Wie die Madrider Zeitung El Pais am
Donnerstag berichtete, wollen sich die in den großen Radsport-
Dopingskandal verwickelten spanischen Profis an dem Italiener ein
Beispiel nehmen und durch eine Zusammenarbeit mit den Behörden
reduzierte Sperren von einem Jahr aushandeln.
Ein Repräsentant der Sportler habe bereits Verhandlungen mit dem
spanischen Radsportverband aufgenommen. Dies bedeute eine radikale
Kehrtwende in der Strategie der etwa 30 spanischen Profis, die in den
- vor einem Jahr aufgedeckten - Skandal um den Arzt Eufemiano Fuentes
verwickelt sein sollen.
Die Spanier hatten bisher eine ähnliche Linie verfolgt wie Jan
Ullrich und alle Vorwürfe abgestritten. Allerdings laufen gegen sie -
anders als im Fall des Deutschen - keine Ermittlungen der Justiz. Die
spanische Justiz hatte ihr Ermittlungsverfahren eingestellt. Damit
wurden die spanischen Profis jedoch nicht von allen Dopingvorwürfen
rein gewaschen. Auf Grund der Anti-Doping-Normen bei den großen
Radrennen wie der Tour de France können die in Verdacht geratenen
Profis nicht an den Start gehen. Einige von ihnen wie Tino Zabala
oder Rubén Plaza wurden sogar von ihren Teams ausgeschlossen.
Trotz der internationalen Kritik an Bassos «Pseudo-Geständnis» in
der Dopingaffäre erwägen die in Verdacht geratenen Spanier nach
Angaben der Zeitung, ein Minimum der Vorwürfe zuzugeben, dafür mit
einer einjährigen Sperre davonzukommen und spätestens bei der
Spanien-Rundfahrt im Jahr 2008 wieder an den Start gehen zu dürfen.
Die Profis verlangten jedoch vom spanischen Verband eine
Zusicherung, dass der Ethik-Kodex der
ProTour-Teams auf sie nicht angewandt wird. Nach dieser
Selbstverpflichtung
dürfen Dopingsünder nach Ablauf der Sperre
weitere zwei Jahre nicht
von Topteams engagiert werden.
Der Verband habe die
Radsportler jedoch darauf hingewiesen, dass er darauf keinen Einfluss
habe, berichtete die Zeitung. Die Verhandlungen hätten daher im
ersten Anlauf noch zu keinem Ergebnis geführt.
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