007 by Radsport-News.com.
Alle Rechte vorbehalten.

fahrrad.de - Markenräder zu Spitzenpreisen
Druckversion    Artikel versenden    Feedback
Sprinter wieder erfolgreich gegen Puncheurs
Petacchi gewinnt erstmals Paris-Tours
Paris-Tours: Ergebnisse/Palmares


Foto: Roth

ANZEIGE
TOURS, 14.10.07 (rsn) - Die Zukunft von Sprinterstar Alessandro Petacchi, dem wegen einer Überdosis seines Asthma-Medikaments beim Giro noch eine Dopingsperre droht, ist weiter sehr ungewiss, doch dessen ungeachtet feierte der 33-Jährige am Sonntag erstmals den Sieg bei der 101.Auflage des französischen Klassikers Paris-Tours. Nach 256km setzte sich der Italiener nach Vorarbeit von Milram-Teamkollegen Erik Zabel im Massensprint durch vor seinem Landsmann Francesco Chicchi (Liquigas) und dem Spanier Oscar Freire (Rabobank).

Erik Zabel, der mit drei Siegen zu den Rekordhaltern des Herbstklassikers gehört, hatte den Sprint vorbereitet für Milram-Teamkollegen Petacchi, der seit Jahren dem ersten Erfolg bei dem Rennen nachjagt. Der auf der anderen Seite der Zielgeraden sprintende Chicchi landete deutlich geschlagen auf Platz 2. Dem dreifachen Weltmeister Freire blieb nur der dritte Rang vor dem Niederländer Steven De Jongh, nachdem er im Sprint von dem aus dem Pedal gerutschten Robbie McEwen behindert worden war. Am Sieg von Petacchi gab es aber so oder so nichts zu rütteln.


Foto: Roth
"Erik (Zabel) hat hervorragende Arbeit gemacht im Finale", sagte Petacchi. "Heute bin ich nicht unglücklich darüber, dass er mich 2003 hier geschlagen hat. Ich habe damals einen Fehler gemacht, bin zu früh angetreten. Ich habe daraus gelernt und bin dieses Mal zum genau richtigen Zeitpunkt angetreten. Ich habe viel gewonnen in meiner Karriere, aber Siege sind immer etwas außergewöhnliches. Im Finale hatte ich fünf Mann an der Seite. Ongarato hat hinter den Ausreißern Tempo gemacht, Zabel hat mich lanciert. So zu gewinnen, wenn ein Champion wie er für mich fährt, das ist doppelt soviel Wert", jubelte der glückliche Sieger, der seinen Edelhelfer bald verlieren könnte. Zabel wird nächste Saison voraussichtlich zu T-Mobile zurückkehren, auch wenn Petacchi sich am Sonntag zuversichtlich zeigte, dass der Berliner seinen 2008 auslaufenden Vertrag bei Milram erfüllen werde.

Bei seinem vielleicht letzten Rennen an der Seite von Petacchi stellte sich Zabel, der auf die Chance auf einen historischen vierten Tours-Triumph verzichtete, ganz in den Dienst des Italieners. "Das Rennen war heute ziemlich unübersichtlich und nervös, die ersten 150 Kilometer waren eine reine Jagd, ich glaube, da hatten wir fast einen 50er-Schnitt. Danach war das Feld dann etwas dezimiert und einige waren ziemlich breit. So konnten wir im Finale unseren Zug auch nicht richtig aufbauen, so wie Alessandro den am liebsten hat", analysierte Zabel das Rennen. "Marco Velo und Alberto Ongarato mussten vorher schon richtig fahren. Ich bin dann gut 600 Meter vor dem Ziel zu Alessandro hin und habe ihn mitgenommen. Bei 500 Metern habe ich den Sprint gestartet und ihn bis 150 Meter vor dem Ziel gebracht. Das war eigentlich der richtige Moment weil 500 Meter sind für einen reinen Sprinter noch zu lang. So hat doch noch alles perfekt geklappt und Alessandro hat das Ding souverän beendet."

Bei schönem Herbstwetter hatte das Rennen sehr schnell begonnen (Schnitt von 48,9 km/h in den ersten drei Stunden) und die Sprinterteams kontrollierten das Geschehen, obgleich es mehrere Fluchtversuche gab. Nachdem zwei große Ausreißergruppen vom Feld wieder gestellt worden waren, setzten sich nach 130 Kilometern zunächst der Belgier Serge Pauwels, der Franzose David Boucher sowie der Italiener Manuel Quinziato ab und fuhren bei Rückenwind mehr als sieben Minuten Vorsprung heraus. 34 Kilometer vor dem Ziel musste Pauwels jedoch abreißen lassen, kurz darauf konnte auch Boucher nicht mehr Quinziatos Tempo mitgehen. Als letzter Ausreißer wurde Quinziato 8km vor Schluss von einem lang auseinander gezogenen Feld gestellt, in dem Quick Step mächtig Tempo machte für den am Ende chancenlosen Gert Steegmans.


Foto: Roth
Kurz nach dem Zusammenschluss attackierte der Belgier Philippe Gilbert (FdJ) an der kleinen côte de l'Epan. Der Niederländer Karsten Kroon (CSC) und der italienische Puncheur Filippo Pozzato (Liquigas) gingen mit, während ein Konter des Schweizer Zeitfahr-Weltmeisters Fabian Cancellara und des Spaniers Juan Antonio Flecha fehlschlug. Das Trio kam mit einem Dutzend Sekunden Vorsprung auf die 2400 Meter lange Zielgerade auf der Avenue de Grammont. Unter der Flamme rouge war das jagende Feld wieder heran und die Sprinter, die in den letzten zwöf Jahren nur zwei Mal bei ihrem Klassiker zum Zuge kamen, machten den Sieg unter sich aus.

Petacchi trug sich zum ersten Mal in die Siegerliste des Klassikers ein, bei dem er 2003 von seinem einstigen Rivalen und heutigen Edelhelfer Erik Zabel auf Platz 2 verwiesen wurde. Für den 33 Jahre alten Ligurier, der beim letzten Giro fünf Etappen gewann, war es der zweite Klassiker-Triumph seiner Karriere nach Mailand-San Remo 2005.

"Nach San Remo war dies mein schönster Sieg, wenngleich ich eigentlich nicht all meine Siege klassifizieren mag. Da hat jeder seine eigene Geschichte" meinte Petacchi, für den dieser Sieg in vieler Hinsicht ganz besonders war. "Dies war die schwerste Saison meiner Karriere. Es begann schon letztes Jahr mit meinem Kniebruch. Nach dem Giro begannen dann neue Probleme und ich habe sehr schwere Zeiten durchgemacht, auch wenn ich bei der Vuelta zwei Etappen gewonnen habe. Heute war das zweifellos der beste Tag meines Jahres. Das ist vielversprechend im Hinblick auf 2008."

Auch wenn Petacchi seinen Sieg als gutes Omen nahm, ist noch völlig offen, ob er nächste Saison ins Renngeschehen zurückkehren kann. Petacchi war nach der 11.Etappe des Giro, nach dem dritten seiner fünf Siege, mit dem Asthmamittel Salbutamol aufgefallen. Für die Einnahme des Medikamentes im Wettkampf hat Petacchi zwar eine ärztliche Ausnahmegenehmigung. Allerdings ist Salbutamol auch dann nur bis zu einer gewissen Dosis erlaubt. In höherer Konzentration hat Salbutamol anabole Wirkung. Der italienische Radsportverband hatte ihn freigesprochen vom Dopingvorwurf, das italienische olympische Komitee ging dagegen in Berufung vor dem internationalen Sportschiedsgericht (TAS). "Ich möchte dazu weiter nichts sagen. Die Sache wird Ende November verhandelt und ich kann nur hoffen, dass die Geschichte schnell zu Ende geht", sagte Petacchi am Sonntag sichtlich genervt.


Druckversion    Artikel versenden    Feedback

08.10.06 Paris-Tours: Guesdon auch im Herbst Überraschungssieger
09.10.05 (2005) Zabel verlässt T-Mobile als Sieger: "Ein Traum wird wahr"
10.10.04 (2004) Paris-Tours: Sprinterklassiker wird zum Fluchtklassiker
05.10.03 (2003) Paris-Tours: Zabel triumphiert vor Petacchi
06.10.02 (2002) Paris-Tours: Sprinterklassiker wird immer mehr Fluchtklassiker
07.10.01 (2001) Paris-Tours - Virenque: "Mental bin ich von allen der Frischeste"
08.10.00 (2000) Paris-Tours: Andrea Tafi fährt sich den Frust aus den Beinen
03.10.99 (1999) Wauters siegt im Namen der Rabobank-Mannschaft
04.10.98 (1998) Paris-Tours: Jacky Durand beendet 42jährige französische Durststrecke




Startseite | News | Ergebnisse | Fahrer | Teams | Kalender | Features | Downloads | LIVE-Ticker

© 1996-2007 Radsport-News.com