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UCI "sehr besorgt"
Saiz kann ProTour-Lizenz vorerst behalten

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BERLIN, 28.10.06 (rsn) - Die Lizenzkommission der UCI hat entschieden, dass das Unternehmen von Manolo Saiz, der tief in die Fuentes-Affäre verstrickt ist und in deren Zusammenhang vorübergehend in Haft war, vorerst die ProTour-Lizenz des Liberty-Teams behalten kann.

In einer offiziellen Erklärung zeigte sich die UCI "sehr besorgt" und bedauerte die "Umstände, die die Kommission gezwungen haben, diese Entscheidung zu treffen". Die UCI bedauerte den "Mangel an Informationen durch die spanischen Behörden" und die derzeitige "völlige Konfusion um die Operacion Puerto". Im Rahmen der Operacion Puerto genannten Polizeiaktion hatten die spanischen Behörden im Frühjahr ein kriminelles Dopingnetzwerk ausgehoben, zu dessen Hauptkunden offenkundig Manolo Saiz und sein Liberty-Team gehörten. Saiz war damals verhaftet worden, als er gerade einen Deal mit dem Hauptverdächtigen Mediziner Fuentes abschließen wollte. Nun kann Saiz - zumindest vorläufig - seine Lizenz behalten, die noch zwei Jahre gültig ist.

"Für alle Teams gilt, dass Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der gültigen Lizenz ist, dass jedes Jahr dem UCI-ProTour-Rat die Dokumente über die finanzielle Situation bis zum 20.November vorgelegt und von diesem geprüft werden", hieß es in der UCI-Erklärung. Mit anderen Worten: Saiz' Unternehmen Active Bay muss die Lizenz auch nutzen, d.h. einen soliden Etat vorlegen und einen Kader, mit dem man eine ProTour-Saison bestreiten kann. Gelingt ihm dies, so wird die UCI Mühe haben, ihm die Lizenz abzunehmen. Mehrere prominente Figuren der Szene hatten im Sommer öffentlich erklärt, Saiz müsse für immer aus dem Profiradsport verschwinden. Der spanische Radsportverband hat am Samstag alle Disziplinarverfahren in der Affäre vorerst auf Eis gelegt.

Saiz' Hauptsponsor Liberty war im Frühjahr nach Bekanntwerden des Skandals sofort ausgestiegen. Seitdem fuhr der nicht in die Affäre verwickelte Teil der Mannschaft unter dem Namen Astana. Mannschaftskapitän Alexandre Vinokourov hatte in seiner kasachischen Heimat mehrere Großunternehmen als Sponsoren gewonnen. Astana baute für 2007 eine neue Struktiur auf mit dem Schweizer Marc Biver als Teammanager und dem früheren Telekom-Teamchef Walter Godefroot als Technischem Direktor. Astana hofft auf die Lizenz, die Saiz noch hält. Das Vinokourov-Team verpflichtete u.a. Andreas Klöden, Matthias Kessler und den zweifachen Girosieger Paolo Savoldelli. Die Situation wird dadurch weiter kompliziert, dass Vinokourov eigentlich noch vertraglich an Saiz gebunden ist, auch wenn er erklärt hat, nie mehr für den schillernden Spanier fahren zu wollen.

"Wenn wir keine (ProTour-)Lizenz bekommen, werden wir auf der Pro Continental-Ebene arbeiten und uns um Einladungen für die großen Rundfahrten und Klassiker bewerben", hatte am Donnerstag am Rande der Tourpräsentation in Paris Biver erklärt.


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