HAMBURG, 28.12.05 (dpa/lno) -
Der 31. Dezember ist für Jens Schwedler nicht
einfach nur das Ende eines Jahres, er ist das Ende eines
Lebensabschnittes. An diesem Tag wird der Halstenbeker zum letzten
Mal auf sein Crossrad steigen und in Herford an einem
Querfeldeinrennen teilnehmen. Danach ist Schluss für den 37-Jährigen
deutschen Meister. Er hört auf, weil er alles erreicht hat, was er
wollte. «Eine WM werde ich nicht mehr gewinnen. Ich könnte vielleicht
in den kommenden Jahren noch deutscher Meister werden. Aber dadurch
würde ich nicht populärer und mehr Geld verdienen.»
Auch die Tatsache, dass nur eine Woche nach seinem angekündigten
Abschied die nationalen Titelkämpfe in Hamburg-Harburg stattfinden,
hat den Titelverteidiger nicht von seinem Entschluss abhalten können.
«Ich will nicht, dass das Trikot des deutschen Meisters ein Jahr lang
nicht bei Wettkämpfen getragen wird. Der Meister ist schließlich die
schillernde Figur in unserem Sport.» Stattdessen will sich Schwedler
ab 2006 dem Management und der Trainerarbeit im Stevens Racing Team
widmen und junge Fahrer an die Spitze führen.
Im Sommer 2000 hatte der Cross-Spezialist schon einmal seinen
Rücktritt verkündet, um im Winter 2001/2002 wieder in der Szene
aufzutauchen. Nach lediglich viermonatiger Vorbereitung wurde er
deutscher Meister. «Das war für viele überraschend, für mich nicht»,
sagte Schwedler, der 1977 zum ersten Mal auf ein Rad stieg und bei
diesem Sport blieb, weil er in der Jugend und bei den Junioren «so
zwischen 25 und 30 Rennen» gewonnen hatte.
1986 Jens Schwedler (rechts) Dritter
der Deutschen Cross-Meisterschaften der Junioren
(Juniorenmeister wurde Ralph Berner - Bildmitte)
Foto: Roth
|
In Zukunft aber wird Schwedler nur noch am Rand der Strecke stehen
und auf Erfolge seiner jungen Athleten hoffen. «Wir brauchen
Nachwuchs, der Medaillen gewinnen kann. Aber das Training ist eben
zeitaufwendig und das Material sehr teuer. Dazu kommen die Reisen zu
den Wettkämpfen und die Trainingslager.»
Bei den Titelkämpfen in Hamburg-Harburg am 7. und 8. Januar
rechnet Schwedler mit Erfolgen für sein Team. «Es wäre für uns und
vor allem für mich als Manager in der ersten Woche eine große
Enttäuschung, wenn das nicht klappt.» Allerdings hätte er sich einen
anderen Kurs gewünscht und verhehlt auch seinen Ärger über den
Hamburger Verband nicht: «Die Strecke ist nicht freigegeben worden.
Aber man hätte doch seinen eigenen Athleten die Möglichkeit geben
müssen, dort zu trainieren.» Trotz seiner Kritik unterstützt
Schwedler die Titelkämpfe: Er gibt den Startschuss zum Rennen der
Männer-Elite.
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09.01.05 Cross-DM 2005: Schwedler kann's noch