"Das Team ist bereit,
mich voll zu unterstützen bei
meinem Vorhaben,
das Giro-/Tour-Double
zu gewinnen. Das Team und ich haben
die gleichen Ziele",
erklärte Basso gegenüber
der Mailänder Sportzeitung Gazzetta dello Sport,
die schätzt, dass der Girosieger
künftig 1,5 Mio. Euro verdient.
Discovery-Sportdirektor
Johan Bruyneel wollte
Basso, der 2004 und
2005 der härteste
Gegner von Lance Armstorng war,
bereits vor Jahren gern
als Nachfolger für seinen
amerikanischen Star,
der bei der letzten Frankreich-Rundfahrt
in seinem Team schmerzlich vermisst wurde.
Bruyneel
wird nun mit dem Amerikaner Levi Leipheimer,
der von Gerolsteiner zu Discovery wechselt,
dem Ukrainer Yaroslav Popovych
und Kapitän Basso eine schlagkräftige
Truppe haben für große Rundfahrten.
"Es ist nicht übertrieben,
wenn ich sage, für mich beginnt
ein neues Leben", sagte Basso
im Blick auf die Ereignisse
der letzten Monate.
Basso trainiert im Discovery-Trikot
Foto: Roth
|
Nach seinem Girosieg im
Mai war er am Tag
vor der Tour de France wie
Jan Ullrich
von seinem Team suspendiert worden
wegen seiner mutmaßlichen Verstrickung
in die Fuentes-Dopingaffäre.
Das Verfahren gegen Basso,
der Doping bestreitet,
wurde Mitte Oktober von den italienischen Sportverbänden
wegen Mangels an Beweisen
eingestellt.
Einen DNS-Test, mit dem er
klar beweisen könnte,
dass die in Spanien gefundenen
Blutkonserven nicht ihm gehören,
lehnt Basso aber ab.
"Die italienischen Sportverbände haben
mehr als 500 Seiten Dokumente
geprüft und sind zu dem Schluss gekommen,
dass es keine Beweise für
eine Verstrickung
in illegale Aktivitäten gibt
und es keine Gründe gibt, ein Disziplinarverfahren
zu eröffnen", hieß es
in einer Erklärung des
Discovery-Teams, das bemüht ist, die Verpflichtung
Bassos zu rechtfertigen.
Die ProTour-Mannschaften
hatten unter dem Eindruck des Schocks
nach den Skandalen im Sommer
beschlossen, dass man keinen
in die Fuentes-Affäre verwickelten
Fahrer verpflichten werde.
Beim T-Mobile-Rennstall,
der sich von Jan Ullrich getrennt hatte
und künftig bei der Tour
de France ohne Favoriten antreten muss,
ist man entsetzt darüber,
dass der Profi-Radsport
entgegen aller Beteuerungen
dabei ist, weiterzumachen wie eh und je.
T-Mobile-Sprecher
Christian Frommert übte
Kritik an der Entscheidung
von Discovery, Basso
zu verpflichten.
"Über den Fall Basso
äußern wir uns nicht,
da wir nicht alle
Informationen darüber haben",
sagte Frommert, der
aber deutlich macht, wie
er die Sache sieht: "Aber
wir sind besorgt: Wird der Radsport
Doping effektiv bekämpfen?
Dazu braucht man eine Allianz
zwischen den Teams."
T-Mobile-Sportchef Rolf Aldag
sagte, er finde es "unverständlich",
dass Basso wieder bei einem ProTour-Team fahre.
Auch bei anderen Mannschaften
herrschte Bestürzung.
Marc Madiot, der Teamchef von Francaise
des Jeux, sagte
gegenüber der Sportzeitung L'Equipe
(Freitagsausgabe):
"Ich bin sehr verärgert,
dass die Vereinbarung (keinen
in der Fuentes-Affäre verdächtigten Fahrer
zu verpflichten) nicht
respektiert wird.
Wir wissen aber jetzt wenigstens,
wer wo steht."
Auch in einem anderen Punkt
droht der angekündigte Kampf
der ProTour-Teams gegen Doping
in der Praxis
weniger hart zu werden,
als in Erklärungen.
Die Topteams hatten beschlossen,
dass alle Fahrer
ab dem 1.Januar 2007
DNS-Tests zustimmen müssen.
Aber die Fahrer protestieren gegen
diese geplante obligatorische Vertragsklausel.
Am Freitag gibt es in der Schweiz ein Treffen
von Vertretern der Mannschaften,
Fahrer und der UCI zu diesem Thema.
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