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Überraschende Verfahrenseinstellung
Basso startet noch nicht bei Lombardei-Rundfahrt


Foto: Roth

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MAILAND, 13.10.06 (rsn) - Der Italiener Ivan Basso, der nach der Einstellung des Dopingverfahrens durch das italienische Olympische Komitee (CONI) ab sofort wieder Rennen fahren darf, wird noch nicht bei der Lombardei- Rundfahrt am Samstag sein Comeback geben, wie der 28-Jährige am Freitag erklärte.

"Nein, ich werde nicht fahren", sagte Basso am Freitag. "Ich bin jetzt ein freier Mann, aber (CSC-Teamchef Bjarne) Riis hat entschieden, dass es besser sei, wenn ich die Lombardei-Rundfahrt noch nicht fahre. Ich bedauere das, ich hatte mich sehr darauf gefreut", so der Italiener.

Basso und mehrere andere Rennfahrer - darunter auch Jan Ullrich - waren am Tag vor der Tour de France suspendiert worden, nachdem ihre Namen im Zusammenhang mit den Ermittlungen der spanischen Polizei gegen das Dopingnetzwerk des Spaniers Fuentes auftauchten. Es gibt starke Hinweise, dass sie zu den Kunden des Netzwerks gehörten, doch an eindeutigen Beweisen mangelt es offenbar. Das zuständige italienische Olmypische Komitee forderte am Donnerstag den italienischen Radsportverband auf, das Disziplinarverfahren gegen Basso einzustellen. CONI-Ankläger Francesco Cosenza behielt sich allerdings vor, dass Verfahren wieder neu zu eröffnen, wenn neue Beweise auftauchten.

"Ich habe immer fleißig trainiert genau für diese Situation, um bei einem Freispruch sofort wieder fahren zu können. Aber vielleicht ging das jetzt doch ein bisschen zu schnell, mit der CONI-Entscheidung zwei Tage vor der Lombardei-Rundfahrt", sagte Basso. Er habe Riis eindringlich gebeten, bei dem letzten ProTour-Saisonrennen starten zu dürfen, doch der habe Nein gesagt. "Er hat zu mir gesagt, der Grund sei nicht der Ethik-Code, sondern es sei eine sportliche Entscheidung", so Basso. Riis habe gesagt, es mache keinen Sinn, dass Basso jetzt noch für CSC fahre, wenn man nicht wisse, was 2007 passiere. Basso: "Der Teamchef entscheidet."

Ivan Basso, der im Mai überlegen den Giro d'Italia gewann, hat noch Vertrag bei CSC bis 2008. Der Lombarde, der bei der Frankreich-Rundfahrt in den letzten beiden Jahren auf dem Podium stand, galt in diesem Sommer als großer Favorit auf das Double mit Giro- und Toursieg hintereinander. "Am Montag werde ich mich mit Bjarne zusammensetzen und wir werden schauen, wie es weitergeht. Es ist erwartungsgemäß nicht leicht, die Stücke wieder zusammenzusetzen, nachdem was passiert ist. Wir haben seit vier Monaten nicht mehr miteinander gesprochen und davor immer täglich. Das ist keine leichte Situation", so Basso.

"Die Zweifel besiegen"

Basso wiederholte, dass er mit dem Fuentes-Dopingnetzwerk nicht zu tun gehabt habe. "Ich hatte nie etwas mit (Dr.Fuentes) zu tun. Ich habe ihn mal gesehen, ja, in Rennen, als er Teamarzt bei Kelme war. Aber diese Geschichte hat absolut nichts mit mir zu tun", so Basso. Die öffentlich geäußerte Skepsis einiger Rennfahrerkollegen, die sich über seine Dominanz beim Giro erstaunt zeigten, wollte Basso nicht weiter kommentieren. "Ich werde nicht zurückschlagen. Ich kann nur sagen, dass mein Giro-Sieg keine Überraschung war. Ich war bei der Tour de France zuvor regelmäßig unter den ersten." Nun wolle er sich sportlich wieder zurückmelden. "Mein Ziel ist es jetzt, wieder große Rennen zu gewinnen, den Giro oder die Tour gewinnen, um die Zweifel hinwegzufegen."


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