ROM, 02.05.07 (rsn) -
Die Anhörung von Ivan Basso
vor der Antidoping-Kommission des Nationalen Olympischen Komitee Italiens (CONI) ist am Mittwoch nach
zwei Stunden vertagt worden.
"Die Anhörung wurde vertagt,
der Termin ist noch offen",
sagte Bassos Anwalt Massimo Martelli.
Der Girosieger war am
Mittwoch zu einer Vernehmung vor CONI-
Dopingankläger Torri geladen worden.
"Ivan war ruhig und
hat alle Fragen beantwortet",
meinte sein Rechtsvertreter.
Basso selbst, der ganz in schwarz gekleidet
erschienen war,
wirkte angespannt und gab keine Erklärungen gegenüber
den Reportern ab.
Die Anhörung sei
abgebrochen worden, um Material zu prüfen. "Wir hoffen, dass er sich
auch im weiteren Verlauf der Ermittlungen kooperativ zeigt", sagte
der Sprecher der Kommission, Fabio Filocamo.
Nähere Angaben zu dem Verfahren
könne er derzeit nicht machen.
"Die Ermittlungen laufen und
sind vertraulich", sagte Filocamo.
Die nächste Anhörung wird noch vor dem Start der Italien-Rundfahrt
am 12. Mai erwartet.
Bassos Traum von der Titelverteidigung
ist allerdings schon geplatzt.
Der 29 Jahre alte Basso
steht unter dem dringenden Verdacht,
zu dem großen Kundenkreis
des spanischen Dopingnetzwerks
um den Arzt Fuentes gehört zu haben.
Der Skandal war im Mai
2006 zutage gekommen, nachdem die
spanische Polizei
im Rahmen der "Operacio Puerto"
genannten Razzien
den Dopingring aushob.
Damals waren fünf Hauptverdächtige
verhaftet
worden. Im Zentrum des Dopingrings
stand der frühere Kelme- und ONCE-Teamarzt
Eufemiano Fuentes.
Bei diesem hatte die Guardia Civil
große Mengen an Dopingmitteln
(EPO, Anabolika, Wachstumshormone)
sowie mehrere hundert eingefrorene Blutkonserven
und Blutplasma entdeckt,
die zu Blutdoping benutzt wurden.
Bisher wurde lediglich
Jan Ullrich als Kunde von Fuentes
einwandfrei identifiziert,
nachdem ein Gentest der
Bonner Staatsanwaltschaft ergab,
dass es tatsächlich sein Blut war,
das bei Fuentes
unter Codenamen wie "Jan"
gelagert wurde.
Wie im Fall Ullrich könnte nun auch
bei Basso ein DNS-Test
Klarheit darüber bringen,
ob tatsächlich
auch sein Blut unter den
gefundenen Blutkonserven war.
Einen DNS-Test hat die
CONI bislang
noch nicht verlangt,
dies könnte nach italienischen Medienberichten aber
die Staatsanwaltschaft Bergamo bald tun.
Die Sportbehörde CONI hatte das Verfahren gegen Basso
im vergangenen Herbst eingestellt,
aber betont,
es könne bei neuen Anhaltspunkten jederzeit wieder
eröffnet werden.
Basso war nach der Wiedereröffnung
des Verfahrens von seinem
Discovery-Rennstall suspendiert worden.
Am Montag hatte er dann überraschend erklärt,
er habe sein Team um die Auflösung des Vertrags gebeten.