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Spanische Dopingaffäre
Würth bleibt vorläufig Sponsor von Saiz-Team

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KÜNZELSAU, 29.05.06 (rsn) - Das baden- württembergische Unternehmen Würth, Cosponsor des in die jüngste Dopingaffäre verwickelten spanischen Teams von Manolo Saiz, wird seinen 2006 auslaufenden Sponsoringvertrag vorerst nicht kündigen. Dies gab der Anbieter von Schrauben und Werkzeug am Montagabend bekannt.

Die in Künzelsau beheimatete Adolf Würth GmbH & Co. KG teilte in einem Statement mit, das man den Sponsorvertrag mit Manolo Saiz' Unternehmen Active Bay einhalten werde. Es entspräche der "Kultur" des Unternehmens, Verträge einzuhalten. Am letzten Donnerstag hatte Saiz' Hauptsponsor Liberty, ein amerikanischer Versicherungskonzern, den Vertrag fristlos gekündigt, nachdem zuvor Saiz in der jüngsten spanischen Dopingaffäre verhaftet worden war. Der 46-jährige wird von den Ermittlern der Guardia Civil als Kunde des Dopingnetzwerks betrachtet. Saiz wurde bei einem Treffen mit dem Hauptverdächtigen Eufemanio Fuentes verhaftet. Am Freitag hatte ein Sprecher von Würth erklärt, man überlege derzeit, wie man nun reagieren werde.


Jörg Jaksche mit dem Würth-Logo auf seinem Trikot
Foto: Roth
Würth machte deutlich, dass man dennoch sofort das Engagement beenden werde, wenn die Mannschaft vom Weltverband gesperrt würde. In dem Statement betonte das Unternehmen, dass man nichts mit der Leitung des Rennstalls zu tun habe und strikt gegen Doping sei. Würth, seit 2000 Sponsor beim Team von Manolo Saiz (bis 2004 ONCE), ist in 82 Ländern aktiv und beschäftigt 50.000 Mitarbeiter. Die Gesellschaft machte 2005 nach eigenen Angaben einen Umsatz von 6,9 Milliarden Euro. Außer im Radsport engagiert sich Würth auch im Fußball, in der Formel 1 ("Official Supplier" von BMW-Sauber) und ist Sponsor des deutschen Skiverbands.

Saiz hatte angekündigt, er wolle um seine Mannschaft "kämpfen" und deren Betrieb mindestens bis zum Saisonende aufrechterhalten. Nachdem Würth vorerst nicht aussteigt und Liberty ankündigte, seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Rennfahrern trotz Kündigung nachkommen zu wollen, hat Saiz etwas Spielraum. Dennoch droht dem Team um Tourmitfavorit Alexandre Vinokourov weiterhin das Aus.

Die UCI und ihr Präsident Pat McQuaid haben bereits angedeutet, dass die ProTour-Lizenz entzogen werden könnte, wenn sich erhärtet, dass die Mannschaft in die Dopingaffäre verwickelt ist. Unabhängig davon droht dem Team, das nun nicht mehr Liberty heißt, auch der Ausschluss von der Tour de France. Renndirektor Jean-Marie Leblanc erklärte am Montag am Rande eines Besuchs im Baskenland, man werde "hart" vorgehen gegen Mannschaften, denen eine Dopingpraxis nachgewiesen wurde.


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