BERLIN, 12.12.05 (rsn) -
Still und heimlich scheint sich ein weiteres deutsches Talent den Weg an die Spitze
des Radsports zu ebnen. Der 23-jährige Marcel Sieberg vom
Lamonta-Rennstall war einer von nur drei deutschen Jungprofis, die 2005
einen Profisieg feiern konnten. Bemerkenswert war auch
der 18. Platz in der Gesamtwertung der neugeschaffenen "UCI Europe Tour".
Dass er diese Plazierung als Fahrer der drittklassigen Lamonta-Mannschaft erreicht hat,
spricht sicher für sich.
Lohn dieser erfolgreichen Saison war
für Sieberg ein Vertrag beim neuen Team Wiesenhof-AKUD,
wo Jens Heppner jetzt als Sportchef agiert.
Dieser Vertrag bedeutet für mich einen weiteren Schritt auf dem Weg nach oben.
Durch den Professional-Status der Mannschaft werden die Renneinsätze wohl insgesamt mehr und
härter", so der gebürtige Dortmunder.
Gestiegen ist auch die Erwartungshaltung an Sieberg, auch wenn
sein neuer Chef Jens Heppner bemüht ist,
den Druck von Sieberg zu nehmen: "Marcel hat viel Talent und wir erhoffen uns auch viel
von ihm. Allerdings wird das nächste Jahr erst seine zweite Profisaison. Häufiger
ist das zweite Jahr schwerer als das erste. Daher schauen wir einfach mal,
wie sich Marcel entwickelt."
Foto: Roth
Sieberg selbst kann den Start in die Saison kaum erwarten.
Sicher freue ich mich auf die neue Saison. In einem Professional Team zu fahren wird
sicher anders als vorher. Das Team-Treffen in Sölden
hat das schon gezeigt. Unglaublich wie gut das alle organisiert war. Das hat direkt noch mehr Lust
als ohnehin schon auf das ganze Jahr gemacht."
Seine eigenen Ziele formuliert Sieberg so: Ich möchte einfach beweisen, dass
der Sieg in Drenthe dieses Jahr keine Eintagsfliege war."
Insgeheim hofft er dabei, dass sein neues Team Wild-Cards für einen der
großen Frühjahrsklassiker erhält. Mein Traum wäre ein Start bei Paris-Roubaix.
Beim U23-Rennen bin ich ja schon mal als zweiter ins Velodrom in Roubaix eingefahren, bin
dann aber leider gestürzt. Es gibt nur wenige Rennen, die meinen Fähigkeiten so entgegenkommen wie Roubaix", so Sieberg.
Durch die Stärke der neuen Mannschaft sieht Sieberg zudem
eine ganz besondere neue Herausforderung: Bei Lamonta hat ich fast bei jedem Rennen
freie Hand. Bei Wiesenhof-AKUD haben wir aber sicher sechs, acht Fahrer, die siegfähig sind.
Das macht es taktisch zwar leichter, bringt aber sicher auch sehr viel Arbeit mit sich.
Einfach nur mitrollen ist nicht."
Bleibt abzuwarten, ob der Weg von Marcel Sieberg weiter nach oben geht.