CACERES, 29.08.06 (rsn) -
Lange sieben Monate musste Erik Zabel
auf seinen ersten großen Saisonsieg warten,
am Dienstag klappte
es nun endlich: Der Milram-Star gewann
die 4.Etappe der Spanien-Rundfahrt.
In Caceres setzte sich
der 36-jährige "Ete" nach 142 km in einem hektischen Massensprint klar durch
vor dem Norweger Thor Hushovd (Credit Agricole), dem Franzosen
Jean-Patrick Nazon, dem Australier Stuart O'Grady
und dem spanischen Vortagessieger Francisco Ventoso.
Hushovd wurde um dritten Mal
Zweiter und verteidigte das Gelbe Trikot
noch einmal vor der ersten Bergetappe, bei
der das Gesamtklassement völlig neu gemacht werden wird.
Endlich ist der Knoten geplatzt: Nach zahlreichen
knappen Niederlagen in diesem Jahr hat Zabel
am Dienstag seinen ersten großen Saisonsieg
gefeiert. Der gebürtige
Berliner, der bisher nur einen Etappensieg bei der
Bayern-Rundfahrt im Mai verzeichnen konnte, gewann bei der
Spanien-Rundfahrt den Massenspurt in Caceres
mit einer Länge Vorsprung vor Hushovd.
Für Zabel war es insgesamt der sechste
Vuelta-Etappenerfolg seiner Laufbahn.
2004 hatte Zabel
in Spanien die Punktewertung
gewonnen, aber
keine Etappe holen können.
"Meine Motivation ist einfach
der Adrenalinstoß, den
man auf den letzten Metern im Sprint
bekommt", so Zabel lachend
auf die Frage, was ihn trotz
vieler Niederlagen dazu treibt,
es wieder und wieder und wieder zu versuchen
und den Glauben nicht zu verlieren. "Endlich lief es bei uns heute mal wie am Schnürchen", sagte
der Milram-Star nach dem heiß ersehnten Sieg auf der vierten Vuelta-Etappe.
Bei der Sprint-Vorbereitung half Zabel auch
Kapitän Alessandro
Petacchi, der nach überstandener Knie-Operation noch
im Formaufbau ist.
Der bullige Hushovd, der bei der Tour de France die erste
und letzte Etappe gewann, verteidigte bei der 61. Spanien-Rundfahrt
das Gelbe Trikot des Spitzenreiters im Gesamtklassement. Er führt
jetzt mit sieben Sekunden vor Zabel. Diese Reihenfolge dürfte sich
aber bereits am (morgigen) Mittwoch ändern, wenn die erste Bergetappe
ansteht. Die Topfavoriten auf den Vuelta-Gesamtsieg, Alejandro
Valverde, Carlos Sastre (beide Spanien) und Vorjahressieger Denis
Menchov (Russland), hatten noch einmal
einen ruhigen Tag. Sie hoffen auf ihre
Möglichkeiten in den Bergen.
Raul Garcia de Mateo war lange der Mann des Tages. Der Spanier war
bereits zwei Kilometer nach dem Start ausgerissen.
Er fuhr einen Vorsprung
von 6:33 Minuten heraus, aber neun Kilometer
vor dem Ziel war seine anstrengende Flucht unter der Sonne bei wieder
annähernd 40 Grad beendet.
Auch eine Attacke seines
Relax-Teamkollegen Jorge García
hatte ebensowenig Chancen
wie die des Basken Markel Irizar
kurz darauf.
Die Sprinter und ihre Teams
wollten sich ihre
vorerst letzte Chance, sich in Szene zu setzen,
nicht entgehen lassen. Am (morgigen)
Mittwoch folgt die erste Hochgebirgsetappe in den 1960
Meter hoch gelegenen Skiort Covatilla.
Zabel peilt bei seiner zweiten großen Rundfahrt nach der
Tour de France wieder das Sprinter-Trikot an,
das derzeit aber
noch Hushovd trägt. Außerdem dient ihm die
Vuelta als Vorbereitung auf die Straßen-Weltmeisterschaft am 24.
September in Salzburg. Zabel, schon einmal WM-Dritter und einmal
Vize-Weltmeister, geht dort als Kapitän der deutschen
Nationalmannschaft an den Start.
"Die beste WM-Vorbereitung
it es, die Vuelta zu Ende zu fahren",
sagte Zabel am Dienstag.