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Italiens neuer Radstar
Ricco: "Ums Rosa Trikot fahre ich nächstes Jahr"


Fotos: Roth

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AURONZO, 27.05.07 (rsn) - Italien hat einen neuen Radstar. Der 23 Jahre alte Girodebütant Ricardo Ricco triumphierte am Sonntag bei der Königsetappe. Nächstes Jahr will der selbstbewuste junge Mann aus Modena den Gesamtsieg anpeilen.

"Wenn ich jetzt um einen vorderen Platz im Gesamtklassement mitfahren würde, hätte ich die Etappe heute nicht gewonnen. Ich bin hier, um für Gilberto Simoni zu fahren. Ich bin jung, er hat Erfahrung", sagte Ricco nach seinem Dolomiten-Sieg an den Drei Zinnen. "Das Rosa Trikot? Ich hoffe, ich kann nächstes Jahr darum kämpfen", so der Saunier Duval-Profi. Wird er dann das Team wechseln müssen? Ricco: "Man wird sehen. Das hängt von vielen Dingen ab. Simoni hat zu mir gesagt, dass, wenn er den Giro nächstes Jahr fährt, er nicht als Teamleader fahren möchte, das sei zuviel Stress."

Denkt er jetzt an den Sieg am Zoncolan bei der Etappe am Mittwoch, wird Ricco in der Siegerpressekonferenz gefragt. "Ich kenne den Anstieg", antwortet er. "Ich bin ihn mit Gilberto im Training abgefahren. Streckenkenntnis wird sehr nützlich sein, denn am Zoncolan verschätzt man sich sehr leicht." Ein anderes Ziel, das Ricco bei diesem Giro noch hat, ist das Weiße Trikot des besten Jungprofis, das derzeit der Luxemburger Andy Schleck trägt: "Das Weiße Trikot war mein Ziel, aber Schleck ist wirklich sehr, sher stark. Am Zoncolan wird sich das entscheiden. Ich glaube noch daran."

An den "Drei Zinnen" feierte Ricco seinen vierten Saisonsieg, nachdem er im März bereits u.a. zwei Etappen bei Tirreno-Adriatico gewann und anschließend bei Mailand-San Remo Akzente setzte. Eddy Merckx nannte den jungen Italiener bereits den "Rennfahrer der Zukunft", was Ricco schmeichelte. "Ich muss aber noch einiges zeigen", lächelte der Kletterfloh (unter 60kg), der auch bei den Klassikern eine große Zukunft hat. Beim Amstel Gold Race im April war er Neunter, Fünfter beim Wallonischen Pfeil.

Ricco, der mit der italienischen Mountainbike-Rennfahrerin Vania Rossi verlobt ist und mit ihr in Rimini lebt, ist übrigens einer der Rennfahrer im Feld, die einen natürlich hohen Hämatokritwert haben. Als U23-Amateur hatte er mehrmals Probleme wegen der 50-Prozentregel. In Untersuchungen bewies Ricco, dass das bei ihm von Natur aus so ist und nicht die Folge von Manipulationen. 2005 bekam er die offizielle Ausnahmegenehmigung und unterschrieb bei Saunier Duval seinen ersten Profivertrag, der Ende des Jahres ausläuft.


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