Der Ankläger des italienischen olympische Komitees (CONI),
die oberste Sportbehörde des Landes, hatte
am 27 September eine viermonatige Dopingsperre gegen
Di Luca beantragt,
der danach auf seinen Start bei der
Straßen-WM in Stuttgart verzichtete.
Nach der Sperre muss
Di Luca seinen Start
bei der Lombardei-Rundfahrt,
mit der am Samstag die Saison zu Ende geht,
absagen.
Nach Ermittlungen der italienischen
Staatsanwaltschaft hatte CONI-Chefankläger Ettore
Torri den Girosieger ins Visier genommen.
Im Rahmen ihrer Aktion
«Oil for Drug» hatte die Justiz gegen Dopingärzte und Dopinghändler
ermittelt. Dabei deckten sie auch auf, dass Di Luca weiterhin
Patient des mutmaßlichen Dopingarztes Carlo
Santuccione war. Ein
Dopingvergehen konnten sie Di Luca allerdings nicht nachweisen. Ein
erstes Ermittlungsverfahren gegen den Radprofi wurde daraufhin
eingestellt.
Den Sportverbänden reicht jedoch allein schon Di Lucas weitere
Zusammenarbeit mit Santuccione für eine Verurteilung.
Santuccione sei immer schon Hausarzt und Freund seiner Familie
gewesen. Deshalb habe er ihn konsultiert, verteidigte sich der Fahrer
des Liquigas-Rennstalls.
Di Luca war am Dienstag von
der CONI vernommen worden.
Vor der anderthalbstündigen
Vernehmung am CONI-Sitz
im römischen Olympiastadion
hatte der
Liquigas-Star gegenüber Reportern erklärt, er sei
"molto tranquillo, come sempre" ("ganz ruhig, wie immer").
Nach der Urteilsverkündung zeigte
sich Di Luca "enttäuscht"
und sprach von "Ungerechtigkeit".
Di Luca-Anwalt Federico Cecconi
sagte, die CONI habe seinen Mandant
wegen einer Zusammenarbeit
mit Santuccione verurteilt, obgleich
der zum fraglichen Zeitpunkt
von CONI selbst anerkannt gewesen
sei.
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