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Abenteuer in Peru (8)
Im Flachland 2350 Meter über dem Meer


Die Kopfgruppe dreht ihre Runden in Arequipas Innenstadt
Foto: Heidegger


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AREQUIPA, 09.02.07 (rsn) - Die Bewohner von Arequipa sind stolz auf ihre Stadt - und sie haben allen Grund dazu, gilt ihre Heimat doch als eine der schönsten Städte Perus. Freilich, Arequipa ist touristisch nicht so spektakulär wie Cuzco mit seinem bunten Anden-Flair und seinem nicht minder bunten Völkergemisch. Aber Arequipa ist aufgeräumter, herausgeputzter, wohlhabender. Für ein Radrennen ist dies gar kein so schlechter Kontrast.

Drei Tage lang macht die Vuelta al Perú in Arequipa Station: Das Mannschaftszeitfahren war am Mittwoch, ein Rundstreckenrennen am Donnerstag und eine Königsetappe der Rundfahrt mit ordentlich Höhenmetern folgt am Freitag. Die örtlichen Organisatoren haben Erfahrung mit solcherlei Events - denn auf den entsprechenden Parcours finden regelmäßig Radrennen statt. Es liegt wohl an der Velo-Affinität dieser Stadt, dass die City-Hatz am Donnerstag zumindest im Start- und Zielbereich ganz ansehnlich besucht war. Die Zuschauerzahlen sind natürlich auch in Arequipa nicht mit denen in Europa zu vergleichen, aber das darf man auch nicht erwarten in einem Land, das seine größte Radsportveranstaltung gerade erst wieder mit Leben erfüllt.


(1) "Team Alemania" sorgt für Medienwirbel
(2) Sachse in Gelb nach Saqsaywamán
(3) Helden im Postkartenformat
(4) Vollbremsung für das Notebooks-Schweinchen
(5) "Prensa Alemania" im Taxi durch die Anden
(6) Auszeit für die Höhenkranken
(7) Auch beim Transfer kommt keine Langeweile auf


Etappensieger Francisco Cabrera bei der Siegerehrung


Gefragter Gesprächspartner: Gelb-Träger Jorge Giacinti nach dem Rennen
Fotos: Heidegger
Knapp 60 Kilometer waren zu absolvieren im Herzen von Arequipa, und am Ende gewann wieder - wie sollte es auch anders sein - ein Akteur aus der chilenischen Lider-Mannschaft: nämlich der Sprinter Francisco Cabrera (der heuer aussieht wie der chilenische Bergkönig Marco Arriagada bei der Vuelta Lider 2005, was im deutschen Lager prompt zu einer Verwechslung und einer verlorenen Wette gesorgt hat). 60 Kilometer: Das klingt nicht gerade nach einer üppigen Distanz, so wie überhaupt alle Etappen recht kurz sind - auch der längste Tagesritt am Freitag bleibt unter der 130-Kilometer-Marke. Auch das ist natürlich, wie so vieles in Peru, der Höhe geschuldet. Obwohl Arequipa nicht dem Hochland zuzurechnen ist, liegt es mit 2350 Metern auf einem Niveau mit manch furchteinflößendem Alpenpass. Hier kann man keinen 200-Kilometer-Ritt absolvieren, sofern man sich nicht perfekt akklimatisiert hat.

Die deutschen Rennfahrer bekommen in Arequipa zwar endlich wieder vernünftig Luft (Marco Düchting: "Fühle mich wie ein Fisch zurück im Wasser"), aber ihre normale Leistung können sie freilich nicht abrufen. So zählten zwei der vier Deutschen auch zu jenen Akteuren, die beim Rundstreckenrennen ausstiegen. Die waren ziemlich zahlreich, so dass das ohnehin sehr kleine Peloton arg gerupft ins Ziel kam. Immerhin aber gab es zwei vernünftige Gruppen, wobei die Lider-Boys das Geschehen in der vorderen diktierten und Timo Scholz und Udo Müller in der hinteren unterkamen.

Pizza und Meerschweinchen

Als es Abend wurde, gönnte sich die deutsche Belegschaft einmal eine Abwechslung: Pizza. Der Tour-Tross ist zwar in peruanischen Premium-Hotels untergebracht und deren Küche ist hervorragend. Doch fast jeden Tag gibt es, mittags wie abends, als Hauptgang ein Stück Fleisch - in aller Regel pollo, also Hühnchen - und Reis. Da war ein Bissen Pizza eine willkommene Abwechslung. Und zum Ende der Rundfahrt sollen nun auch noch einheimische Spezialitäten auf den Speiseplan kommen, die in den europäisch orientierten Top-Hotels ebenfalls nicht serviert werden. Meerschweinchen zum Beispiel. Peru dürfte also auch noch zu einem kulinarischen Abenteuer werden.

(kh)


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