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Anti-Dopinggipfel in Paris
Lösungssuche im Reizklima


Foto: Roth

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PARIS, 21.10.06 (rsn) - Die UCI traut der WADA nicht, die großen Rennveranstalter liegen im Streit mit dem Weltverband: Die Hauptakteure des Anti-Dopinggipfel, der am Montag und Dienstag in Paris über die Bühne geht, müssen bei der Suche nach neuen Perspektiven für den kriselnden Profiradsport erst einmal ihre Animositäten überwinden.

Als im Sommer während der von Skandalen überschatteten Tour de France Richard Pound, der Präsident der Welt-Antidopingagentur (WADA), einen Dopinggipfel vorschlug, lehnte dies UCI-Chef Pat McQuaid sofort ab. Pound wolle lediglich ein "Tribunal" inszenieren, um den Radsport weiter zu schädigen, hieß es beim Radsport-Weltverband, dessen Präsidenten (früher Verbrugen, heute dessen Wunschnachfolger McQuaid) traditionell eine - auch persönliche - Intimfeindschaft mit Pound pflegen. Ein Radsport-Anti-Dopinggipfel unter der Ägide von einem der beiden Sportverbände war nicht denkbar. Nun ergriff das französische Sportministerium die Initiative und organisierte den Gipfel, der am Montag und Dienstag über die Bühne geht und bei dem dann - gleichberechtigt! - Pound und McQuaid an einem Tisch sitzen werden.


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Im Vorfeld des französischen Sommet antidopage gab es zwischen WADA und UCI auch keine Annäherung - im Gegenteil: Sehr zum Ärger von Pound stellte der internationale Radsportverband den Medien bereits Details zum geplanten biologischen Pass vor, der in Paris präsentiert werden soll. Damit stellten die Radsportfunktionäre aus Aigle sicher, dass das neue Antidoping-Instrument nicht als WADA-Projekt wahrgenommen wird. Damit gerät aber auch der Blutpass in die Machtspielchen und seine geplante Einführung zum 1.Januar könnte gefährdet werden. Streit herrscht nicht nur zwischen WADA und UCI, die großen Rennveranstalter, die den jahrelang schwelenden Konflikt um die "ProTour" eskalieren ließen und mit einer eigenen "wilden" Serie außerhalb der UCI-Jurisdiktion liebäugeln, bilden eine zweite Front gegen McQuaid und Co.

In diesem Klima des Misstrauens soll nun die Basis für einen runderneuerten Radsport gelegt werden. "Wir müssen sehen, was alles getan werden kann, um die Glaubwürdigkeit und Integrität des Radsports wiederherzustellen", sagte WADA-Chef Pound. "Da steht ein anständiger Druck dahinter, auch der französischen Regierung. Ich rechne mit Beschlüssen zur Bewertung und Einstufung von Blutprofilen der Fahrer", sagte am Sonntag gegenüber der DPA Gerolsteiner-Chef Hans-Michael Holczer, der am Dienstag beim Gipfel sein wird.

"Kein intellektueller Small Talk"

Runde Tische bringen am Montag und Dienstag die verschiedensten Akteure der Sportart zusammen, die nach zahlreichen Doping-Fällen und Gerichtsprozessen ein weiteres desaströses Jahr hinter sich hat. Sportdirektoren (Jean-Rene Bernaudeau und Patrick Lefevere), Rennfahrer (David Millar, Thomas Voeckler, Jerome Pineau), UCI-Antidopingchefin Anne Gripper, UCI-Chefmediziner Zorzoli, nationale Verbandspräsidenten, Tourchef Christian Prudhomme und gar der Sportchef des französischen Fernsehens werden bei dem Medienspektakel zusammenkommen.

"Ziel des Treffens ist, aus dem Radsport ein Experimentierfeld im Anti-Doping-Kampf zu machen, aus dem Lehren für andere Sportarten gezogen werden können", sagte die französische Sportministerin Roselyne Bachelot, die betonte: "Wir wollen keinen intellektuellen Small Talk veranstalten, sondern konkrete Aktionen auf den Weg bringen."

Die deutschen Vertreter mit BDR-Präsident Rudolf Scharping an der Spitze wollten das «Who is Who»-Treffen des Radsports nicht mit zu großen Erwartungen überfrachten. «Ich schaue mir das Ganze einfach mal an», sagte Scharping. Neben Scharping und Holczer werden Deutschland-Tour-Chef Kai Rapp und der Dopingrechts-Experte Ulrich Haas an den vier Runden-Tisch- Gesprächen teilnehmen.


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