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Tour de France 2006 in Paris vorgestellt
Klassische "Große Schleife" mit Vorteilen für Rouleurs


Foto: Roth

Tour de France 2006
  • Die Etappen | Die Berge
  • PARIS, 27.10.05 (rsn) - Die Tour de France schlägt nach dem Ende der Ära Armstrong ein neues Kapitel auf, bleibt aber bei ihren traditionellen Rezepten. Die nächste "Große Schleife", die der neue Direktor Christian Prudhomme am Donnerstag in Paris vorstellte, beginnt am 1.Juli 2006 mit einem Prologzeitfahren in Straßburg und endet nach drei Wochen und 3639 Kilometern auf den Pariser Champs Elysées. Die 93. Frankreich-Rundfahrt, die auch in Luxemburg, den Niederlanden, der Wallonie und in Spanien Station macht, verläuft entgegen des Uhrzeigersinns. Das Gros der Kletteretappen fällt damit auf die Alpen, wo in der letzten Woche die Entscheidung fallen wird.

    Stimmen

    "Mein Favorit ist Vinokourov. Dahinter Basso and Ullrich." Richard Virenque

    Gerolsteiner- Teamchef Hans-Michael Holczer: "Dies ist sicherlich keine Tour für reine Kletterer. Mit zwei langen Zeitfahren sehe ich da Zeitfahrer, die auch mal einen Berg ganz gut hochkommen, eher im Vorteil."

    T-Mobile-Manager Olaf Ludwig: "Der Wegfall des Team-Zeitfahrens war auch für uns eine Überraschung. Wir haben uns in den letzten Jahren dort kontinuierlich verbessert. Aber es ist für uns weder ein Vor- noch ein Nachteil."

    Discovery-Teamchef Bruyneel: "Die Tour bleibt unser großes Ziel. Wir kommen mit Popovych, Azevedo und Hincapie und haben große Ambitionen."

    Rabobank-Chef De Rooy: "Eine traditionelle Tour mit Vorteilen für Zeitfahrer. Wir setzen auf Menchov."

    Das Peloton der Tour mit 21 oder 22 Mannschaften a 9 Fahrern rollt nach dem Auftakt im Elsass im kommenden Jahr durch Luxemburg (Esch-sur Alzette), die Niederlande (Valkenburg), Belgien (Huy) und Spanien (Pla-de-Beret). Deutschland ist den Veranstaltern im kommenden Jahr einen Abstecher von "etwa 30km" (Prudhomme) auf der 1. Etappe, die rund um Straßburg ausgefahren wird, wert. Das Auftaktzeitfahren wird im nächsten Jahr nicht erst abends enden, sondern bereits nachmittags, da am gleichen Tag bei der Fußball-WM in Deutschland abends ein Viertelfinal-Spiel stattfindet. Neben dem 7km-Prolog, gibt es weitere zwei Zeitfahren mit einer Gesamtdistanz von 115km; seit 1999 gab es nicht mehr soviele Zeitfahrkilometer. Der erste große Kampf gegen die Uhr steht in der ersten Woche vor den ersten Bergen an, ein zweiter auf einem welligeren Kurs am vorletzten Tag. Auf ein Mannschaftszeitfahren verzichteten die Organisatoren vor allem aus geographischen Gründen.

    Die Kletterer können sich auf fünf Bergetappen freuen, bei denen die großen Pässe der Pyrenäen (Tourmalet, Aspin, Peyresourde) und der Alpen (Izoard, Galibier, Glandon, Joux-Plane) im Profil stehen. Spannung verspricht aber auch bereits die Ardennen-Etappe: Das dritte Teilstück führt über die von Frühjahrsklassikern bekannten Anstiege Haute-Levée (Lüttich- Bastogne) und Cauberg (Amstel Gold Race), der 2km vor dem Ziel in Valkenburg überquert wird. Es gibt drei große Bergankünfte, davon sind zwei zum ersten Mal im Programm der Tour. In den Pyrenäen ist die von der Vuelta bekannte Bergankunft in Pla-de-Beret im spanischen Aran-Tal neu, in den Alpen wird La Toussuire erstmals Gastgeber der Tour. Am Tag davor ist das legendäre Alpe d'Huez, das in diesem Jahr im Etappenplan der Tour fehlte, Zielort der ersten Alpenetappe. Auch der mythische Ort der Sprinter ist wieder dabei: Nach drei Jahren kehrt Bordeaux zurück, allerdings nur als Startort der 9.Etappe. In der berühmten Weinstadt verbringen die Profis auch den ersten Ruhetag vor den Pyrenäenetappen.


    Rasmussen, Basso und Simoni am Donnerstag in Paris


    Ullrich-Betreuer Pevenage
    Fotos: Roth
    "Wir haben eine Neuverteilung der Rollen. Die kommende Tour wird wieder spannend", sagte der neue Tour-Direktor Christian Prudhomme zum sportlichen Wert der Nach-Armstrong-Ära. Der 2006 nach 17 Jahren scheidende Tour-Chef Jean-Marie Leblanc nahm zur immer währenden Doping-Problematik Stellung: "Wir sind beim Kampf gegen Doping an einer Wegkreuzung zwischen Ethik und dem K.o. Ich hoffe, die Fahrer und ihre Ärzte irren sich nicht in der Richtung. Die Enthüllungen über Armstrong von 1999 werfen einen Schatten auf seine Karriere." Der amerikanische Rekordsieger kam bei der Präsentation ansonsten nur ganz kurz in einem Einspielfilm vor. Die Organisatoren sprachen dagegen so über die Dopingproblematik, dass sich Armstrongs Sportdirektor Bruyneel angesprochen fühlte. Ansonsten schaute man nicht zurück, sondern lieber nach vorn. "Die Tour hat nichts von ihrer Magie eingebüßt", sagte Leblanc.

    "Das ist eine Tour für Zeitfahrer wie Jan Ullrich. Aber, obwohl es weniger Berge als zuletzt gibt, wird das für mich keine Schwierigkeit, weil ich mich im Zeitfahren verbessert habe", sagte der italienische Tour-Zweite Ivan Basso (CSC), der erwägt, für die volle Tour-Konzentration 2006 auf den Giro d'Italia zu verzichten.
    "Eine schöne Tour. Aber ich glaube, das sagen jedes Jahr alle am Tag der Präsentation."
    FdJ-Sportdirektor Marc Madiot
    "Es gibt vielleicht zehn Fahrer, die die Tour gewinnen können: Ullrich, Vinokourov, ich und einige andere", sagte der Lombarde in Paris. CSC-Sportdirektor Allain Gallopin bedauerte die Streichung des Teamzeitfahrens: "Wir wären die Favoriten gewesen."

    Ullrich, der seine Saison wie immer spät begann und sie dafür früher beendete, wird die Neuigkeiten der Präsentation wahrscheinlich erst bei seiner Rückkehr aus dem Urlaub erfahren. "Es bringt ihm doch nichts, ob er es heute um eins, um fünf oder dann erfährt, wenn er zurückkommt. Wir lassen ihn im Urlaub zufrieden", sagte T-Mobile-Manager Olaf Ludwig. "Er kommt am Wochenende zurück und beginnt am 1. November mit einem Fitness-Programm für die kommende Saison. Das erste große Trainingslager werden wir im Dezember wieder in Südafrika beziehen", kündigte sein Betreuer Rudy Pevenage an. Der Belgier der bei T-Mobile im kommenden Jahr nach dem Rückzug seines Intimfeinds Walter Godefroot wieder in offizieller Funktion tätig sein wird, war verhalten optimistisch: "Diese Tour ist weder eine für Jan noch eine gegen ihn. Aber wir sind nicht unzufrieden mit dem Profil."


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    31.03.05 Tour de France 2006: Grand départ in Straßburg - Abstecher nach Deutschland




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