BERLIN/MAILAND, 27.04.07 (dpa) -
Ivan Basso, der am 2. Mai erneut vor
der Anti-Doping-Agentur des italienischen NOK erscheinen muss, kämpft
weiter um seine Karriere. «Ich gebe nicht auf, ich mache weiter»,
sagte der mutmaßliche Fuentes-Kunde in einem ersten Interview
nach Bekanntwerden neuer Erkenntnisse gegen ihn.
«Natürlich bin ich frustriert. Wenn diese neuesten Vorfälle im
Dezember oder Januar behandelt worden wären, wäre alles klar gewesen
- zum Guten oder Schlechten. Jetzt tauchten die neuen Dokumente ganz
plötzlich zwei Wochen vor dem Giro auf. Erst haben sie mich wie einen
Verrückten trainieren lassen - dann sagen sie: Hör auf und erkläre
erstmal: Das ist Zeitbomben-Justiz», ereiferte sich Basso in dem
Interview in der italienischen Zeitung Il Giornale.
Bassos Konkurrent Gilberto Simoni nahm derweil die mögliche Supendierung
des Vorjahressiegers für den Giro vorweg. «Ohne ihn wird der Giro
mehr Spaß machen», sagte der zweifache Sieger Simoni am Freitag in
der «Gazzetto dello Sport». Und: «Bei seinem Sieg im Vorjahr hatte er
Mitleid mit uns. Er hätte auch mit 20 Minuten Vorsprung gewinnen
können.» Damit spielte Simoni, der 2006 von Basso bei der Italien-
Rundfahrt förmlich demoralisiert worden war, auf die neuesten
Vorwürfe an, dass der inzwischen von seinem Team Discovery Channel
suspendierte 29-jährige Italiener während der vergangenen Italien-
Rundfahrt Blut-Doping betrieben haben soll.
Angelo Zomegnan, Direktor der Italien-Rundfahrt, will eine
mögliche Basso-Suspendierung vom am 12. Mai beginnenden Giro abhängig
machen von den bevorstehenden Entscheidungen der Anti-Doping-Agentur
und möglicherweise auch der Justiz, die ein Verfahren gegen den
italienischen Radprofi prüft.