In einer offiziellen Erklärung
zeigte sich die UCI "sehr besorgt"
und bedauerte die "Umstände,
die die Kommission gezwungen haben,
diese Entscheidung zu treffen".
Die UCI bedauerte
den "Mangel an Informationen durch
die spanischen Behörden" und
die derzeitige "völlige Konfusion
um die Operacion Puerto".
Im Rahmen der Operacion Puerto
genannten Polizeiaktion hatten die spanischen Behörden
im Frühjahr ein
kriminelles Dopingnetzwerk
ausgehoben, zu
dessen Hauptkunden
offenkundig
Manolo Saiz und sein Liberty-Team gehörten.
Saiz war damals verhaftet
worden, als er gerade einen Deal
mit dem Hauptverdächtigen
Mediziner Fuentes abschließen wollte.
Nun kann
Saiz - zumindest vorläufig -
seine Lizenz behalten,
die noch zwei Jahre gültig ist.
"Für alle Teams gilt,
dass Voraussetzung für die Aufrechterhaltung
der gültigen Lizenz ist, dass
jedes Jahr
dem UCI-ProTour-Rat
die Dokumente
über die finanzielle Situation
bis zum 20.November vorgelegt und
von diesem geprüft werden",
hieß es in der UCI-Erklärung.
Mit anderen Worten:
Saiz' Unternehmen Active Bay
muss die Lizenz
auch nutzen,
d.h. einen soliden
Etat vorlegen und
einen Kader, mit dem
man eine ProTour-Saison bestreiten kann.
Gelingt ihm dies, so wird
die UCI Mühe haben,
ihm die Lizenz
abzunehmen.
Mehrere prominente
Figuren der Szene
hatten im Sommer öffentlich erklärt,
Saiz müsse für immer
aus dem Profiradsport verschwinden.
Der spanische Radsportverband
hat am Samstag alle Disziplinarverfahren
in der Affäre vorerst
auf Eis gelegt.
Saiz' Hauptsponsor Liberty
war im Frühjahr nach Bekanntwerden
des Skandals sofort ausgestiegen.
Seitdem fuhr der
nicht in die Affäre verwickelte Teil der Mannschaft
unter dem Namen
Astana. Mannschaftskapitän
Alexandre Vinokourov
hatte in seiner kasachischen
Heimat mehrere Großunternehmen als Sponsoren
gewonnen.
Astana baute
für 2007 eine neue
Struktiur auf
mit dem Schweizer Marc Biver
als Teammanager
und dem früheren Telekom-Teamchef
Walter Godefroot
als Technischem Direktor.
Astana hofft auf die
Lizenz, die Saiz
noch hält.
Das Vinokourov-Team verpflichtete
u.a. Andreas Klöden,
Matthias Kessler
und den zweifachen Girosieger
Paolo Savoldelli.
Die Situation wird
dadurch weiter kompliziert,
dass Vinokourov
eigentlich noch vertraglich
an Saiz gebunden ist,
auch wenn er erklärt hat,
nie mehr für den
schillernden Spanier
fahren zu wollen.
"Wenn wir keine (ProTour-)Lizenz
bekommen, werden wir auf
der Pro Continental-Ebene
arbeiten und uns um
Einladungen für die
großen Rundfahrten und Klassiker
bewerben", hatte am Donnerstag am Rande
der Tourpräsentation in Paris
Biver erklärt.
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