MADRID, 09.06.06 (rsn) -
Manolo Saiz,
der in die spanische Doping- affäre um den Mediziner Fuentes verstrickt ist,
will sich vorläufig aus der Leitung seines Rennstalls
"Astana-Würth" (Ex-Liberty) zurückziehen und
seine Ämter in den internationalen Gremien
niederlegen.
Fotos: Roth
Saiz habe seine Entscheidung getroffen,
um "die Mannschaft und deren Fortbestand"
zu schützen bis "die Umstände restlos geklärt"
sind, hieß es in einem
Statement von Astana-Wurth.
Der 46-jährige Teamchef,
der zu den einflussreichsten Männern
der ProTour zählte,
lege auch sein Amt im ProTour-Rat
der UCI nieder, hieß es.
Der internationale Verband der Profiteams
(AIGCP) hatte vor kurzem
in einem Schritt, den Tour
de France-Chef Jean-Marie Leblanc als "mutige Geste"
bezeichnete, Saiz' Rücktritt
von allen Funktionen gefordert.
Astana-Würth teilte
mit, dass Saiz bis auf weiteres
nicht mehr öffentlich
auftreten werde.
Die Sportdirektoren übernehmen
die Leitung der Mannschaft.
In der spanischen Presse
wurde am Freitag aber vielfach die
Vermutung geäußert,
Saiz trete lediglich in den Hintergrund
und halte weiterhin alle Fäden in der Hand.
Saiz' Firma Active Bay
ist Betreiberin des Rennstalls,
zu dem Tourmitfavorit
Alexandre Vinokourov vor der Saison gewechselt war.
Im vergangenen Monat war Saiz
offensichtlich auf frischer Tat ertappt worden, als er für 60 000
Euro Blutkonserven und Doping-Mittel kaufen wollte. Fünf Personen
stehen inzwischen unter Anklage
in der Affäre. Ein Fund von manipuliertem Blut und verschiedenen, illegalen
Medikamenten - unter anderem Wachstumshormone, EPO und Kortikoide -
hatte den größten Doping-Skandal im Radsport seit der Festina-Affäre
1998 bei der Tour de France ausgelöst. Die Ärzte Merino Bartes und
Eufemiano Fuentes wurden inzwischen wegen «Gefährdung der
öffentlichen Gesundheit» angeklagt.