"Wenn ich jetzt um einen vorderen Platz im Gesamtklassement
mitfahren würde, hätte ich die
Etappe heute nicht gewonnen.
Ich bin hier, um für Gilberto Simoni
zu fahren. Ich bin jung, er hat Erfahrung", sagte Ricco
nach seinem Dolomiten-Sieg an den Drei Zinnen.
"Das Rosa Trikot? Ich hoffe, ich kann
nächstes Jahr darum kämpfen",
so der Saunier Duval-Profi.
Wird er dann das Team wechseln müssen?
Ricco: "Man wird sehen.
Das hängt von vielen Dingen ab.
Simoni hat zu mir gesagt,
dass, wenn er den Giro nächstes Jahr fährt, er nicht
als Teamleader fahren möchte,
das sei zuviel Stress."
Denkt er jetzt an den Sieg am Zoncolan bei der Etappe am Mittwoch,
wird Ricco in der Siegerpressekonferenz gefragt.
"Ich kenne den Anstieg", antwortet er.
"Ich bin ihn mit
Gilberto im Training abgefahren.
Streckenkenntnis wird sehr nützlich sein,
denn am Zoncolan verschätzt man sich sehr leicht."
Ein anderes Ziel, das Ricco
bei diesem Giro noch hat, ist das
Weiße Trikot des besten Jungprofis, das derzeit
der Luxemburger Andy Schleck trägt:
"Das Weiße Trikot war mein Ziel, aber
Schleck ist wirklich sehr, sher stark.
Am Zoncolan wird sich das entscheiden.
Ich glaube noch daran."
An den "Drei Zinnen" feierte
Ricco seinen vierten Saisonsieg,
nachdem er im März
bereits u.a. zwei Etappen bei Tirreno-Adriatico
gewann und anschließend bei Mailand-San Remo
Akzente setzte.
Eddy Merckx nannte den jungen Italiener bereits
den "Rennfahrer der Zukunft",
was Ricco schmeichelte.
"Ich muss aber noch einiges zeigen",
lächelte der Kletterfloh (unter 60kg),
der auch bei den Klassikern
eine große Zukunft hat. Beim Amstel Gold Race im April war er Neunter,
Fünfter beim Wallonischen Pfeil.
Ricco, der mit der italienischen Mountainbike-Rennfahrerin
Vania Rossi verlobt ist und mit ihr in Rimini
lebt, ist übrigens
einer der Rennfahrer im Feld,
die einen natürlich
hohen Hämatokritwert
haben.
Als U23-Amateur
hatte er mehrmals Probleme
wegen der 50-Prozentregel.
In Untersuchungen bewies
Ricco, dass das bei ihm von Natur aus so ist und
nicht die Folge von Manipulationen.
2005 bekam er die offizielle
Ausnahmegenehmigung und
unterschrieb bei Saunier Duval
seinen ersten Profivertrag,
der Ende des Jahres ausläuft.
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