"Nein, ich werde nicht fahren", sagte
Basso am Freitag. "Ich bin jetzt ein
freier Mann, aber (CSC-Teamchef Bjarne) Riis
hat entschieden, dass es besser
sei, wenn ich die Lombardei-Rundfahrt
noch nicht fahre.
Ich bedauere das, ich hatte
mich sehr darauf gefreut",
so der Italiener.
Basso und mehrere andere Rennfahrer -
darunter auch Jan Ullrich - waren
am Tag vor der Tour de France suspendiert worden,
nachdem ihre Namen im
Zusammenhang mit den Ermittlungen der
spanischen Polizei gegen
das Dopingnetzwerk
des Spaniers Fuentes auftauchten.
Es gibt starke Hinweise,
dass sie zu den Kunden des Netzwerks
gehörten, doch an eindeutigen Beweisen
mangelt es offenbar.
Das zuständige italienische
Olmypische Komitee
forderte am Donnerstag
den italienischen Radsportverband auf,
das Disziplinarverfahren
gegen Basso einzustellen.
CONI-Ankläger Francesco Cosenza
behielt sich allerdings
vor, dass Verfahren wieder neu zu eröffnen,
wenn neue Beweise
auftauchten.
"Ich habe immer fleißig trainiert genau
für diese Situation,
um bei einem Freispruch sofort
wieder fahren zu können. Aber
vielleicht ging das jetzt doch ein bisschen zu schnell,
mit der CONI-Entscheidung zwei
Tage vor der Lombardei-Rundfahrt",
sagte Basso.
Er habe Riis eindringlich gebeten,
bei dem letzten ProTour-Saisonrennen starten zu dürfen,
doch der habe Nein gesagt.
"Er hat zu mir gesagt,
der Grund sei nicht
der Ethik-Code, sondern
es sei eine sportliche Entscheidung",
so Basso.
Riis habe gesagt, es mache keinen Sinn,
dass Basso jetzt noch für CSC fahre,
wenn man nicht wisse, was
2007 passiere.
Basso: "Der Teamchef entscheidet."
Ivan Basso, der
im Mai überlegen den Giro d'Italia gewann,
hat noch Vertrag bei CSC
bis 2008.
Der Lombarde,
der bei der Frankreich-Rundfahrt
in den letzten beiden Jahren auf dem Podium stand,
galt in diesem Sommer als
großer Favorit auf
das Double mit Giro- und Toursieg hintereinander.
"Am Montag werde ich mich mit
Bjarne zusammensetzen und
wir werden schauen,
wie es weitergeht.
Es ist erwartungsgemäß
nicht leicht, die Stücke wieder zusammenzusetzen,
nachdem was passiert ist.
Wir haben seit
vier Monaten nicht mehr miteinander gesprochen und
davor immer täglich.
Das ist keine leichte Situation",
so Basso.
"Die Zweifel besiegen"
Basso wiederholte,
dass er mit dem Fuentes-Dopingnetzwerk
nicht zu tun gehabt habe.
"Ich hatte nie etwas mit
(Dr.Fuentes) zu tun.
Ich habe ihn mal gesehen, ja,
in Rennen, als er
Teamarzt bei Kelme war.
Aber diese Geschichte
hat absolut nichts mit mir zu tun",
so Basso.
Die öffentlich geäußerte Skepsis
einiger Rennfahrerkollegen,
die sich über seine Dominanz
beim Giro erstaunt zeigten,
wollte Basso nicht weiter kommentieren.
"Ich werde nicht
zurückschlagen.
Ich kann nur sagen,
dass mein Giro-Sieg keine Überraschung war.
Ich war bei der Tour de
France zuvor regelmäßig
unter den ersten."
Nun wolle
er sich sportlich wieder zurückmelden.
"Mein Ziel ist es jetzt,
wieder große Rennen zu gewinnen,
den Giro oder die Tour gewinnen,
um die Zweifel hinwegzufegen."
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