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Machtkampf um die ProTour
McQuaid: Pläne der Organisatoren "obszön"

Machtkampf um die ProTour
  • Bruch zwischen ProTour und Rundfahrten
  • UCI: Pläne der Organisatoren "gefährlich"
  • Exklusiv: Drohen Teams mit Tour-Boykott?
  • MANCHESTER, 10.12.05 (rsn) - Pat McQuaid, Präsident des internationalen Radsportverbands UCI, hat am Samstag die Pläne der Organisatoren der drei großen Rundfahrten, sich aus der ProTour auszuklinken und die Spitzenteams mit zusätzlichen Prämien zur Teilnahme zu bewegen, als "obszön" bezeichnet.


    Pat McQuaid
    Foto: Roth
    McQuaid reagierte am Samstag am Rande des Bahn-Weltcups in Manchester auf die Pressekonferenz der Verantwortlichen von Tour, Giro und Vuelta am Vortag, auf der diese die endgültige Trennung von der ProTour erklärten und ankündigten, eigene Wege gehen zu wollen. Die französische ASO, RCS (Italien) und Unipublic (Spanien) organisieren insgesamt elf der bisherigen 27 ProTour-Rennen, darunter die wichtigsten Klassiker wie Roubaix, Lüttich und Lombardei-Rundfahrt. UCI-Chef McQuaid zeigte sich "optimistisch", dass dies noch nicht der Endpunkt ist in der seit über einem Jahr andauernden Auseinandersetzung zwischen den drei mächtigen Organisatoren und der UCI. "Ich glaube, dass man immer noch langfristig zu einer Lösung kommen kann, wenn sich alle an einen Tisch setzen und vernünftig miteinander sprechen", sagte McQuaid, der den Streit von seinem Amtsvorgänger Hein Verbruggen geerbt hat.

    Die "großen Drei" hatten am Freitag angekündigt, künftig eigene Zulassungskriterien aufzustellen. ProTour-Teams sind nicht mehr automatisch startberechtigt, sind aber auch nicht mehr zum Start verpflichtet. Um die Spitzenteams dennoch zu locken, wollen die Organisatoren den Teams 100.000 Euro zahlen, wenn sie alle drei Rundfahrten bestreiten. Außerdem soll es nach dem Willen der Veranstalter eine "Grand Tours"-Wertung geben, die mit 2 Mio. Euro dotiert ist.

    "Für die UCI ist es wichtig, dass das Geld oben dazu verwendet wird, dass der Sport an der Basis gefördert wird. Wenn ich sehe, dass man jetzt Millionen anbietet, nur damit Teams teilnehmen, finde ich das obszön", sagte McQuaid am Samstag. Man müsse nun auf die Reaktion der Teams warten, fügte er an. Zu hastigen Entscheidungen gebe es keinen Anlass, da 2006 vorläufig praktisch alles beim alten bliebe. Im kommenden Jahr wollen die Organisatoren alle ProTour-Teams einladen.

    McQuaid räumte ein, dass die großen Rennveranstalter "ihre Rennen haben und einladen können, wen sie wollen", die UCI könne da "nichts machen". Aber, so der UCI-Präsident: "Es gibt Dinge, die fallen allein in die Zuständigkeit der UCI, wie etwa die Schaffung von Rennkalendern, Wertungen und Reglements. Dies kann niemand anderes tun und die UCI würde das nicht tolerieren", so McQuaid im Hinblick auf die geplante "Grand Tours"-Wertung.


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