ROM, 17.06.07 (dpa) -
Ivan Basso will nach seiner Sperre sofort
wieder am ganz großen Rad drehen. Der am Freitag wegen Dopings für
zwei Jahre suspendierte Italiener kündigte nach seiner Verurteilung
und einem reumütigen Auftritt schon wieder sportliche Großtaten an
und will unbedingt noch einmal den Giro d'Italia gewinnen.
Foto: Roth
Am 24.
Oktober 2008 läuft Bassos Sperre ab, die die Disziplinarkommission
des italienischen Radsport-Verbandes verhängt hatte.
«Ich werde stärker denn je zurückkehren. Ich bin mir sicher, dass
ich noch weitere fünf bis sechs Jahre konkurrenzfähig sein werde. Die
lange Pause tut mir vielleicht sogar gut», sagte Basso in einem
Interview der Gazzetta dello Sport (Sonntag-Ausgabe). Sein Ziel sei
immer der Giro gewesen und bleibe es nach seinem Triumph 2006 auch:
«Um ihn wieder zu gewinnen, werde ich noch härter arbeiten müssen als
früher. Das ist meine Herausforderung», sagte Basso und beteuerte
erneut, alles offenbart zu haben. Niemand habe von seinen Kontakten
zu Fuentes gewusst. Seine heimlichen Ratgeber habe er nie getroffen.
«Ich habe alles gesagt, was ich weiß. Ich habe diese fünf Reisen
nach Madrid gemacht. Die entsprechen den fünf Blutbeuteln, die ich
benutzt habe», sagte er über seine Verbindung zum spanischen Arzt
Eufemiano Fuentes. Das reichte der Disziplinarkommission, um Basso
als Ersttäter für zwei Jahre zu sperren. Sie ging damit nicht auf die
Forderung seines Anwaltes Massimo Martelli ein, Bassos halbherziges
Geständnis mit einer um drei Monate verkürzten Sperre zu belohnen.
Dies stieß beim Welt-Radsportverband UCI auf Genugtuung. «Wir sind
uns mit der Disziplinarkommission einig», sagte UCI-Sprecher Enrico
Carpani am Sonntag zum Strafmaß. «Für uns war es die einzige
Möglichkeit. Das ist kein Fall, um eine Reduktion zu gewähren.»
Basso war vor einem Jahr ebenso wie Jan Ullrich vor dem Start von
der Tour de France ausgeschlossen worden. Sein damaliges Team CSC
suspendierte Basso, der zunächst jegliche Doping-Verwicklung leugnete
und später unter allgemeinem Kopfschütteln beim einstigen Lance-
Armstrong-Team Discovery Channel anheuern durfte. Für den US-
Rennstall bestritt er im Februar die Kalifornien-Rundfahrt, ehe Ende
April das Verfahren gegen ihn wieder eröffnet wurde. Die jetzige
Sperre empfinde er als Befreiung, behauptete Basso: «Die Wahrheit
ist, ich habe mich ab einem gewissen Punkt wie der Gefangene meiner
eigenen Lügen gefühlt.» Klar ist ihm aber auch, dass seine
erschütterte Glaubwürdigkeit nur schwer wieder herzustellen ist.
Das soll drei Mannschaften nicht abgehalten haben, ihm bereits ein
Angebot gemacht zu haben. Entscheiden wolle er im kommenden Sommer.
Klar ist, dass nach dem Ethik-Code der ProTour noch zwei weitere
Jahre vergehen müssen, ehe ihn eines der Top-Teams wieder unter
Vertrag nehmen könnte. Auch alle Sponsoren hätten ihm das Vertrauen
ausgesprochen. Die Zeit zum Nachdenken will Basso zwar zum Radfahren
nutzen, aber anders als sonst: Sein Traum ist ein einwöchiger Trip
auf dem Mountainbike, 1000 Kilometer quer durch Feuerland.
Tour de France 2008 vorgestellt
Inszenierung des Neuanfangs
PARIS, 25.10.07 (rsn) -
Die nächste Tour de France, die am 5.Juli 2008
in der Bretagne beginnt, soll der dritte Versuch eines
Neuanfangs werden, der in den letzten beiden Jahren
auch schon gewollt war, aber im Dopingsumpf stecken blieb.
weiter
Schumi freut sich über Bronze
Wütender Bettini zeigt "wie man Rennen fährt"
STUTTGART, 30.09.07 (rsn) -
Paolo Bettini,
hat es geschafft: Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch ist der von Stuttgarter
Politikern verschmähte Italiener zum Regenbogen gerast und darf sich
zum zweiten Mal in Folge mit dem Titel des Straßenweltmeisters schmücken.
weiter