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Malte Urban ist einer der besten deutschen Cross-Rennfahrer. Exklusiv für RADSPORT-NEWS.COM wird der Herforder auch in der Saison 2007/2008 regelmäßig in einer Kolumne aus der Querfeldein-Szene berichten.
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Zurück vom Cross-Abstecher in den USA
Mit amerikanischen UCI-Punkten in die Weltcup-Saison

20.10.2007 - Die laufende Cross-Saison ist bereits mehr als vier Wochen alt und die Zeit des Einrollens ist spätestens am kommenden Sonntag entgültig vorbei, wenn das erste Weltcuprennen des Jahres im belgischen Kalmthout gestartet wird.

Ab Montag wird dann auch zum erstenmal in dieser Saison die neue Weltrangliste erscheinen. Anhand dieser Liste wird in allen UCI Rennen dieses Winters wie immer die Startreihenfolge festgelegt und somit über eine gute Ausgangsposition für die Rennen gekämpft. Ein nicht unerheblicher Nebeneffekt ist aber auch die Startgeldstaffelung für uns Rennfahrer, die je nach Positionierung in der Weltrangliste höher bzw. niedriger ausfällt.

Aufgrund dieser beiden Punkte und der Tatsache dass ich natürlich nicht nur aus Jux und Dollerei Rad fahre, habe ich mich zusammen mit meinen Sponsoren dazu entschlossen nach Amerika zu reisen um dort meine Ausgangsposition - in einer Phase in der nicht viele UCI-Rennen in Europa stattfanden - in dieser Saison zu stärken.

Als ich zusammen mit meinem Freund und Co-Sponsor (AM-Spedition Bad Salzuflen) am späten Donnerstag Abend in New York gelandet bin, waren es nur noch knappe 48 Stunden bis zum ersten Rennen auf Long Island, wo die ersten beiden Veranstaltungen stattfinden sollten. Nicht viel Zeit also um sich an die Zeitumstellung und das komplett andere Klima zu gewöhnen. Vor meiner Abreise habe ich morgens noch 1 Stunde bei 12 Grad und Nieselregen trainiert und keine 24h später zeigt das Thermometer umgerechnet 30 Grad im Schatten an.....! Aber egal, mit der Hitze hatten letztlich alle Fahrer zu kämpfen und das die Zeitumstellung gerade am ersten Wochenende Probleme bereiten würde, das wusste ich ja auch vorher.

Natürlich war ich gespannt wie die Crossrennen in Amerika organisiert sein würden und wie die Streckenführung dort ist. In Europa sind die Rennkurse mittlerweile ja so schnell und kurvig das man oft vermuten könnte das man bei einem Punkterennen auf der Holzbahn ist. Nach einem kurzen Blick auf das Renngelände war mir aber schnell klar, das zumindest der Vergleich mit der Holzbahn nicht zutreffen wird: zwar war die Runde aufgrund der hohen Temperaturen sehr schnell aber vom Profil her war es doch eher mit einem MTB-Kurs vergleichbar. Mit dem amtierenden Weltmeister Erwin Verwecken und der gesamten amerikanischen Spitze war für die beiden Tage ein erstklassiges Starterfeld gemeldet und somit konnte ich mit Platz 5 und 6 in den ersten beiden Rennen zufrieden sein und die ersten Weltranglisten Punkte einfahren.

Am nächsten Tag ging es dann aber erst mal nach New York City zum Shoppen, schließlich konnte ich die US-Dollar ja nicht wieder mit nach Hause nehmen wo wir doch den Euro haben...

Neben dem Reiz diese faszinierende Weltmetropole noch näher kennen zu lernen stand auch Training auf dem Programm. Da denkt man natürlich erst mal- wo um Himmelswillen soll man denn in New York City trainieren können? Natürlich im Central Park. Also bin ich in den beiden Tagen dort jeweils 3 Stunden meine Runden auf dem 10km langen Radweg rund um den größten Stadtpark der Welt gefahren.

Dann ging es aber auch schon die 400 Meilen nordöstlich Richtung Boston weiter. In New England standen die beiden letzten Rennen auf dem Programm und das Wochenende sollte erfolgreich verlaufen....

Die Temperaturen waren mittlerweile auf erträgliche 22 Grad gesunken und die Strecke war europäisch angelegt. Mit mehr als 1200 Startern an der Doppelveranstaltung waren unglaublich große Starterfelder in den einzelnen Klassen am Start. Die traditionsreichste amerikanische Veranstaltung hat sehr viele Zuschauer an die Strecke gelockt, so dass an beiden Tagen eine ausgezeichnete Stimmung herrschte.

Am Samstag hatte ich mit Platz 2 den Sieg nur ganz knapp verpasst aber gemerkt das die Beine schon deutlich besser waren als noch eine Woche vorher. Aus einer 4-köpfigen Spitzengruppe musste ich mich nur knapp geschlagen geben, habe aber wertvolle Punkte und Motivation mitnehmen können.

Einen Tag später musste ich dann meine Ambitionen auf einen möglichen Sieg nach einem Sturz in der 5. von 10 Runden begraben. Nachdem ich in einer sandigen Kurve zu Fall kam konnte ich den Rückstand auf die 3 Spitzenreiter nicht mehr schließen und mich mit einem 4. Platz anfreunden. Trotzdem war es wieder ein erfolgreiches Wochenende und ich kann mit dem USA-Trip sehr zufrieden sein.

Das Fazit lautet somit für mich:

  • 60 UCI Punkte
  • 2 Doppelveranstaltungen für die Rennhärte gut genutzt
  • Kontakte geknüpft
  • New York besucht
  • Reichlich Geld ausgegeben.....
In der nächsten Woche finden die ersten Weltcups in diesem Winter statt. Mit Kalmthout (Belgien) und Tabor (Tschechische Republik) stehen jetzt 2 absolute Härtetests auf dem Programm. Dann folgt bereits am 1.11. das Traditionsrennen in Magstadt welches neben Frankfurt am 9.12. das einzige internationale deutsche Crossrennen in diesem Jahr sein wird und dadurch an Stellenwert weiter dazu gewinnt.

Über das alles und noch viel mehr werde ich beim nächstem Mal berichten, also dann - C U !

Malte Urban
www.malte-urban.de


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