BERLIN, 27.05.06 (rsn) -
Jan Ullrich, der am Freitag am Ende
der 19.Etappe des Giro d'Italia
vom Rad gestiegen ist,
weil er schlicht keine Lust mehr hatte
auf die restlichen Dolomitenberge,
wollte schon am Donnerstag
die Rundfahrt vorzeitig beenden.
Er tat es nicht,
weil dies angesichts der
Nachrichten vom Skandal
in Spanien, in dessen Zusammenhang
in Madrider Medien auch sein Name genannt worden war,
"unglücklich" ausgesehen hätte.
"(...) Nach dem Schock, als mein Name im
Zuge der Doping-Razzia in Spanien fiel,
(hätte eine Aufgabe am Donnerstag) natürlich unglücklich
ausgesehen. Außerdem hatte ich mich morgens auch ganz gut gefühlt und
das Rennen dann in Angriff genommen. Im Verlaufe der Etappe schmerzte
dann aber der Rücken", wurde Ullrich
am Samstag von seinem Sponsor zitiert.
Der T-Mobile-Kapitän bescheinigte dem
designierten Giro-
Gewinner Ivan Basso zwar bestechende Form,
glaubt aber nicht, "dass er auch die Tour gewinnt".
Ullrich nannte es gegenüber seinem Sponsor
eine "Frechheit", dass sein Name im Zusammenhang
mit der spanischen Dopingaffäre
um den Mediziner Fuentes
aufgetaucht sei.
"Ich arbeite seit einigen Jahren mit dem Italiener Luigi Cecchini
zusammen. Die Namen, die im Zusammenhang mit der Razzia gefallen
sind, sind mir nicht bekannt. Ich habe von der ganzen Sache kurz vor
dem Ziel der Etappe am Donnerstag erfahren. Ich finde es ehrlich
gesagt eine Frechheit, dass mein Name mit der Sache in Verbindung
gebracht wurde. Ich habe nie mit Fuentes zusammengearbeitet und mir
nichts vorzuwerfen. Es ist ein trauriges Thema, das ja nicht nur den
Radsport betrifft", erklärte Ullrich.
Fuentes ist ein guter Bekannter
von Cecchini.
Ullrich zog trotz Aufgabe eine positive Giro-Bilanz.
"Für mich war es ein sehr guter Giro. Ich habe das Zeitfahren
gewonnen, womit ich niemals gerechnet hätte. Und ich bin nicht nur
mitgerollt, sondern habe auch versucht, das Renngeschehen
mitzugestalten. Insgesamt konnte ich meine Form weiter aufbauen. Mit
dem Resultat bin ich sehr zufrieden", meinte Ullrich.
Der 32-Jährige klagte
zuletzt über Rückenschmerzen: "Mein rechtes Bein ist zurzeit noch
schwächer als das linke. Daher rühren jetzt die Rückenschmerzen.
Daran muss ich also arbeiten. In den Bergen fühle ich mich
mittlerweile auch ganz wohl."
Als nächstes will sich Ullrich im Training einige
Bergpassagen der kommenden Tour de France anschauen und ab 16. Juni
die Asturien-Rundfahrt in Spanien bestreiten.
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