MAILAND, 19.10.05 (rsn) -
Der Russe Pavel Tonkov beendet im Alter von 36 Jahren seine
Karriere, zu deren Höhepunkten der Sieg beim Giro d'Italia
1996 gehörte. "Die Lombardei- Rundfahrt
(am letzten Samstag) war mein letztes Rennen als
Rennfahrer. Der Abschied fällt mir
nicht leicht", sagte Tonkov jetzt.
Der Giro war oft Tonkovs Bühne, seit
er 1992 hier als Jungprofi Gesamtsiebter und
bester Nachwuchsfahrer wurde.
Sieben Mal kam er unter
die ersten Fünf (1./1996, 2./1997, 2./1998, 4./1994, 5./1993, 5./2000, 5./2002).
Bei den anderen großen Rundfahrten
konnte Tonkov dagegen weniger glänzen.
Bei der Tour de France war er 1999
in Alpe d'Huez Zweiter. Bei der Vuelta
fuhr er 2000 aufs Podium. Zu seinen
größten Erfolgen zählen Siege bei
der Tour de Suisse (1995) und der Tour de Romandie (1997).
Tonkov, der am 9.Februar 1969 in der geheimen Stadt Ishevsk geboren wurde,
die aus militärischen Gründen (die Kalaschnikov wurde hier gebaut) auf keiner Landkarte der damaligen Sowjetunion auftauchte,
war einer der ersten erfolgreichen Profis
aus dem früheren Ostblock.
Der introvertierte Mann war ein
kletterstarker Rouleur, der seine
erfolgreichsten Jahre bei Panaria, dann bei
Mapei und Lampre hatte.
Im Herbst seiner Karriere fuhr
Tonkov bei bescheidenen Teams.
Beim Giro d'Italia 2004 gelang es ihm noch einmal,
auf seiner Bühne zu glänzen.
Bei seinem Etappensieg,
seinem siebten beim Giro, machte
er damals eine merkwürdige abfällige Geste an
die Adresse derer, die ihn bereits abgeschrieben hatten.
Seinen letzten Sieg als Profi feierte
Tonkov im letzten Mai
bei der Clasica Alcobendas
in seinem Trainingsrevier.
Der Russe lebt mit seiner Frau
Daria und seinen zwei Söhnen seit langem in Spanien.
"Ich habe schon viele Ideen im Kopf
über das, was ich künftig machen werde.
Ich denke daran, ein Team aufzubauen,
um die Erfahrung, die
ich über die Jahre gesammelt habe,
an andere weiterzugeben",
sagt Tonkov zu seinen Zukunftsplänen.
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