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Tour de France-Präsentation
Bruyneel sauer auf Organisatoren

BRUYNEEL (rechts neben seinem zweiten Sportdirektor Demol) bei der Tour-Präsentation am Donnerstag in Paris
Foto: Roth
PARIS, 27.10.05 (rsn) -
Lance Armstrong mag dieses Jahr mit seinem
siebten Sieg Tour de France-Geschichte geschrieben haben -
doch die Organisatoren hätten die Erwähnung seines Namens am Donnerstag bei
der Vorstellung der nächsten "Großen Schleife" wohl
am liebsten ganz vermieden.
Nach den Dopingenthüllungen von letztem August und den
Comeback-Drohungen Armstrongs ("Just to piss them off")
herrscht Eiszeit zwischen Tour de France und
dem amerikanischen Rad-Superstar.
Bei der Zeremonie zur Vorstellung der Tour 2006
fiel der Name des Rekordsiegers nur
beiläufig und kurz in einem Einspielfilmchen.
"Das muss jeder für sich beurteilen",
meinte Discovery-Sportdirektor
Johan Bruyneel auf die Frage, wie er
es denn empfände, dass die Organisatoren
den siebenfachen Toursieger so ignorierten.
"Armstrong ist der, der er ist, wegen
der Tour. Aber man darf nicht vergessen,
dass Lance auch der Tour viel gegeben hat.
Ohne einen amerikanischen Superstar hätte
die Tour heute nicht eine solche weltweite
Bedeutung. Einige verstehen das wohl nicht", sagte Bruyneel.
Er habe sich angegriffen gefühlt,
als die Organisatoren "in der 15 Minuten-Rede
zwölf Minuten" über Ethik und Doping sprachen, sagte
Armstrongs langjähriger Begleiter.
Für den Discovery-Rennstall wird
die nächste Tour de France, die erste
ohne ihren Superstar, eine neue Erfahrung.
Mit George Hincapie, dem vielversprechenden jungen Ukrainer
Yaroslav Popovych und Girosieger Paolo Savoldelli
hat das US-Team zwar einige solide Rennfahrer.
Doch Discovery wird nicht mehr
die Mannschaft sein, die das Peloton kontrolliert
und diesem ihre Taktik aufzwingt.
"Die Tour bleibt unser erstes Ziel.
Ich denke, wir haben eine starke Mannschaft.
Aber es ist klar, dass wir
eine andere Rolle spielen, wo wir
nicht mehr den klaren Favoriten stellen.
Wir fahren nicht vorne weg und
werden gejagt. Es ist jetzt andersrum.
Das wird aber sicher auch ganz spannend",
sagte Bruyneel.
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