Die prominenteste Neuverpflichtung
von T-Mobile ist
der junge Gerald Ciolek,
der bereits vor seinem U23-Weltmeistertitel
bei der Magentatruppe unterschrieben hatte.
Der 20-jährige gilt
als der "neue Zabel", wenngleich
er sicherlich noch ein paar Jahre braucht,
um etwa bei der Tour de France
erfolgreich mitzumischen.
An jungen Sprintern hat
T-Mobile künftig wahrlich keinen
Mangel: Der Österreicher
Bernhard Eisel (25) kommt
von Francaise de Jeux,
der Brite Mark Cavendish (21)
unterschrieb seinen ersten Profivertrag
bei T-Mobile.
Dazu kommt der 24 Jahre alte
André Greipel,
der bleibt, während sein Sprinterkollege Olaf Pollack,
dem er 2006 die Show stahl,
gehen muss.
Neu ins Team kommt der Belgier
Axel Merckx, dessen Phonak-Team
aufgelöst wird. Der 34 Jahre alte
Sohn des "Kannibalen" hatte dereinst bei Telekom
seine Karriere begonnen und wird sie
nun bei dem Magentateam wohl auch beenden.
Aus dem Schweizer Skandalteam
wechselt mit Merckx der Wittenberger
Bert Grabsch zu T-Mobile.
Grabsch gehörte im
Sommer zu den Helfern von Floyd Landis
bei der Tour.
Die restlichen
Neuzugänge sind
nicht allzu spektakulär.
Von Discovery kommen
der britische
Sprinter Roger Hammond
(31) und der 30 Jahre alte Kanadier
Michael Barry, Dritter
der Sachsen-Tour. Von Saunier
kommt mit dem 28-jährigen Aaron Olson, ein
in Europa unbeschriebenes Blatt, ein
weiterer Amerikaner.
Ebenfalls von Saunier stößt
der italienische Zeitfahrspezialist
Marco Pinotti (30)
zu T-Mobile. Den Altersschnitt
heben werden der Holländer Servais Knaven (35)
und der Däne Jacob Piil (33),
zwei Klassikerspezialisten,
deren größte Erfolge
schon ein paar Jahre zurückliegen.
Knaven gewann 2001 Paris-Roubaix,
Piil Paris-Tours 2002.

Fotos: Roth
|
"2007 wird sicher nicht das erfolgreichste Jahr
unserer Geschichte. Aber was ist Erfolg? Erfolg ist für mich auch
offensive Fahrweise, mit der wir Sympathie schaffen", sagte Rolf Aldag am
Mittwoch bei der Vorstellung des neuen Regimes in der Bonner T-
Mobile-Zentrale.
"Wir haben Fahrer verpflichtet,
von denen wir denken, dass
wir mit ihnen eine gute Rolle spielen können.
Nicht unbedingt siegen, aber
doch zumindest angreifen
und ein gutes Bild abliefern",
beschrieb Aldag,
der neue Sportchef, die
Neuverpflichtungen.
Die Abgänge
von Ullrich,
der nach der Dopingaffäre
fristlos entlassen worden war,
des Tourdritten Andreas Klöden,
der ebenso wie
Touretappensieger Matthias Kessler
zu Astana abwanderte
oder auch des östereichischen Rundfahrt-Talents
Bernhard Kohl (zu Gerolsteiner)
sind damit sicher nicht zu kompensieren.
Bei der Tour de France 2007 wird
das einstige Ullrich-Team
keinen Favoriten auf den Gesamtsieg stellen.
Der Australier Michael Rogers,
der bisher bei Rundfahrten
noch nicht überzeugen konnte
und bei der WM zuletzt enttäuschte,
soll neben
Patrik Sinkewitz und Linus Gerdemann
eine der "Säulen" beim Neuaufbau
des Teams sein.
"Charakterlich und mental"
sei Rogers in der Lage, ein Team zu führen,
glaubt Aldag.
Insgesamt verlängerten
16 Mann bei T-Mobile.
Der Kader für 2007
schrumpfte von bisher 30 Profis auf vorerst 27. Weitere Fahrer-
Verpflichtungen seien noch möglich, hieß es.
Der neue starke
Mann bei T-Mobile
ist der Amerikaner Bob Stapleton,
der Nachfolger von Olaf
Ludwig wird und
mit seiner
in kreativem Deutsch
"Neue Straßen Sport GmbH"
benannten Firma als Teambetreiber agiert.
Ludwig stolperte
über seine Nähe zu Jan Ullrich,
mit dem der Olympiasieger
von 1988 nicht schnell und
gründlich genug brechen wollte.
Stapleton leitete zuletzt
das Frauenteam von T-Mobile und
war in einem anderen Leben
davor Chef des Mobilfunkunternehmens
Voicestream, das die Telekom
aufkaufte und heute
als T-Mobile USA firmiert.
Der radsportbegeisterte, 48-jährige Millionär
machte nun sein Hobby zum Beruf.
Stapleton kann längerfristig
planen.
Sponsor T-Mobile verlängerte sein
Engagement bei dem Team über 2008 hinaus bis 2010,
wie der Konzern am Mittwoch
bekanntgab.
"Wir hatten überlegt, nach den jüngsten
Vorkommnissen auszusteigen. Aber man rennt nicht davon. Wir glauben
nach wie vor an den Radsport und an die Zukunft eines sauberen
Radsports", sagte Finanzvorstand Thomas Winkler.
Doch T-Mobile agiert
nach dem Motto "Vertrauen ist gut, Kontrolle
ist besser".
"Ein großer Teil
Teil unseres Budgets fließt in
den Kampf gegen Doping. Der Gesamtetat ist kleiner als 2006", sagte
Stapleton.
Mit einem umfassenden Medizin- und Trainings-Programm
will T-Mobile künftig sicherstellen,
dass seine Fahrer nicht mit Doping arbeiten.
Die T-Mobile-Profis
sollen künftig
ausschließlich durch das Ärzteteam
der Uniklinik Freiburg um Professor Andreas Schmid betreut werden.
"Dieses Programm berücksichtigt Anti-Doping-Tests
und deren Überwachung, Aspekte wie Sportpsychologie und
Trainingswissenschaft",
sagte Teamarzt Dr. Lothar Heinrich,
der vom "gläsernen Athleten" schwärmte.
Heinrich hatte in der Vergangenheit
- nach eigener Darstellung - nichts mitbekommen
von Dopingpraktiken von Fahrern,
die er betreute.
T-Mobile 2007:
-
Neuzugänge:
Michael Barry (30/Kanada), Mark
Cavendish (21/Großbritannien), Gerald Ciolek (20/Deutschland), Bernhard
Eisel (25/Österreich), Bert Grabsch (30/Deutschland), Roger Hammond
(31/Großbritannien), Servais Knaven (35/Niederlande), Axel Merckx
(34/Belgien), Aaron Olsen (28/USA), Jacob Piil (33/Dänemark), Marco
Pinotti (30/Italien).
- Es bleiben:
Eric Baumann (26/Deutschland), Lorenzo Bernucci (27/Italien), Marcus Burghardt
(23/Deutschland), Scott Davis (27/Australien), Linus Gerdemann
(24/Deutschland), André Greipel (24/Deutschland), Giuseppe Guerini
(36/Italien), Serhiy Honchar (36/Ukraine), Kim Kirchen (28/Luxemburg),
Andreas Klier (30/Deutschland), André Korff (33/Deutschland), Frantisek
Rabon, (23/Tschechien), Michael Rogers (26/Australien), Stephan Schreck (28/Deutschland), Patrik
Sinkewitz (25/Deutschland) und Thomas Ziegler (25/Deutschland).
- Teamleitung: Bob Stapleton (Manager),
Rolf Aldag (Sportchef)
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