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Erstes Teamtreffen
Aufbruchsstimmung bei Wiesenhof-Akud

BERLIN, 01.12.05 (dpa/ost) - Jens Heppner hängt sich weiter voll rein. Obwohl der 40-jährige Ex-Profi im Oktober sein Dienstfahrzeug in die Ecke stellte, dreht sich bei ihm weiter alles um Radsport. Zusammen mit dem früheren Bianchi-Fahrer Raphael Schweda aus Frankfurt (Oder) spinnt der Thüringer die Fäden beim neuen Team Wiesenhof-Akud, im Selbstverständnis «die dritte Kraft in Deutschland nach T-Mobile und Gerolsteiner». Die beiden ziemlich gegensätzlichen Sponsoren aus Fleisch verarbeitender und Computer-Branche bringen etwa geschätzte eine Million Euro für ihr Professional Continental- Team auf.

15 Fahrer präsentierten sich beim ersten Team-Treffen im Skiparadies Sölden in Österreich und bekamen fast leuchtende Augen. Teamleitung, Sponsoren und sonstige Gönner sorgten mit viel Engagement für verfrühte Weihnachts-Stimmung, nicht nur wegen der den Fahrern geschenkten Armbanduhren, die ein Karlsruher Uhrenmacher als Unikate fertigte. «Die Stimmung ist super. Hier bekomme ich nochmal richtig Motivation. Es macht Spaß mit den Jungen», freute sich Routinier Thorsten Schmidt, der vom Team Gerolsteiner nach sechs Jahren nicht ganz fein vor die Tür gesetzt wurde und deshalb besonders mit Teamchef Hans-Michael Holczer noch grollt.

Der 33-jährige Rheinländer ist als Mannschafts-Kapitän der verlängerte Arm der Teamleitung, die von dem diplomierten Sportmanager Schweda angeführt wird. Das sportliche Aushängeschild der neuen Mannschaft, die aus den ehemaligen GS II-Formationen Akud und Wiesenhof hervorging, ist der 19-jährige deutsche Straßenmeister Gerald Ciolek (Pulheim). Der Überraschungs-Titelträger, der im Juni in Mannheim die Weltklasse-Sprinter Erik Zabel (T-Mobile) und Robert Förster (Gerolsteiner) fast zu Statisten machte, will 2006 an seine Superleistungen anknüpfen und konnte ProTour-Avancen noch widerstehen.

Außerdem stützt sich die Mannschaft neben weiterem hoffnungsvollen Nachwuchs auf den U-23-WM-Vierten Carlo Westphal (20) aus Heinrichsberg und den ehemaligen Telekom-Profi Gerhard Trampusch (Österreich). Als Teamsprecher fungiert der PR-erfahrene und - talentierte Ex-Sprinter Marcel Wüst (Köln), der sich in besonderem Maß um Ciolek kümmern will. Wegen der Startbeschränkungen für unterklassige Teams bilden die ProTour-Rennen HEW Cyclassics in Hamburg und die Deutschland-Tour unmittelbar nach der Tour de France die Saison-Höhepunkte für Wiesenhof-Akud. Den Zuschlag dafür erhoffen sich die Macher bei einem Gespräch am 7. Dezember - die Chancen stehen gut.

Ein Höhentrainingslager in Livigno mit Skilanglauf und eine gemeinsame Trainingseinheit auf Mallorca im Januar sollen den Fahrern, die von Wissenschaftlern (vom Kooperationsprojekt STAPS) sportmedizinisch betreut werden, Beine machen. Ciolek, der Ende Dezember seinen Lehr-Abschluss als Energie-Elektriker bei Ford plant, will bei Het Volk in Belgien - letzter deutscher Sieger: Andreas Kappes 1991 - am 25. Februar in die neue Saison starten. Schmidt und andere wollen mit der Malaysia- Rundfahrt beginnen. Manager Schweda, mit 29 im besten Rennfahrer- Alter, hat große Pläne: «Langfristig wollen wir ein ProTour-Team werden.»


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