MAILAND, 10.05.07 (dpa) -
Geständnis, Rolle rückwärts - und jetzt die
Mitleids-Tour. Vor den bevorstehenden Anklagen der italienischen
Antidopingkommission und der Staatsanwaltschaft gibt sich der des
Dopingversuchs überführte Ivan Basso reumütig.
«Ich war ein Idiot,
ich bitte alle um Verzeihung», sagte der italienische Radprofi der
Gazzetta dello Sport. «Ich bin nur ein Mensch, der einen Fehler
gemacht hat», entschuldigte sich der Giro d'Italia-Sieger von 2006.
Für seinen Fehler muss Basso unter Umständen sogar im Gefängnis
büßen. Die Staatsanwaltschaft im norditalienischen Busto Arsizio
ermittelt nun offiziell gegen Basso wegen eines Verstoßes gegen das
Antidopinggesetz. Auch von der italienischen Antidopingkommission
wird der Radprofi angeklagt werden. Am Donnerstag wurde Basso zum
dritten Mal in Rom verhört. Drei Stunden lang sagte er beim
Antidoping-Chef Ettore Torri aus.
Der 29-Jährige betonte zuvor, keinen Strafnachlass zu erwarten.
Das Nationale Olympische Komitee Italiens (CONI) würde Basso gerne
mit einer Halbierung der vorgesehenen Dopingsperre auf ein Jahr
belohnen, wenn er im Gegenzug helfen würde, die Dopingaffäre um den
spanischen Arzt Eufemiano Fuentes aufzuklären. Die Weltantidoping-
Agentur (WADA) lehnt dagegen weiterhin einen Kronzeugen-Bonus für
Basso ab. In Rom wartet Torri noch auf eine offizielle Stellungnahme
der WADA. Seine für diesen Freitag angekündigte Anklageerhebungen
gegen Basso und den ebenfalls geständigen Michele Scarponi könnten
sich deshalb verzögern.
«Es ist richtig, dass ich für meinen Fehler bezahle», so Basso. Er
hatte zugegeben, dass er Fuentes den Auftrag zum Blutdoping für die
Tour de France 2006 erteilt habe. Basso wiederholte erneut, nie zuvor
gedopt zu haben. «Meine Siege waren ehrlich», betonte er. In seiner
heftig kritisierten Pressekonferenz am Dienstag in Mailand habe er
nichts verschwiegen. «Ich habe dort genau das wiedergegeben, was ich
auch in den Anhörungen gesagt habe», sagte Basso. Damit betonte er
indirekt nochmals, dass er keine anderen Fahrer belastet habe.
Er selbst hätte jedoch schon viel früher reden müssen, gab Basso
im Nachhinein zu. «Schon im Juni vergangenen Jahres hätte ich alles
erzählen müssen», sagte der Radprofi. Da er jedoch ein «Mann von
großen Prinzipien» sei, habe er seinen Fehltritt so sehr verdrängt,
dass er mit niemandem darüber habe reden können.