PERU: Im Land der "Inca Cola" - Kleines Bild: Puno,
Ziel des Teamzeitfahrens am 6.2., liegt 3800m hoch
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BERLIN, 22.01.07 (rsn) -
Peru: Land der Inkas, Land der Anden, Land des Kondors. Aber auch ein Land des Radsports?
Nicht wirklich. Aber trotzdem: Es gibt eine Peru-Rundfahrt.
In diesem Jahr wird sie wieder einmal ausgetragen, zum ersten Mal seit neun Jahren. Mit
von der Partie wird auch eine deutsche Mannschaft sein.
RADSPORT-NEWS.COM-Mitarbeiter Karl Heidegger
wird die Globetrotter bei der "Vuelta al Perú" (2.-11.Februar)
begleiten und ab nächster Woche in einem täglichen Tagebuch
aus Südamerika berichten
von einem Radrennen, dessen Prologzeitfahren in 3400 Metern über dem Meer
ausgetragen wird.
Ein deutsches Team
startet in Peru, allerdings, und das wundert wohl niemand,
werden nicht etwa Gerolsteiner, T-Mobile
oder Milram die deutschen Farben vertreten. Bei der
"Vuelta al Perú" startet vielmehr ein Mix-Team aus Abenteurern und Globetrottern,
zu dem mit Timo Scholz, Markus Weinberg und Udo Müller
auch drei Profis vom Continental-Team notebooksbilliger.de gehören. Den deutschen Akteuren
ist jetzt schon klar, dass die acht Etappen kein Radrennen wie jedes andere
sein werden. Dafür sorgt allein schon die Höhenlage: Die Rundfahrt startet
am 3. Februar in Cuzco auf 3400 Metern über dem Meer. Im weiteren
Verlauf der Rundfahrt dürfte die Luft noch dünner werden; an einem Renntag wird
sogar beinahe die 4000-Meter-Marke geknackt. Und auch sonst ist wohl
wenig mit den europäischen Radsport-Events zu vergleichen.
Peru ist zwar ein Land mit einer großartigen Kultur und einmaligen Landschaften, aber die Kluft zur
Infrastruktur der großen Radsport-Nationen ist groß. Die lateinamerikanische Improvisationskunst
aber mindestens genauso - und mit ihr wird auch die Etappenfahrt funktionieren, irgendwie.
Selbst das Reglement weist einige Besonderheiten auf. Falls zum Beispiel ein Rennfahrer
mit der Höhenkrankheit zu kämpfen hat, darf er zwei Tage pausieren und dann wieder
in die Rundfahrt einsteigen. Möglich ist dies freilich nur, weil die Vuelta la Perú kein UCI-Rennen ist. Noch nicht.
Aber da wollen die Veranstalter hin: Sie wollen ihre Vuelta in
die Rennen der "UCI America Tour" integrieren und in den kommenden Jahren
wachsen und gedeihen lassen. Dass das nicht illusorisch ist, zeigt ein Blick
in die Geschichte: Schon von 1986 bis 1998 gab es eine Peru-Rundfahrt, davor
ein Etappenrennen namens Santa Rosa de Lima. Nun also wagt
der umtriebige peruanische Radsportverband einen neuen Anlauf und will hoch hinaus
- womit nicht nur die Etappen im Hochgebirge gemeint sind.
Eine internationale Rundfahrt in Peru, an diesem Traum arbeiten Cheforganisator Jaime Calderon Montellanos und
seine Kollegen. Und der Anfang klingt viel versprechend: Immerhin
geben Teams aus zehn Ländern dem Comeback der Peru-Runde die Ehre, darunter Abordnungen aus Spanien,
Brasilien, Kolumbien und den USA. Und eben aus Deutschland.
Etappenstädte Cuzco (oben),
Arequipa
Damit schlagen die Veranstalter zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie etablieren nicht nur ein international
besetztes Radrennen in ihrer Heimat, sondern sie machen auch ein bisschen Werbung für ihr
Land. Touristen aus aller Welt sind schließlich ein mächtiger Wirtschaftsfaktor in Peru, und
so macht die Vuelta al Perú nicht durch Zufall in jenen Regionen Station, die bei Touristen besonders
beliebt sind: Zum Beispiel in Cuzco, der Anden-Metropole in der Nähe der legendären Inkastätte Macchu Picchu,
am Titicacasee auf fast 4000 Metern Höhe und in Arequipa,
einer 900.000-Einwohner-Stadt, die von zwei der mächtigsten und spektakulärsten Vulkane der Erde -
namens Misti und Chachani - umgeben ist. Enden wird die Rundfahrt am
11. Februar in der Hauptstadt Lima.
So bietet auch das Grande Finale noch etwas, was die Herzen der kleinen peruanischen Radsportgemeinde höher
schlagen lässt: eine Parallele zur Tour de France. (kh)