
Foto: Roth
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«Zuerst wird es ein Treffen mit dem
für mich zuständigen Österreichischen Verband geben. Mein Anwalt
hatte sich bereits bei der WADA über die Kronzeugen-Regelung
informiert, die eine Halbierung meiner zu erwartenden Strafe auf ein
Jahr bringen könnte», sagte der ehemalige Radprofi am Dienstag der
Deutschen Presse-Agentur dpa.
Verklagt wurde er von den von ihm Beschuldigten noch nicht.
Mögliche Kosten, die entstehen könnten, seien Vertragsgegenstand mit
dem «Spiegel». In dem Nachrichtenmagazin hatte Jaksche ein
umfassendes Geständnis abgelegt. Trotzdem ist die ermittelnde
Staatsanwaltschaft Ansbach an Jaksche-Anwalt Michael Lehner noch
nicht wegen eines Vernehmungs-Termins herangetreten, berichtete der
seit sieben Jahren in Kitzbühel lebende Sportler weiter.
Von einer Einladung vor die unabhängige Anti-Doping-Kommission des
Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), zu der ihn Verband-Präsident Rudolf
Scharping am Sonntag in Wiesbaden wohl etwas vorschnell «für
übernächste Woche» einlud, wusste Jaksche noch nichts: «Ich habe bis
zur Stunde keine Einladung. Komme aber gerne, wenn sie meine Aussage
wollen.» Das Gremium mit Fritz Sörgel vom Institut für medizinische
und pharmazeutische Forschung in Nürnberg soll am 12. Juli seine
Arbeit aufnehmen.
Auf seine «Spiegel-Beichte», gegen die die Erklärungen seiner
ehemaligen Team-Kollegen Rolf Aldag und Erik Zabel sehr rückständig
wirken, habe Jaksche «vornehmlich positive Reaktionen» bekommen.
«Auch Erik Zabel hat angerufen. Er fand es gut, dass ich ausgepackt
habe», berichtete der Franke. Der zweimalige Vize-Weltmeister Zabel
hatte zusammen mit dem jetzigen T-Mobile-Teamchef Aldag am 24. Mai
Doping-Vergehen gestanden - allerdings nur bis zur Verjährungsgrenze
1999. Teamchef Hans-Michael Holczer von Gerolsteiner, mit dem er seit
des geplatzten Vertrages im Jahr 2003 kein Wort mehr redete, habe
Jaksche nach seinem Geständnis angerufen, «weil er es mit dem Anti-
Doping-Kampf ernst meint.»
Im Hinblick auf die am Samstag in London beginnende Tour de France
ist der «Kronzeuge» etwas optimistischer als Holczer, der eine
«sauberere Tour als in der Vergangenheit, aber keine saubere»
erwartet. «Natürlich gibt es noch Lücken bei den Kontrollen, aber es
wird wesentlich korrekter zugehen, als noch vor zehn Jahren». Im
Vergleich zu den Jahren «1996, '97, '98 oder danach» hätte sich heute
schon viel zum Positiven verändert, meinte Jaksche.
Zur Zeit fahre er täglich zwei bis drei Stunden, um
abzutrainieren. Sollte er in den Genuss eines Straf-Rabatts durch die
Kronzeugen-Regelung kommen, wie WADA-Chef Richard Pound wohl schon
signalisierte, will der 30-Jährige im nächsten Jahr versuchen, wieder
ein Team zu finden, das ihn als Radprofi anstellt.
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